Hellmut Lange
* 19. Januar 1923 in Berlin
† 13. Januar 2011
Wir trauern um unseren Kollegen Hellmut Lange, der uns ein markantes Vorbild war.
Hellmut Lange sprach bereits als Jugendlicher Kinderrollen beim Berliner Rundfunk (unter anderem neben Wolfgang Kieling). Von 1946 bis 1948 absolvierte er eine Schauspielausbildung in Hannover. 1948 folgte das erste Bühnenengagement in München. In den frühen 1950er Jahren spielte er als Old Shatterhand zusammen mit Sigurd Fitzek, der den Indianerhäuptling Winnetou verkörperte, auf einer Freilichtbühne in Stuttgart.
1958 gab er sein Spielfilmdebüt und wurde schnell ein populärer Darsteller in Film und Fernsehen. 1961 spielte er die Hauptrolle in der Edgar Wallace-Verfilmung Der Fälscher von London und im Folgejahr eine der Hauptrollen im Durbridge-Straßenfeger Das Halstuch. Oft war er als Vertreter von Recht und Gesetz zu sehen, als Polizist oder Privatermittler, wie etwa als Kommissar in der Stahlnetz-Reihe, als Privatdetektiv John Kling in der Fernsehserie John Klings Abenteuer und als Rechtsanwalt Dr. Simmet in der Fernsehserie Privatdetektiv Frank Kross oder als Kommissar Toffer, Freund und Widerpart von Klaus Löwitsch in der ARD-Vorabendserie Hafendetektiv. Daneben spielte Lange ebenso in der Oscar-prämierten Hollywood-Produktion Patton – Rebell in Uniform wie in den Familienserien Rivalen der Rennbahn und Der Landarzt.
Einen besonders hohen Bekanntheitsgrad erreichte er 1969 durch die Rolle des Trappers Nathaniel Bumppo im Fernsehvierteiler Die Lederstrumpferzählungen nach James Fenimore Cooper. In dieser Rolle, die er bereits 1968/1969 in zwei rumänischen Verfilmungen der Romane Der Letzte der Mohikaner und Wildtöter gespielt hatte, wurde er so populär, dass er sie auch in zahlreichen Hörspieladaptionen von Coopers Werken übernahm.
Darüber hinaus moderierte er von 1971 bis 1981 die ARD-Ratesendung Kennen Sie Kino?, schrieb als Redakteur der Filmzeitschrift Cinema Artikel für eine gleichnamige Rubrik und führte für die Zeitschrift telefonische Ratespiele durch, bei denen man Filmbücher gewinnen konnte.
Zwischen 1952 und 1960 war Lange außerdem als Sprecher und Regisseur für Hörfunkprogramme von Radio Bremen tätig. Danach war er auch häufig als Sprecher in kommerziellen Hörspielen (vornehmlich das Abenteuergenre) zu hören.
Seit 1962 lieh er seine markante Stimme oft als Synchronsprecher zahlreichen prominenten, englischsprachigen Schauspielkollegen wie zum Beispiel Richard Harris (Ein Mann in der Wildnis), Charlton Heston (Die Schlacht um Midway), Paul Newman (Mr. & Mrs. Bridge), Roy Scheider (zum Beispiel in Das fliegende Auge, 2010 – Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen, Das Rußland-Haus) und Donald Sutherland in Die Bäreninsel in der Hölle der Arktis.
Der Schauspieler war verheiratet und Vater von Tochter Katharina und Sohn Tobias; Sohn Jonas kam 1965 bei einem Unglücksfall ums Leben. Im Oktober 2009 wurde bekannt, dass Hellmut Lange an Demenz erkrankt war. (Quelle: Wikipedia)

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