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ZDF beseitigt Irritationen: SchauspielerInnen müssen keine Lizenzgebühren für Demoszenen zahlen

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Gestern, am 21.02.2013, erhielten wir vom ZDF die Zusicherung, dass der Sender von SchauspielerInnen, die Ausschnitte zur nichtkommerziellen Eigendarstellung verwenden wollen, keine Lizenzgebühren verlangen wird.

Noch besser: In Zukunft wird das ZDF diese Jahrzehnte alte Bewerbungspraxis nicht wie in der Vergangenheit nur stillschweigend dulden, sondern sogar dafür einen rechtlichen Rahmen setzen. Diesen Rahmen können dann die Tarifpartner, BFFS, ver.di und Produzentenallianz, nutzen und die Eigendarstellung im neuen Tarifvertrag für Schauspielerinnen und Schauspieler tarifrechtlich regeln.

Der BFFS war alarmiert, nachdem sich die Hinweise zu Anfang des Jahres verdichteten, dass von SchauspielerInnen 500,- € pro angefangener Minute, pro ZDF-Produktion gefordert würden. Die Lizenz sollte zeitlich auf ein Jahr und auf den Raum Deutschland beschränkt sein.

Rein rechtlich gesehen dürfte das ZDF Lizenzgebühren verlangen, denn wir geben die Nutzungsrechte vollständig an die Produzenten ab und die wiederum reichen sie vollständig an die Sender weiter. Mit anderen Worten, das Verwenden von Ausschnitten für Showreels geschah schon immer in einer rechtlichen Grauzone.

Praktisch gesehen hat aber bisher niemand in der Branche den Punkt rein rechtlich gesehen. Alle – auch die Sender – brauchen unsere Showreels.

Der BFFS hatte die nichtkommerzielle Eigendarstellung bereits seit über einem halben Jahr zum Thema der laufenden Tarifverhandlungen gemacht. Aber nun schien das ZDF Fakten zu schaffen, die nicht nur die Schauspielbewerbung mit Demobändern verhindert, sondern auch dem BFFS und den anderen Tarifparteien einen argen Stolperstein in den Weg gelegt hätte.

Wir vom BFFS haben uns sofort mit den drei Agenturverbänden (VdA, VDSA, VDNA), dem Castingverband (BVC), dem Regieverband (BVR) und ver.di abgesprochen. Alle sind aktiv geworden.

Gleichzeitig haben wir uns über mehrere Wege ans ZDF gewandt. Vor wenigen Tagen erst haben wir einen Brief an den ZDF-Programmdirektor geschickt.

Erfreulich schnell hat das ZDF nun geantwortet und alle Irritationen beseitigt: SchauspielerInnen müssen keine ZDF-Lizenzgebühren für Demoszenen fürchten. Die prompte Klarstellung des ZDF zeigt, dass wir bei dem Sender wohl auf keinen nennenswerten Widerstand gestoßen sind. Wie auch immer diese Irritationen innerhalb des ZDF entstanden sein mögen, entscheidend ist, dass die ZDF-Verantwortlichen auf unserer Seite sind und unkompliziert schnell reagiert haben.

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Wir danken dem ZDF für diese rasche Klarstellung!

Wir bedanken uns bei unseren Unterstützern, VdA, VDSA, VDNA, BVC, BVR und ver.di!

Und wir bedanken uns bei all den Kolleginnen und Kollegen, die uns auf diese Lizenzgebührenepisode aufmerksam gemacht haben!

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