© Juliane Fiedler

Wann kommt das Geld von der GVL?

Am 26. Januar 2018 teilte die GVL auf ihrer Homepage mit, dass sie nun mit den Auszahlungen beginnt. Das hat eine Vielzahl von Kolleginnen und Kollegen in die Erwartungshaltung versetzt, sie könnten nun in den darauffolgenden Tagen mit einer Auszahlung rechnen. An dieser Stelle kann die Verlautbarung vom 26. Januar 2018 allerdings zu Missverständnissen führen: das Zeitfenster, das bereits am 12. Dezember 2017 kommuniziert wurde, bleibt nach wie vor bestehen! Schließlich wird in der Meldung vom 26. Januar auch darauf verwiesen, dass die Berechtigten „in den kommenden Wochen ihre Abrechnungen und Auszahlungen für die einzelnen Jahre [erhalten]“ Es kann also durchaus sein, dass sich die Schlussverteilung für die Jahre 2010 bis 2012 noch maximal bis ins 2. Quartal 2018 zieht.

Wie uns die GVL versichert hat, wird dieser zeitliche Rahmen auch keinesfalls über-schritten. Dennoch ist natürlich auch klar, dass sich über die vergangenen Wochen und Monate eine berechtigte Verärgerung bei der Mehrzahl der Kolleginnen und Kollegen niedergeschlagen hat, da die Auszahlungen nun so lange auf sich warten lassen. Für viele Kolleginnen und Kollegen war die GVL über viele Jahre hinweg ein Heilsbringer kurz vor Weihnachten, mit dessen Hilfe mitunter nicht nur das ein oder andere Weihnachtsgeschenk finanziert werden konnte. Dass das Jahr 2010 in dieser lieb gewonnenen Tradition eine deutliche Zäsur darstellt, haben wir alle (mitunter leidvoll) erfahren müssen. Dass diese Umstellung auf ein nutzungsbasiertes System zu weitaus mehr Gerechtigkeit führt und vor dem Hintergrund der Rechtslage auch zwingend geboten war, sorgt allerdings bei vielen eher weniger für Verständnis. Grund dafür sind insbesondere die vielen „Kinderkrankheiten“, die im Laufe der letzten Jahre während des Umstellungsprozesses aufgetreten sind und die teilweise sehr aufwendig auskuriert werden mussten. Dabei liegen die Ursachen in vielen verschiedenen technischen Problemen, die auch alle nacheinander auftraten und deren Behebung die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GVL auch an den Wochenenden sehr in Anspruch nahm und nimmt. Ein Einsatz, für den ich unabhängig von der Gesamtlage hiermit meinen Dank aussprechen will.

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Die einzelnen im Zusammenhang mit der Schlussverteilung stehenden Probleme beschäftigten und beschäftigen vor allem auch die Beiräte bzw. Delegierten, die von den Inhabern der Rechte (bspw. Schauspielerinnen, Musiker, Sängerinnen, Regisseure oder Dirigentinnen) in die GVL entsendet wurden. Um eine klare Kommunikation zu den einzelnen Berechtigten zu gewährleisten, hat sich aus diesem Kreise der Delegierten eine Arbeitsgruppe gebildet, die in einem steten Austausch mit der Geschäftsführung der GVL steht.

Ein erstes Ergebnis dieser Gruppe war das am 12. Dezember 2017 von der GVL per E-Mail verschickte Kommuniqué, das einen großzügig bemessenen Zeitplan enthält. Hintergrund der dort angegebenen Zeitfenster ist schlicht die Notwendigkeit, dass jedwede von der GVL nunmehr veröffentlichte Zeitachse unbedingt auch einhaltbar sein muss – Spielräume für Fehlertoleranzen bereits eingeschlossen.

Wie uns die GVL nun mitgeteilt hat, laufen die Ausschüttungen momentan unter hohem Arbeitseinsatz, da die Systeme noch immer eine Gesamtausschüttung „auf einen Schlag“ momentan nicht zulassen. Während der Fehlersuche wird also derzeit in Tranchen ausgeschüttet. Und es haben auch schon einige Kolleginnen und Kollegen die ihnen zustehenden Beiträge erhalten – mitunter im fünfstelligen Bereich. Wir haben außerdem die Information, dass auf den Schauspielbereich für die Jahre 2010 bis 2012 insgesamt eine Summe vom über 30 Millionen Euro entfällt (davon ca. 1/3 für den Bereich Synchron, ca. 2/3 für den Bereich Film/Fernsehen). Wir können uns also auf etwas freuen – trotzdem muss sich vermutlich der ein oder andere noch ein wenig gedulden, auch wenn die Geduld eigentlich schon erschöpft ist.