Das hatte Größe!

Das ZDF ist einer der größten Sender in diesem Land und der „zweitreichste“ dazu. Eine gewisse Stabilität kann man ihm auch nicht absprechen, das wissen die Kollegen, die mal für ihn gearbeitet haben. Die Einstiegsgagen z.B. sind niedrig, bleiben dafür aber auf einem stabil niedrigen Nieveau. Es muss gespart werden, selbst beim zweitreichsten Sender in Deutschland. Außer bei den Sportrechten, irgendwo muss schließlich Schluss sein mit der Sparerei.

Nun bewies das ZDF bei der von ihm ausgerichteten Fernsehpreisverleihung 2012 auch innere Größe. Die Moderatoren Oliver Welke und Olaf Schubert schafften es, dieses jährliche Ritual mit Selbstironie zu würzen, was von den anwesenden Gästen dankbar zur Kenntnis genommen wurde. Immerhin ist so eine Veranstaltung kein Spaß, sondern harte Arbeit für die Sitzknochen. Die Branche sitzt zusammen und ehrt ihre Besten.

Höhepunkt war eindeutig der Gastkommentar von Gernot Hassknecht, in dem er den unfassbar dämlichen Ausspruch „Fiction geht auch für die Hälfte“ kommentierte, der vor einigen Wochen den Branchen-Blätterwald zum Rauschen brachte. Es gab wohl niemanden im Saal, dem nicht das Herz aufging bei dieser so überfälligen Tirade.

Wir beglückwünschen - ganz ohne Ironie - die Stifter des Fernsehpreises zu der Größe, die sie bewiesen, in dem sie Selbstironie bei einer solchen Prestige-Veranstaltung der Sender zuließen. Und wir hoffen, dass wenigstens die Programmverantwortlichen verstanden haben, dass es gar keine Ironie war!

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