© Eva Oertwig

Nachruf Rolf Hoppe

© Eva Oertwig

Rolf Hoppe, der „Weltstar aus Thüringen“ (Berliner Zeitung), ist am Mittwoch den 14.11. im Alter von 87 Jahren gestorben. Er war der Lebenswerkpreisträger des Deutschen Schauspielpreises 2015. In der Begründung dafür hieß es:

„Wenn in Schauspielerkreisen der Name Rolf Hoppe fällt, leuchten die Augen der Kollegen noch bevor sie sagen könnten, in welchen Rollen sie ihn eigentlich gesehen haben. Aber wer er ist und wofür er steht, glaubt jeder zu wissen. Er war der wohl herzlichste Schurke der Filmgeschichte, dessen Gefährlichkeit gerade in dieser gemütvollen Seite besteht. Darüber hinaus aber ist er ein von den Kollegen zutiefst respektierter und geliebter Schauspieler, einer, der um die Relativität und die Endlichkeit von Ruhm und die Grundlagen unseres Berufs weiß, einer, der sich niemals über andere Menschen erheben würde und gerade deswegen von ihnen auf Händen getragen wird.

„Das schönste Denkmal ist das Denkmal in den Herzen der Menschen“, soll Albert Schweitzer mal gesagt haben. Rolf Hoppes Wirkung ist der Beweis für die Wahrheit dieses Satzes. Wer ihn als Göring in István Szabós „Mephisto“ gesehen hat, wird das Gefühl der süßen Verführung nie wieder vergessen können, das von dieser Figur ausging, und die damit verbundene Erkenntnis, wie leicht es ist, sich dieser Verführung hinzugeben und wie schwer, ihr zu widerstehen.

Wie viele Filme er in seinem Leben gedreht hat, weiß er nicht, bei 200 wurde mit dem Zählen aufgehört. Es scheint ihn auch nicht zu interessieren. Wozu auch? Er hat sich verschwendet und sein Denkmal in die Herzen der Menschen gesetzt. Seine Magie muss nicht erklärt, seine Haltung dem Leben und dem Beruf des Schauspielers gegenüber dagegen sollte unbedingt kopiert werden.“

Dass zu den geschätzten 200 Filmrollen noch um die 200 Bühnenrollen kommen, denen er seine charakteristische leise, gemütvolle und zugleich gefährlich wirkende Stimme geliehen hat, wäre ihm vermutlich trotzdem wichtig gewesen zu erwähnen, da er das Theater immer geliebt hat. Er sei am Mittwoch „nach einem erfüllten Leben im Kreise seiner Familie friedlich entschlafen“, teilte die Familie über das Hoftheater Dresden mit, das er selbst im Jahr 1995 gegründet hatte.

Lesenswert:   Zwischenbericht über die Vorstandsarbeit: Treffen aller Mitarbeiter und ehrenamtlich Engagierten

Dem wäre noch hinzuzufügen, dass sein Leben nicht nur erfüllt war, sondern dass sein Wesen als Inspiration in seinen Kolleginnen und Kollegen weiterlebt. Wir verneigen uns vor dem großen Schauspieler und Menschen und sagen leise Adieu zu Rolf Hoppe.