Fordern! Verhandeln! Einigen!

Am Freitag, 27. November begann eine neue Verhandlungsrunde zum Mantel- und zum Gagentarifvertrag für auf Produktionsdauer beschäftigte Film- und Fernsehschaffende.

20151130_TarifforderungenDie zur Diskussion stehenden Gagen betreffen zwar nicht die Schauspielleute, sondern die der Teamleute, aber alles hängt mit allem zusammen. Und so haben wir die Einladung unseres Tarifpartners ver.di zu den Verhandlungen gerne angenommen, um auch die Gagentarifforderungen der Teamleute an die Produzentenallianz tatkräftig zu unterstützen, die stichpunktartig wie folgt lauten:

  • Gagenerhöhung um einen Sockel-/Festbetrag von 50 €.
  • Einbeziehung der Beleuchtung/Kamerabühne in die Gagentabelle mit 1600/1550 € pro Woche, weitere Berufe im Gewerk dementsprechend.

Der ebenfalls zu verhandelnde Manteltarifvertrag allerdings regelt die grundsätzlichen Arbeitsbedingungen aller Filmschaffenden – auch die für Schauspielerinnen und Schauspieler. So sind für uns gerade folgende Gewerkschaftsforderung von Bedeutung:

  • Die Arbeitszeiten sollen möglichst ohne Ausnahmen auf maximal 12 Stunden begrenzt werden.
  • Shuttle-Zeiten müssen als Arbeitszeiten anerkannt werden.
  • Die Einhaltung des Tarifvertrags soll kontrolliert, die Tarifbindung erweitert und eine Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrags erneut geprüft werden. Letzteres würde bedeuten, dass der Tarifvertrag auch für nicht tarifgebundene Produzenten und Filmschaffende gelten würde.

Wie nicht anders zu erwarten, stoßen manche unserer Forderungen, besonders die zur Arbeitszeit, bei der Produzentenallianz auf Ablehnung. Darum wurden zwei weitere Verhandlungstermine – am 21. Januar in München und 1. März in Berlin – angesetzt. Aber bereits die erste Verhandlungsrunde zeigt die Bereitschaft beider Seiten, sich gegenseitig zuzuhören und sachlich zu argumentieren.

Denn aufgrund der wirtschaftlich angespannten Situation unserer Film- und Fernsehbranche stehen nicht nur Produzenten, sondern gerade wir Filmschaffende oft mit dem Rücken an der Wand. Da hilft letztlich nur gegenseitiges Verständnis und der gemeinsame Wille zur Einigung.

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