Interviewreihe mit den Vorstandsmitgliedern des BFFS

Meine Damen und Herren,

im Rahmen dieser Reihe möchte der Vorstand Ihnen gerne unsere Vorstandsmitglieder vorstellen, ihre Arbeit für den BFFS und ihre Ziele für die kommenden Monate. Er möchte Sie, die Mitglieder, durch eine solche Transparenz einbinden, komplexe Sachverhalte verständlich machen und vermitteln, worin die alltäglichen Herausforderungen bestehen. Die Organisation des Vorstandes gliedert sich in verschiedenen Ressorts, welche sich jeweils mit verschiedenen Themen befassen. Jedes Vorstandsmitglied betreut federführend mindestens ein Ressort. Die Interviews mit den Vorstandsmitgliedern, in denen sie sich und ihr jeweiliges Ressort vorstellen, führt Anna Rathey.  Der Vorstand erhofft sich von dieser Reihe ein besseres Verständnis für seine Arbeit und die Themen, die bearbeitet werden, wofür Ihre tatkräftige Unterstützung benötigt wird.

Hans-Werner Meyer – Ein Interview

von Anna Rathey

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© Hans-Werner Meyer

Beginnen möchten wir die Reihe mit dem Ressort „Kommunikation“ und Hans-Werner Meyer. Hans-Werner Meyer ist 51, kommt ursprünglich aus Hamburg und lebt seit mehreren Jahren in der Hauptstadt Berlin. Seit 1989 arbeitet er als Schauspieler und erinnert sich noch gut an seine erste Rolle, einen russischen Schüler in einem Theaterstück. Da wurde er ein bisschen ins kalte Wasser geworfen.

Als der BFFS 2006, also vor nun 10 Jahren, ins Leben gerufen wurde, wurde auch Hans von einer „höheren Macht“ berufen und irgendwie ins kalte Wasser geworden. Er wolle doch schon länger seinen Teil dazu beizutragen, einen Verband von Schauspielern für Schauspieler zu gründen. Berufen von wem? Berufen vom heutigen Vorstandsvorsitzenden Michael Brandner. Für eben diesen stand die Idee auch schon länger im Raum und musste nur noch konkretisiert und umgesetzt werden. Gesagt. Getan. Ganz so wie Meyer das mag. „Das machen wir jetzt einfach! Und du Hans, du machst das jetzt auch einfach.“ Am nächsten Morgen wurde der BFFS in Berlin mit sieben Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen – darunter auch Michael Brandner und eben Hans-Werner Meyer.

„Wie das am Anfang ja nun mal so ist, tut jeder das, was er am besten kann und am liebsten mag“, so Meyer. Und wenn Hans etwas kann, dann etwas auf den Punkt bringen. Das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden. Kurz und knapp. Auf das Wesentliche reduzieren und des Pudels Kern zum Vorschein bringen. Woher das kommt? Vielleicht, weil Hans nicht gerne kommuniziert. Zumindest nicht, wenn ein Gespräch ausufert, unsachlich wird. Und was liegt da näher als ihm die Fäden rund um das Thema „Kommunikation“ in die Hände zu legen? Absurd, denken Sie? Keineswegs. Wie das funktioniert? Wahnsinnig gut.

„Weil ich ein Freund von klarer, kurzer und ehrlicher Kommunikation bin und es nicht mag, wenn Gespräche vom Wesentlichen abdriften, deshalb ist das genau mein Ressort. Wenn wir etwas erreichen wollen, ist es bei der Menge und Größe unserer Themen wichtig, möglichst beim Wesentlichen zu bleiben und Umwege zu vermeiden. So unvermeidlich die manchmal sind“, erzählt er.

Vergleicht man den BFFS mit einem Zirkus, voll mit bunten Charakteren, darstellenden Künstlern, reisenden Schaustellern, die alle stolz sind und begeistert von „ihrer“ Kunst und auch die Talente ihrer Kollegen wertschätzen, ein Publikum aller Altersklassen begeistern und in ihren Bann ziehen, alle unter einem Zelt vereint, so ist Hans-Werner Meyer wahrscheinlich der Dompteur, welcher die wilde Kommunikationsmeute intern in Reih und Glied hält. Der, der den Roten Faden im Auge behält.

