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Schluss mit den Sondergagen!

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Der Tag, an dem diese Überschrift als Erfolgsmeldung verkündet werden könnte, wäre wert, zu einem offiziellen BFFS-Feiertag gemacht zu werden. So weit ist es leider noch nicht. Aber immerhin hat der Verband der Agenturen (VdA) dankenswerterweise gestern, am 5.5. eine Initiative zur Begrenzung dieser „Sondergagen“ gestartet, die in der Realität mittlerweile eher als „Regelgagen“ bezeichnet werden müssen.

Wir unterstützen diese Initiative selbstverständlich und danken dem VdA dafür. Laut der Pressemitteilung des VdA werden die im Verband organisierten Agenturen ab sofort keine Sondergagen von unter 1.000€ pro Tag mehr akzeptieren. Das ist die sinnvolle Ergänzung zu der in unserem Tarifvertrag festgelegten Gagenuntergrenze bei der Einstiegsgage für Berufseinsteiger und befindet sich im Einklang mit dem Geist der Präambel des von uns verhandelten Schauspieltarifvertrages . Wir hoffen und ermutigen die in anderen Verbänden oder nicht organisierten Agenturen, sich dieser Initiative anzuschließen. Denn die Rechnung ist so einfach wie altbekannt: Wenn niemand mehr für diese inzwischen die Grenzen des Erträglichen weit unterschreitenden Sondergagen spielt, muss endlich ein Umdenken stattfinden.

Zur Erinnerung: Als die von weiten Teilen der Medien zunächst als Revolution gefeierte, geplante Senkung der Rundfunkgebühren von 73 Cents im Monat im Raum stand und diese auf 48 Cents korrigiert wurde, wodurch deutlich mehr Geld für die öffentlich-rechtlichen Sender übrig blieb als von diesen befürchtet, war dieses auf Druck der Produzentenallianz, der Fernsehakademie und des BFFS geschehen. Ein Dankeschön der Sender oder gar die Einlösung der damit verknüpften Forderung, dieses Geld für die Anpassung der Fiktionsbudgets an die tatsächlichen Gegebenheiten anzupassen, steht bis heute aus.

Stattdessen geht das inzwischen sattsam bekannte Spiel weiter:

beim ZDF, „Sondergagen“, die nicht verhandelbar sind, Friss oder stirb und das alte Lied: „Es ist nun mal kein Geld da, entweder Ihr produziert für dasselbe Budget, für das seit Jahren produziert wird, obwohl die Kosten inzwischen gestiegen sind, oder – noch lieber – für ein geringeres, oder eben gar nicht. Und auch dieser fiktionale Sendeplatz weicht dann dem billig produzierten Reality-Format oder dem teuer eingekauften Sport-Event.

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Diesem Wahnsinn kann nur mit gemeinsamen Abwehrmaßnahmen wie jener begegnet werden, die der VdA nun verkündet hat.

Vielen Dank, liebe Kollegen vom VdA

Über Hans-Werner Meyer

Hans-Werner Meyer wuchs in Norderstedt auf, einer großen Kleinstadt vor den Toren Hamburg. Und wenn es stimmt, dass jeder Künstlerexistenz ein Trauma zugrundeliegt, dann ist es hier zu suchen. Der Sohn eines Landschaftsarchitekten und einer Fremdsprachenkorrespondentin sah überall Grenzen: Jägerzäune um Grundstücke und in Köpfen und wählte zunächst den naheliegensten Weg, dagegen zu rebellieren, indem er sich mit den Halbstarken der Gegend herumtrieb.

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