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NDR will Inhalt umsonst haben

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Gerade erreicht uns dieser offene Brief des Schauspieler- und Kabarettistenpaares Jennifer und Michael Ehnert.

Link zum offenen Brief

Die Ausstrahlung und Verwertung künstlerischer Inhalte durch einen öffentlich-rechtlichen Sender ohne für die Inhalte zu zahlen, ist skandalös und inakzeptabel.

Die öffentlich-rechtlichen Sender sind ein hohes Gut. Ihre finanzielle Unabhängigkeit, der Kulturauftrag und das Bemühen um qualitativ hochwertige und unabhängige Berichterstattung ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Demokratie. Diese Position vertreten wir und verteidigen sie immer wieder, auch und gerade gegen diejenigen, die in kurzsichtiger Weise die zur Finanzierung notwendigen Gebühren als „Zwangsabgabe“ geißeln und deren Abschaffung oder Reduzierung verlangen.

Diesen Kritikern aber, die sich gegen die Gebührenabgabe positionieren, weil sie deren Verwendung für intransparent und fehlgeleitet halten, spielt der NDR nun mit einem solch skandalös unmoralischen Angebot in die Hände. Die werden jetzt sagen: Wofür werden meine Gebühren ausgegeben? Offenbar nicht für das Programm, denn das will der NDR ja anscheinend umsonst haben. Wofür also dann?

Man könnte darüber Glossen schreiben, Witze reißen und sich aufregen über die Dreistigkeit, das, was mal respektvoll als Teilhabe an Kultur bezeichnet, inzwischen aber als „content“ auch verbal entwertet wurde, geschenkt bekommen zu wollen. Man könnte darüber lamentieren, dass die Umsonst-Mentalität im Internet nun offenbar auch die Führungsetage des öffentlich-rechtlichen Rundfunks erreicht hat, dem wir, die Filmkreativen, immer noch die Stange halten.

Tatsache ist aber schlicht und ergreifend, dass hier der gesetzlich verbriefte Vergütungsanspruch nach den geltenden Regelungen des Urheberrechts verletzt wird, wonach für die Einräumung von Nutzungsrechten durch die Werknutzer eine angemessene Vergütung zu zahlen ist.

Das als kurze Info für alle Kollegen, die ein ähnlich unmoralisches Angebot bekommen. Solange dieser Missstand nicht beseitigt ist, fordern wir diese auf, es nicht anzunehmen.

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