Zwar werden im BFFS möglichst alle Entscheidungen des Vorstandes im Konsens getroffen, aber dafür müssen immer wieder Prioritäten gesetzt, Informationen ausgetauscht und Meinungen entwickelt werden. Und es muss einen geben, der so viele Stimmen vereint und Ordnung in das Stimmenwirrwarr bringt. „Grade in den wöchentlich stattfindenden telefonischen Vorstandssitzungen geht es immer hoch her, das ist ja ganz klar. Jeder hat seine Themen, seine Projekte und die damit verbundenen Probleme, die gelöst, Fragen die beantwortet und Beschlüsse, die gefasst werden müssen. Meine Aufgabe besteht in dieser Konstellation oft darin, zusammenzufassen, das Wichtige vom weniger Wichtigen zu trennen und zu vermitteln.“

Zudem öffnet er Türen. „In der Politik ist es für die Durchsetzung der eigenen Ziele entscheidend, wer mit wem spricht“, sagt er. „Durch meine jahrelange Tätigkeit im Verband und durch meine noch längere Tätigkeit als Schauspieler kenne ich inzwischen viele Entscheidungsträger, die als Ansprechpartner für uns wichtig sind und kann den Kontakt herstellen.“

Beispielsweise bringt er seine Vorstandskollegen mit für die Gewerkschaft wichtigen Politikern zusammen, führt hier Gespräche und unterstützt die anderen Ressorts bei der Durchsetzung ihrer Ziele. Außerdem organisiert Hans die wichtigen Veranstaltungen beispielsweise während der Berlinale oder den Deutschen Schauspielerpreis mit. Als Besucher, Gastredner oder Unterstützer in dem Schauspielerzirkus lädt er da gerne alles, was Rang und Namen hat ein und das Adressbuch in seinem Handy hergibt, pflegt Kontakte, vereint Stimmen aus unterschiedlichen Richtungen. „Aufmerksamkeit ist unsere stärkste Währung und durch unseren Beruf haben wir diese mediale Aufmerksamkeit. Ich bin oft die Kontaktperson zu denen, die diese Aufmerksamkeit generieren können.“

Zum Ressort „Kommunikation“ gehört neben der internen Kommunikation mit den Mitgliedern aber auch die externe mit der Öffentlichkeit. Neben dem Vorstandsblog, ist er auch für die Pressemitteilungen zuständig und steht als Ansprechpartner für die Presse zur Verfügung. „Man kann das Ressort ‚Kommunikation‘ und meine Funktion als ‚Sprecher‘ des Verbandes vielleicht so zusammenfassen: Ich bin der Ansprechpartner für alle übergreifenden Fragen und wenn es darum geht, die Richtung zu bestimmen, in die die Fahrt gehen soll.“

Und wohin geht die Fahrt? „Zunächst steht die Podiumsdiskussion mit unserem Justizminister Heiko Maas über seinen Referentenentwurf für das neue Urhebervertragsrecht an. Die organisiert der Ressortleiter des Urheber-Ressorts, Thomas Schmuckert. Weil dieser extrem urheberfreundliche Gesetzesentwurf gerade von Verwerterseite massiv unter Beschuss steht, braucht Heiko Maas unsere Unterstützung. Und dafür müssen wir viel von unserem Kapital einsetzen, also den Kolleginnen und Kollegen, die große Aufmerksamkeit generieren. Am 20. Mai dann wird zum fünften Mal der Schauspielerpreis verliehen. Auch dafür muss die Unterstützung unserer Schauspielerprominenz organisiert werden. Auf mich kommen also viele Telefonate zu.“

Ganz besonders liegt Meyer dieses letztere Ereignis am Herzen. „Der Deutsche Schauspielerpreis ist der sichtbare Ausdruck unseres neuen Selbstverständnisses“, sagt er. Als er vor 10 Jahren der „Berufung“ seines Kollegen Michael Brandner folgte, „am Anfang durchaus zögerlich“, wie er gesteht, weil er ahnte, was damit auf ihn zukommen würde, da war ein solcher Preis von Schauspielern für Schauspieler seine Vision für die ferne Zukunft, ein Preis nach dem Vorbild der SAG-Awards, ein Ausdruck für den Stolz der Schauspieler auf ihre Kunst.

„Aber nie hätte ich für möglich gehalten, dass diese Vision schon nach 5 Jahren Wirklichkeit werden würde.“

Wir freuen uns auf ein erfolgreiches Jahr, interessante Kommunikationspartner und die Erreichung unserer Ziele. Danke Hans für deine Unterstützung!

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