Unsere zukünftige Deutsche Schauspielkasse muss die Vergangenheit in den Griff kriegen

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Am 09. Dezember traf sich unsere Verhandlungsgruppe, die Rechtsanwälte – Brien Dorenz, Bernhard Störkmann – und ich, in Unterföhring mit den Justitiaren von ProSiebenSat.1, Martin Metzger und Eva Michel, um die Abwicklungsdetails der bereits vereinbarten Folgevergütung auszuhandeln. Formal handelt es sich dabei um einen Dreiseiten-Vertrag, den BFFS, ProSiebenSat.1 und die Deutsche Schauspielkasse miteinander abschließen werden. Diesen Vertrag konnten wir bei dem Treffen so gut wie fertigstellen.

Der BFFS gründet zurzeit die Deutsche Schauspielkasse, die neben den Kinoerlösbeteiligungen ab 2015 auch (frühestens) ab März/April 2014 die Folgevergütungen von ProSiebenSat.1 auszahlen soll.

Die Deutsche Schauspielkasse wird am Anfang alle Hände voll zu tun haben, sich zu konstituieren und gleichzeitig die Folgevergütungen früherer ProSiebenSat.1-Filme und -Serienepisoden zu verteilen, die bereits in der Vergangenheit die nötigen Quotenschwellen übersprungen haben. Wir reden dabei insgesamt um Summen im Millionenbereich.

Grundsätzlich werden die Folgevergütungen nach Anzahl der Drehtage an die Schauspielerinnen und Schauspieler aufgeteilt. Die nötigen Informationen wird ProSiebenSat.1 liefern. Aber natürlich kann der Sender für viele früheren Filme und Serien keine Drehpläne mehr auftreiben, weil sie entweder nie an den Sender geliefert oder nach ein paar Jahren vernichtet wurden.

Hier arbeiten wir an Lösungen. Aber keine Panik: Die betroffenen Kolleginnen und Kollegen müssen nicht ihren Keller nach Dispos umgraben. Es liegt nicht in ihrer Pflicht, die Anzahl ihrer Drehtage nachzuweisen. Der „schwarze Peter“, die Rollengrößen zu ermitteln, liegt bei ProSiebenSat.1 bzw. bei der Deutschen Schauspielkasse – nicht bei Euch. Auch muss niemand der Deutschen Schauspielkasse oder dem BFFS, der die Folgevergütungen durchgesetzt hat, beitreten, um die Folgevergütungen beanspruchen zu können.

Wir werden allerdings demnächst eine Liste der Filme und Serienepisoden veröffentlichen, bei denen Folgevergütungen fällig werden. Wir hoffen, dass sich möglichst viele von Euch, die dort mitgespielt haben, bei uns melden und ihre Kontakt- und Bankdaten mitteilen. Das spart der Deutschen Schauspielkasse Zeit, Arbeit und Verwaltungskosten.

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Der Aufbau der Deutschen Schauspielkasse gehört nach wie vor zu den Prioritäten unserer Vorstandsarbeit. Und zugegeben, mir wird ein bisschen schwindelig, wenn ich an all die Aufgaben denke, die wir auf dem Weg noch zu bewältigen haben.

Aber mir ist schon schwindelig vor Glück, dass wir bereits einen Privatsender und die Kinoproduzenten vertraglich verpflichten konnten, im Erfolgsfall Folgevergütungen an Kolleginnen und Kollegen zu zahlen. Erinnert Euch, noch vor der Gründung des BFFS, vor nicht einmal 8 Jahren, klang das alles nach Science-Fiction.

Mit Eurer Hilfe werden wir weiter an unserer Zukunft basteln.

Über Heinrich Schafmeister

Heinrich Schafmeister wurde 1957 im Ruhrgebiet geboren, wuchs dort auf und erhielt dort seine wesentliche Prägung. Der Beruf seines Vaters – hoher Richter der Sozialgerichtsbarkeit – wirkte auf den jungen Heinrich eher abschreckend und er nahm sich fest vor, später einmal etwas ganz, ganz anderes zu werden. Die Beatles weckten in ihm die Liebe zur Musik. Er lernte Klavier, Gitarre und gründete seine erste Band. Nach dem er sein Abitur mit mathematisch-naturwissen­schaft­lichem Schwerpunkt bestanden und seinen Zivildienst als Krankenpfleger geleistet hatte, konnte er sich endlich ganz seiner musikalischen Leidenschaft widmen. Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler ist er Schatzmeister des Bundesverband Schauspiel.

Siehe auch

001 – Schauspiel-Helden – Die Pensionskasse Rundfunk

001: Herzlich Willkommen in der 2. Ausgabe unseres Podcasts der Schauspiel-Helden. In dieser Ausgabe widmen …

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