Zu Gast bei Freunden

brandenburg havel photo
Copyright Barbara Müller-Walter

Die Vorstände Martin May und Heinrich Schafmeister sind am Wochenende, 14./15. September, nach Brandenburg an der Havel gereist, um als Gäste bei der Klausurtagung der Bundesvereinigung „Die Filmschaffenden“ teilzunehmen und über den neuen Kinoerlösbeteiligungstarifvertrag zu berichten.

Die Bundesvereinigung ist ein Dachverband in dem die meisten Berufsverbände der Filmschaffenden organisiert sind: Die Maskenbildner (BVM), die Szenenbildner und Kostümbildner (VSK), die Herstellungs- und Produktionsleiter (BVP), die Tonleute (bvft und VDT), die Filmeditoren (BFS), die Requisiteure und Setdekorateure (VDR/SD), die Fernsehkameraleute (bvfk), die Locationscouts (BVL), die Stuntleute (BvS), die Beleuchter (BVB) und die Caster (BVC).

Dieser Dachverband ist gerade für kleinere Berufsverbände und für Filmschaffende, deren Arbeit hinter der Kamera stattfindet und der breiten Öffentlichkeit meist verborgen bleibt, eine wichtige Plattform, besser wahrgenommen zu werden und ihre Interessen effektiver durchzusetzen.

Leider haben vor drei Jahren der Regieverband (BVR) und vor einem halben Jahr der Berufsverband Kinematografie (BVK) dem Dachverband den Rücken gekehrt. Diese Austritte waren ein fatales Signal – insbesondere in Richtung Politik. Sie brandmarkten uns Filmschaffende als zersplitterten, verzankten Haufen, bei dem Hopfen und Malz verloren zu seien scheint. Ein Ruf, der auch uns Schauspielerinnen und Schauspielern schadet.

Der BFFS ist zwar der mitgliedsstärkste Berufsverband der Film- und Fernsehbranche, vertritt zudem eine relativ auffällige Klientel, er ist sogar eine Berufsgewerkschaft und wird sich von daher keiner Dachorganisation unterordnen – weder einer anderen Gewerkschaft noch sonst einer Institution. Aber der BFFS verstand sich nie als Einzelkämpferverband. Er hat seit seiner Gründung immer die Nähe der anderen Filmschaffendenverbände und gewerkschaftlichen Kräfte gesucht und gerade mit dem Dachverband „Die Filmschaffenden“ eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Nicht zuletzt unsere fruchtbare tarifliche Partnerschaft mit der ver.di FilmUnion hat uns in unserer grundsätzlichen Auffassung bestärkt, Bündnisse zu pflegen – und unvermeidliche Meinungsunterschiede sportlich auszutragen.

In diesem Sinne möchten wir gemeinsam mit der Bundesvereinigung dem traurigen Erscheinungsbild, das wir Filmschaffende in jüngster Vergangenheit nach außen vermitteln haben, ein deutliches Zeichen entgegensetzen. Und deutlich ist das Zeichen. Schließlich repräsentieren die Bundesvereinigung und der BFFS rund 5.000 Filmschaffende. Wir möchten zeigen, dass die Idee des Zusammenhalts der Filmschaffenden trotz aller Unterschiede lebt und nötiger ist denn je. Wir Schauspielkünstler brauchen den Rückhalt unserer Teamkollegen und diese wiederum profitieren durch unsere bekannten Gesichter. Darüber hinaus sind wir uns einig: Das Verfolgen künstlerischer Berufsinteressen und gewerkschaftliches Denken stehen nicht im Widerspruch.

Lesenswert:   Tarifvertrag für Schauspielerinnen und Schauspieler im Wortlaut

Bei der Klausurtagung haben wir mit der Bundesvereinigung verschiedene Maßnahmen beschlossen, unsere Zusammenarbeit zu intensivieren. Der Dachverband würdigte das tarifliche Engagement von BFFS und ver.di FilmUnion zugunsten aller Filmkreativen und wir freuen uns, dass die anderen Filmschaffendenverbände uns bei der Klärung der internen Verteilung der zukünftigen Kinoerlösbeteiligung behilflich sind. Auch bei der politischen Lobbyarbeit werden wir nun öfter gemeinsame Wege gehen.

Und natürlich wollen wir das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden: Die Teamkollegen sind herzlich eingeladen, nicht nur ihre, sondern auch unsere Schauspiel-Stammtische zu besuchen.

Der BFFS bedankt sich bei der Bundesvereinigung „Die Filmschaffenden“ für die Gastfreundschaft und für ein rundum gelungenes Wochenende!

Über Heinrich Schafmeister

Heinrich Schafmeister wurde 1957 im Ruhrgebiet geboren, wuchs dort auf und erhielt dort seine wesentliche Prägung. Der Beruf seines Vaters – hoher Richter der Sozialgerichtsbarkeit – wirkte auf den jungen Heinrich eher abschreckend und er nahm sich fest vor, später einmal etwas ganz, ganz anderes zu werden. Die Beatles weckten in ihm die Liebe zur Musik. Er lernte Klavier, Gitarre und gründete seine erste Band. Nach dem er sein Abitur mit mathematisch-naturwissen­schaft­lichem Schwerpunkt bestanden und seinen Zivildienst als Krankenpfleger geleistet hatte, konnte er sich endlich ganz seiner musikalischen Leidenschaft widmen. Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler ist er Schatzmeister des Bundesverband Schauspiel.

Siehe auch

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet“

IVS und BFFS auf dem Weg zueinander Bereits auf seiner Mitgliederversammlung am 12. März hat der InteressenVerband …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.