BFFS-Panel zum Thema Frauenrechte – „Wo stehen wir, was liegt noch vor uns?“


„DIE BERUFUNG – IHR KAMPF FÜR GERECHTIGKEIT“

Der Bundesverband Schauspiel (BFFS) war am 27. Februar in Koorperation mit Enternainment One Germany, WIFT (Woman in Film & Television), der Pensionskasse Rundfunk und Business and Professional Woman zu Gast im Cinema in Frankfurt zur Filmvorführung „Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit“ mit anschließender Diskussion zum Thema Frauenrechte „Wo stehen wir, was liegt noch vor uns?“.

Dieses hochaktuelle Thema zog zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer, darunter auch unsere begeisterten Mitgliederinnen und Mitglieder an, so dass die Vorstellung restlos ausgebucht war. Im Anschluss an die Vorführung des spannenden Biopics Die Berufung, das vom Kampfeiner kongenialen Frau, die an Gerechtigkeit glaubt und sich mit Leidenschaft gegen Diskriminierung von Frauen einsetzt, diskutierten Antje Schrupp (Bloggerin und Journalistin), Oriana Corzilius (Vizepräsidentin Deutscher Juristinnenbund) und Bernhard F. Störkmann (BFFS-Justiziar und Vorstand der Themis Vertrauensstelle) über den gegenwärtigen Status der Frau in der heutigen Zeit. Ein aktuelles Thema in der Gleichberechtigungsdebatte ist dabei die Quote, deren Diskussion häufig  polarisiert. Oriana Corzilius setzt sich als Vizepräsidentin des Deutschen Juristenbundes für die Quote, für eine Gesetzgebung, die Parität fördert und herstellt, ein. Die Quote helfe, erlernte Denkmuster zu erkennen, zu reflektieren und dann neu zu denken bzw. umzudenken, erklärt sie. Das Timing habe dabei eine besondere Bedeutung. So leistete der DJB jahrelange Vorarbeit. Auch Antje Schrupp beobachtet als Journalistin, wie wichtig das Timing und das Zusammenspiel von motivierten Aktivisten, engagierter Politiker und der Gesellschaft ist. Mimi Leder stellt eben dieses Zusammenspiel der einzelnen Akteure sehr anschaulich und greifbar in ihrem Film dar.

Diskutiert wurde ebenfalls das neue Strafrecht, das 2016 in Kraft getreten ist und dem der Grundsatz „Nein heißt Nein“ zugrunde liegt. Die verbale Ablehnung reicht aus bis man von einer sexuellen Straftat sprechen darf, es muss kein körperlicher Widerstand überwunden werden. Ziel ist es einen Sinneswandel im Strafrecht zu erlangen, so Corzilius. Und was kann man für Betroffene, die sexuelle Gewalt und Belästigung erfahren haben, tun? Genau diese Frage stellte sich auch Bernhard F. Störkmann, Justiziar des BFFS, als im Rahmen der MeToo-Debatte in der öffentlichen Berichterstattung immer mehr Fälle sexueller Belästigung in der Film- und Fernsehbranche bekannt werden. Im November 2017 rief daher der BFFS zur Initiative eines Runden Tisches mit Vertretern der Medienbranche, AN-Verbänden und Vertretern der Politik auf und nach monatelangen Verhandlungen begann am 1. Oktober 2018 die überbetriebliche unabhängige Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt ihre Arbeit. Neben der Beratung und Unterstützung von Betroffenen, verfolgt Themis einen präventiven Ansatz, um strukturellem Machtmissbrauch in der Film- und Medienbranche ein Ende zu setzen.  

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