Setbesuch bei „Berlin ungeschminkt“ und ein paar Gedanken über die Arbeit im Team

© Team "Berlin ungeschminkt"
© Team „Berlin ungeschminkt“

Seit dem 1. November sind wir mit „Berlin ungeschminkt“ in der heißen Phase: den Dreharbeiten. Wer Informationen dazu möchte, findet sie auf unserer eigens dafür eingerichteten Webseite.

Ich verantworte das Projekt von Anfang an und habe mir daher auch die Dreharbeiten vor Ort angeschaut. Ich wusste zwar, dass das „Berliner Ungeschminkt“-Team in den Monaten zuvor Tag und Nacht geackert hat, um die aufwändige Organisation zu stemmen, aber ich war trotzdem von den Socken, wie umsichtig und professionell hier gearbeitet wurde. Vielen, vielen Dank, von ganzem Herzen, an unsere Mitglieder Ulrike Lodwig, Michael S. Ruscheinsky, Simona Theoharova, Uta Janietz und Johanna Debes!

Ihr habt die Dreharbeiten exzellent und akribisch vorbereitet und ihr führt alles mit einem so großen persönlichem Einsatz und Engagement durch, dass mir die Worte fehlen.

Es ist von außen vielleicht schwer nachzuvollziehen, wie viel Zeit so ein Projekt in Anspruch nimmt. Die Logistik, die Organisation, das An- und vor allem Abmeldeprozedere erfordern eine konstante Betreuung. Die Konzeption und Gestaltung der Webseite, die Beantwortung unzähliger E-Mails, die Korrespondenz mit den Casterinnen und Castern, überhaupt die Tatsache, dass ihr so viele namhafte Casterinnen und Caster gewinnen konntet, all das und noch viel mehr habt ihr mit Herzblut erledigt.

Vor Ort seid ihr da, unterstützt von weiteren Helferinnen und Helfern aus unserem Verband – auch an euch ein großes Dankeschön! – und schafft eine warmherzige, kreative Atmosphäre, damit alle ihr Bestes geben können, um gesehen und besetzt zu werden. Danke. Ihr seid großartig!

Und ich möchte mich auch noch mal bei Sonja Sommer und der ZAV Berlin bedanken, die uns die Räume zur Verfügung stellt. Ohne diese Unterstützung wäre es nicht möglich, das Projekt ohne Unkostenbeitrag seitens der Teilnehmenden durchzuführen. Und das war und ist mir immer sehr wichtig gewesen! Ich möchte nicht, dass irgendjemand von uns Geld bezahlen muss, um „gesehen“ zu werden. Aber Räume kosten Geld, Kameras und Licht sind nicht gratis zu bekommen, die Postproduktion kostet, man braucht Speicherplatten, und und und. Dafür wollen wir keine Mitgliedsbeiträge aufwenden, weil  die „Ungeschminkt-Reihe“ ja immer regional durchgeführt wird (sonst würde es einfach unsere Kapazitäten sprengen und außerdem wollen wir von unseren Erfahrungen lernen, um es in der nächsten Stadt dann noch besser zu machen). Auch das ist Teil des Kampfes der Regionalteams: Zu schauen, wie wir mit geringsten finanziellen Mitteln ein solches Projekt überhaupt gestemmt bekommen.

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Und ich möchte mich natürlich bei unseren Mitgliedern bedanken, die teilgenommen und uns so viel positives und konstruktives Feedback gegeben haben! Das hilft uns, für neue und andere Projekte, die kommen werden, zu lernen. Und es tröstet uns über die (wenigen) Leute hinweg, die es natürlich auch in unseren Reihen immer wieder gibt: Statt sich zu freuen, dass ihre Kolleginnen und Kollegen sich in ihrer Freizeit unentgeltlich darum kümmern, dass dieses Projekt entsteht und dadurch so viele Berliner BFFS-Mitglieder wie möglich an dieser Art der intensiven Zusammenarbeit mit Besetzungsverantwortlichen teilnehmen können, beschimpfen, bedrohen und beleidigen sie das Team, wenn etwas nicht so funktioniert, wie sie sich das vorstellen. Manchmal bin ich wirklich frustriert über diesen Mangel an Empathie in unseren eigenen Reihen. Seufz. Dann versuche ich, ganz bewusst auf die Menge (und Mehrzahl!) unserer Mitglieder zu schauen, die sich so für uns alle einsetzen. Die es schaffen, sich immer wieder zu motivieren, auch wenn man sich in jedem Team – auch das gehört zu so einem Projekt und ist einfach normal in der Zusammenarbeit in einer Gruppe – mal in die Haare kriegt oder auf die Nerven geht.

Alle, die sich schon mal über einen längeren Zeitraum gemeinsam mit anderen für etwas eingesetzt haben, was ihnen am Herzen liegt, wissen bestimmt, wovon ich spreche. Die Schwierigkeiten liegen meistens nicht auf der Sachebene, sondern basieren eigentlich immer darauf, wie unterschiedlich Menschen nun mal ticken. Und genau das zeigt die „Ungeschminkt“-Reihe ganz deutlich: Wie unterschiedlich auch wir Schauspielerinnen und Schauspieler sind. Am gleichen Set, mit dem gleichen Licht, der gleichen Aufgabenstellung – sich selber zu zeigen, ohne „Rolle“ – kommt es nicht ein Mal zu einer Dopplung oder Wiederholung. Wir alle sind so dermaßen unterschiedlich, wir haben eine so andere Energie, Aura und Ausstrahlung, dass wir einfach nicht austauschbar sind. Und damit auch keine Konkurrenz für einander.

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Mein Tag am Set war für mich jedenfalls beflügelnd. Stephanie Maile, die Casterin, die an diesem Tag vor Ort war, arbeitete mit Hingabe und Genauigkeit mit den Teilnehmenden und bot sich sogar an, einen weiteren Tag zu übernehmen, weil es ihr solchen Spaß gemacht hat. Alle Casterinnen und die beiden teilnehmenden Regisseurinnen von Pro Quote Regie, Tatjana Turanskyj und Barbara Teufel,  – danke für euren spontanen Einsatz! – sind begeistert und gut gelaunt vom Set gegangen und haben die tolle Atmosphäre gelobt. Hier ist uns eine Zusammenarbeit gelungen, wie wir sie uns an jedem Set wünschen.

Ich freue mich auf die Ergebnisse und hoffe, dass es genauso wie zuvor in Nordrhein-Westfalen und Bayern zu vielen kreativen, unorthodoxen und spannenden Besetzungen kommt!

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