12 Stunden reichen doch, sonst drehen wir durch!

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Heute Morgen haben sich in München die Verhandlungsdelegation der Produzentenallianz und unsere (mit Vertretern von ver.di, BFFS, Bundesvereinigung „Die Filmschaffenden“) getroffen, um über den Manteltarifvertrag zu verhandeln. Dieser regelt allgemeine Arbeitsbedingungen für alle Filmschaffenden wie z. B. die unter bestimmten Bedingungen erlaubte maximale Tageshöchstarbeitszeit.

Unsere gemeinsame zentrale Forderung: Die tariflich maximal erlaubte Tageshöchstarbeitszeit von 13 auf 12 Stunden zu senken.

Das ist eine harte Nuss. Die Produzenten klagen, die Sender ließen ihnen keinen finanziellen Spielraum. Und da ist ja auch was dran. Nicht nur wir Schauspieler, wir Teamleute leiden unter der Sendersparpolitik – auch unsere Produzenten.

Das Problem: Wenn an viel zu wenig Drehtagen ein Mörderdrehpensum in 13 (und manchmal auch mehr) Stunden „runtergerockt“ werden muss – von einem übermüdeten Team hinter der Kamera und mit abgekämpften Gesichtern vor der Kamera – dann wird auch das Niveau unserer Filme, Reihen und Serien „runtergerockt“. Das Publikum wird abgeschreckt! Das will keiner – wir nicht und unsere Produzenten auch nicht!

Aktion 12 statt 13

Wir finden: „12 STUNDEN REICHEN DOCH, SONST DREHEN WIR DURCH!“

Darum haben ver.di FilmUnion, die Bundesvereinigung „Die Filmschaffenden“ und wir vom BFFS kurzfristig die Münchener Kolleginnen und Kollegen aufgerufen, die Bedeutung der Verhandlungen durch eine gemeinsame charmante Aktion zu unterstreichen.

Unsere Charmeoffensive im Detail:

9:00 Uhr in der Früh – trotz frostiger Kälte sind über 50 Teamleute und Schauspieler dem Aufruf gefolgt.

Angesichts der schwierigen Situation auch für unsere Produzenten waren wir aber nicht auf Krawall gebürstet, sondern haben unter dem Motto „WIR WÜNSCHEN GUTES GELINGEN“ jeden einzelnen Verhandlungsteilnehmer herzlich mit Applaus begrüßt – sowohl die Produzenten als auch unsere Vertreter.

Dr. Palmer, Geschäftsführer der Produzentenallianz, wechselte mit uns einige freundliche Worte, zeigte Verständnis für unsere Sorgen und erläuterte die Haltung der Produzentenseite.

10:30 Uhr war unsere Aktion beendet und die Verhandlungen haben in guter Atmosphäre begonnen.

Nun hoffen wir, dass unsere Botschaft verstanden wurde und beide Seiten eine verantwortungsvolle tarifliche Lösung finden. Vielleicht hilft ein bisschen Charme, auch die härtesten Nüsse zu knacken.

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Über Heinrich Schafmeister

Heinrich Schafmeister wurde 1957 im Ruhrgebiet geboren, wuchs dort auf und erhielt dort seine wesentliche Prägung. Der Beruf seines Vaters – hoher Richter der Sozialgerichtsbarkeit – wirkte auf den jungen Heinrich eher abschreckend und er nahm sich fest vor, später einmal etwas ganz, ganz anderes zu werden. Die Beatles weckten in ihm die Liebe zur Musik. Er lernte Klavier, Gitarre und gründete seine erste Band. Nach dem er sein Abitur mit mathematisch-naturwissen­schaft­lichem Schwerpunkt bestanden und seinen Zivildienst als Krankenpfleger geleistet hatte, konnte er sich endlich ganz seiner musikalischen Leidenschaft widmen. Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler ist er Schatzmeister des Bundesverband Schauspiel.

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