Wir sind mehr

Unser BFFS hat die 3.000 erreicht

Weniger Engagements, sinkende Gagen, am Theater, beim Drehen. Und trotzdem – oder gerade deswegen: Wir sind mehr geworden. Unser Bundesverband Schauspiel zieht immer neue Mitglieder an. Er ist in seiner zwölfjährigen Geschichte stetig gewachsen und schon längst die größte Berufsvertretung in der deutschen Theater- und Filmlandschaft. Und nun, Ende August, hat unser BFFS sogar die 3.000-Marke geknackt. Das ist ein hoffnungsfrohes Zeichen. Denn offenbar trotzen hierzulande die Schauspielerinnen und Schauspieler dem allgemeinen traurigen Trend der deutschen und sogar europäischen Arbeitnehmerschaft, ihren Gewerkschaften den Rücken zu kehren.

Genau genommen hat der BFFS 3002 Mitglieder (Stand: 31.08.2017), davon 1.517 Schauspielerinnen und 1.485 Schauspieler, also 32 Frauen mehr als Männer. Das motiviert uns zusätzlich, bei unseren Anstrengungen für ebenbürtige Besetzungen und gleichwertige Bezahlungen von Schauspielerinnen, nicht nachzulassen.

Zwar ist zurzeit noch nicht von allen BFFS-Mitgliedern der Schwerpunkt des schauspielerischen Erwerbslebens erfasst. Aber die letzte Umfrage im Frühjahr 2017 zugrunde legend haben von uns wohl 40% also ca. 1.200 ihr Standbein am Theater, 50% also ca. 1.475 beim Drehen und 7% also ca. 225 im Synchronstudio. Schauspielerisch gesehen stehen wir natürlich nicht nur auf einem Bein. Das heißt: Am Theater, beim Drehen und im Synchronstudio arbeiten jeweils deutlich mehr BFFSler als die Zahlen oben verraten. 102 von uns – das sind 3% – stecken in der Schauspielausbildung und sind noch keinem der Branchen zuzuordnen.

Wenn nun bald, wie das die beiden Schauspielverbände anstreben, das Kunststück gelingt und die über 300 Mitglieder des InteressenVerband Synchronschauspieler (IVS) und unser BFFSler sich vereinigen, hätten wir gemeinsam nicht nur eine höhere Synchronkompetenz, sondern insgesamt mit über 3.300 Schauspielerinnen und Schauspielern auch eine deutlich höhere Schlagkraft in allen Bereichen.

Laut der Messungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kann von 15.000 deutschen schauspielernden Kolleginnen und Kollegen ausgegangen werden. (Das ist übrigens eine Zahl, die sich seit vielen Jahren kaum geändert hat. Die Mär, es gäbe auf dem Markt immer mehr Schauspielleute und darum weniger Engagements und sinkende Gagen, stimmt also nicht. Nicht Schauspielleute werden mehr, sondern Film, Theater und die Gelder dafür werden weniger.)

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Wie auch immer, Fakt ist: In unserem Beruf gibt es nicht so viele wie in anderen Berufen. Und 15.000 ist im politischen Gewerbe keine beeindruckende Größe. Aber wir sind mehr als eine Zahl, wir haben trotz vieler wirtschaftlicher und sozialer Probleme einen traumhaften Beruf mit Phantasie und Ausstrahlung, der Menschen bewegen kann.

Und wir sind mehr, wenn wir uns noch mehr zusammentun.

Über heinrich.schafmeister

Heinrich Schafmeister wurde 1957 im Ruhrgebiet geboren, wuchs dort auf und erhielt dort seine wesentliche Prägung. Der Beruf seines Vaters – hoher Richter der Sozialgerichtsbarkeit – wirkte auf den jungen Heinrich eher abschreckend und er nahm sich fest vor, später einmal etwas ganz, ganz anderes zu werden. Die Beatles weckten in ihm die Liebe zur Musik. Er lernte Klavier, Gitarre und gründete seine erste Band. Nach dem er sein Abitur mit mathematisch-naturwissen­schaft­lichem Schwerpunkt bestanden und seinen Zivildienst als Krankenpfleger geleistet hatte, konnte er sich endlich ganz seiner musikalischen Leidenschaft widmen. Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler ist er Schatzmeister des Bundesverband Schauspiel.

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