Wir müssen Frauen als gleichberechtigt an- und fernsehen!

Der Deutsche Kulturrat äußert sich zur Geschlechtergerechtigkeit

Als Mitglieder der Sektion Film, Rundfunk und Audiovisuelle Medien, engagiert sich der Bundesverband Schauspiel im Deutschen Kulturrat und hat auch Vertreter in seinen beratenden Fachausschüssen.

Anlässlich der beeindruckenden Studie des Deutschen Kulturrats „Frauen in Kultur und Medien“ und der vom Bundesverband Schauspiel immer wieder bemängelten Benachteiligung von Schauspielerinnen bei Besetzungschancen und Vergütungen gab der Bundesverband Schauspiel mit anderen Mitgliedern des Fachausschusses „Arbeit und Soziales“ den Anstoß, die Frage der Geschlechtergerechtigkeit im Deutschen Kulturrat stärker in den Fokus zu nehmen.

Daraufhin erarbeitete der Fachausschuss eine Stellungnahme „Für Geschlechtergerechtigkeit im Kultur- und Medienbereich“, die nun vom Sprecherrat des Deutschen Kulturrats zum größten Teil beschlossen wurde.

Der Bundesverband Schauspiel freut sich, dass der Deutsche Kulturrat nun zu diesem wichtigen Thema ausführlich und ehrlich Stellung bezieht. Denn die darin enthaltenden Forderungen richten sich nicht nur an andere Kultureinrichtungen. Der Deutsche Kulturrat sowie die bei ihm organisierten Verbände und Institutionen sehen durchaus einen gehörigen Nachholbedarf, in ihren eigenen Reihen für Geschlechtergerechtigkeit zu sorgen.

Leider hat der verantwortliche Sprecherrat des Deutschen Kulturrats eine vom Bundesverband Schauspiel eingebrachte Forderung wieder herausgenommen.

Gerade in Richtung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten hält der Bundesverband Schauspiel ein Monitoring, das sich mit der Geschlechtergerechtigkeit vor der Kamera befasst, für dringend geboten.

Ob auf den Fernsehbildschirmen Frauenrollen genauso stark präsent sind wie Männerrollen, wiegt doppelt schwer. Dies betrifft nicht nur die Beschäftigungssituation von Schauspielerinnen – die genauso wie für viele hinter der Kamera mitwirkende Frauen, etwa bei Regisseurinnen, nicht ausgewogen ist. Hier stellt sich vielmehr die entscheidende Frage, welches Geschlechterbild mit der enormen Strahlkraft des Fernsehens in die Gesellschaft zurückgespiegelt wird.

Angesichts des ausgewogenen Zahlenverhältnisses zwischen Frauen und Männern müssen insbesondere gebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten prüfen, inwieweit sie immer noch ein fiktionales Bild verbreiten, in dem Männer viel mehr eine „Rolle spielen“ als Frauen. Darum bleibt der Bundesverband Schauspiel bei seiner Forderung:

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Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten sollten in ihren Jahresberichten bei fiktionalen Film- und Hörfunkwerken über die Gesamtpräsenz der Frauen- und Männerrollen Auskunft geben.

Dies wäre kein Eingriff in die Kunstfreiheit, dies wäre eine längst überfällige Selbstvergewisserung einer Selbstverständlichkeit: Wir müssen Frauen als gleichberechtigt an- und fernsehen!

Über Heinrich Schafmeister

Heinrich Schafmeister wurde 1957 im Ruhrgebiet geboren, wuchs dort auf und erhielt dort seine wesentliche Prägung. Der Beruf seines Vaters – hoher Richter der Sozialgerichtsbarkeit – wirkte auf den jungen Heinrich eher abschreckend und er nahm sich fest vor, später einmal etwas ganz, ganz anderes zu werden. Die Beatles weckten in ihm die Liebe zur Musik. Er lernte Klavier, Gitarre und gründete seine erste Band. Nach dem er sein Abitur mit mathematisch-naturwissen­schaft­lichem Schwerpunkt bestanden und seinen Zivildienst als Krankenpfleger geleistet hatte, konnte er sich endlich ganz seiner musikalischen Leidenschaft widmen. Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler ist er Schatzmeister des Bundesverband Schauspiel.

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