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Wir nehmen die Wahl an, sagen Danke und schauen nach vorne!

Heute am Freitag den 21. Dezember hat die BFFS-Wahlleitung den Mitgliedern und uns Kandidaten das Ergebnis der Vorstandswahl mitgeteilt: 89,13% haben uns ihr Vertrauen geschenkt und beauftragt, für die nächsten vier Jahre die Geschicke des Bundesverband Schauspiel (BFFS) zu leiten, zum Wohle der Mitglieder, aber auch zum Wohle aller Schauspielerinnen und Schauspieler. Im Namen des neuen Vorstands danke ich ausdrücklich allen, die sich an der Wahl beteiligt haben.

Wir stehen an einer besonderen Wegmarke. Wir werden fortführen, uns aber auch verabschieden und neu beginnen.

Zwölf Jahre, seit Gründung unseres BFFS, fanden nur behutsame Wechsel im Vorstandsteam statt. Die neuen Regeln, die unser Verband sich im Mai dieses Jahres selbst auferlegt hat, u. a. eine Geschlechterquote und jeweils eine Repräsentanz für „Bühne“, „Film/Fernsehen“ und „Sprache/Synchron“ machten nun eine größere Umstellung im Vorstand erforderlich. Vom „alten Stamm“ bleiben nur drei Vorstände (Hans-Werner Meyer, Antoine Monot, Jr. und Heinrich Schafmeister), eine Kollegin ist erst seit zweieinhalb Jahren dabei (Simone Wagner), hinzukommen nun drei „Neue“ (Klara Deutschmann, Till Völger und ich). Wir sind zuversichtlich, dass die „Neuen“ von den „Alten“ lernen werden und die „Alten“ von den „Neuen“, dass sie sich vertragen, ertragen und alle gemeinsam von den Kolleginnen und Kollegen unseres Verbandes getragen werden. Die hohe Zustimmung bei der Wahl jedenfalls bekundet einen tragfähigen Rückhalt der Mitgliedschaft für unser Team, für unsere künftige Arbeit, für unseren BFFS.

Vorstandsarbeit verlangt von uns, ein klares Verständnis für Verantwortung zu haben. Für eine Verantwortung, die wir als ehrenamtliche Vorstände daneben ebenso als Mütter oder Väter von Kindern, als Partner in unseren Beziehungen oder als Kinder unserer Eltern beweisen müssen. Und letztere Verantwortung kann Vorstände auch zu der Entscheidung zwingen, die Verantwortung für das ehrenvolle Amt im BFFS wieder niederzulegen. Mit einem klaren Sinn für Verantwortung hat Bettina Zimmermann ihr Vorstandsamt ausgefüllt. Sie hat mit ihrer Großherzigkeit, ihrer Bodenständigkeit, ihrem Charme, ihrem Verstand und mit einer direkten Sprache, Politiker überzeugen können, sich unserer Situation anzunehmen. Ohne Bettina wären die Erfolge etwa im Urheberrecht, aber auch die Weiterentwicklung unseres Deutschen Schauspielpreises undenkbar gewesen. Sie hat in einer angespannten Phase des Vorstandes ganz wesentlich dazu beigetragen, ihn mit neuem Teamgeist wieder aufzurichten. Aber aus ihrem Verantwortungsbewusstsein heraus hat Bettina nun eine Entscheidung getroffen, treffen müssen, den Vorstand wieder zu verlassen. So sehr alle Vorstandskolleginnen und -kollegen dies bedauern, so sehr möchten wir uns bei Bettina Zimmermann bedanken und können darauf bauen, ihre Unterstützung auch in Zukunft in Anspruch nehmen zu dürfen.

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Erst seit ein paar Monaten sind die über 350 Synchronschauspielerinnen- und -schauspieler des ehemaligen InteressenVerband Synchronschauspieler (IVS) neue Mitglieder in unserem BFFS. Auch der IVS hat in den vergangenen zwölf Jahren sehr erfolgreich gearbeitet. An dieser Stelle möchte ich Ilona Brokowski und Dominik Auer hervorheben, die mit meinem jetzigen Vorstandskollegen Till Völger dem IVS bis zuletzt vorstanden. Die Verschmelzung von IVS und BFFS war formal und politisch ein schwieriger Kraftakt, der ohne die Überzeugungsarbeit nach innen sowie die jahrelange enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Vorstandsteams beider Schauspielverbände nie gelungen wäre. Dafür gebührt Ilona und Dominik unser besonderer Dank.

Wir vom Vorstand wollen die verdienstvolle Geschichte des IVS in unserem BFFS fortschreiben und bitten dabei um die Mithilfe der ehemaligen IVS-ler. Unser BFFS ist nun auch ihr Zuhause. Wir werden zwar noch eine gewisse Zeit brauchen, bis die Strukturen beider Verbände zusammengewachsen sind. Aber das Entscheidende wird sein, dass alle, seien sie nun am Theater, bei Dreharbeiten, im Synchronstudio, seien sie gerade erfolgsverwöhnt oder nicht, sich als Kolleginnen und Kollegen begreifen nach dem Motto: Die Starken für die Schwachen, die Männer für die Frauen, die Älteren für die Jüngeren und natürlich alles auch umgekehrt.

Von Anfang an stand an der Spitze des Vorstands ein Mann, der zu Recht als „Gründungsvater“ bezeichnet wird, der mit seiner Persönlichkeit für Kontinuität und stetiges Wachstum der ersten Schauspielgewerkschaft in Deutschland eingestanden ist: Michael Brandner. Er verkündete anlässlich des letzten Deutschen Schauspielpreises seinen Rückzug, nicht nur, aber auch, weil er fand, dass es nun an der Zeit ist, endlich eine Frau an der Spitze zu haben.

Da bin ich nun. Und ich fühle mich geehrt. Im Namen des ganzen Verbandes möchte ich mich bei Michael Brandner für seine historischen Verdienste, für seinen „weiten Horizont“, den er bewiesen hat, ganz herzlich bedanken. Ich sehe meine Aufgabe darin, dort weiter zu machen, wo Michael aufgehört hat, allerdings mit meinen Mitteln und meiner Art.

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Ich möchte alle Schauspielerinnen und Schauspieler im BFFS einladen, mit meinen frisch gewählten Vorstandskolleginnen und -kollegen und mir neu durchzustarten und beherzt nach vorne zu schauen. In diesem Sinne wollen wir uns den Herausforderungen, die vor uns liegen, stellen und nehmen die Wahl gerne an. Im Namen meines Vorstands danke ich der Wahlleitung, Ilona Brokowski, Christian Senger und Sven Rothkirch, für ihre hervorragende Arbeit.

Ihnen, Euch und unseren unermüdlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünsche ich ruhige Feiertage, einen guten Rutsch und viel Glück für das kommende Jahr!

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