Antworten von Heinrich Schafmeister auf Fragen von Thomas Bauer

Die Wahl des neuen Vorstandes, die drängenden Sorgen, Nöte und Anliegen unserer Mitglieder, die politischen Ziele unseres BFFS – mit welchen Strukturen und Partnern sollen diese Herausforderungen gemeistert werden?

Alle diese Aspekte der Verbandsarbeit setzt Heinrich Schafmeister in Beziehung. Anlass sind die Fragen, die Thomas Bauer von ca:stmag Anfang März an den frisch gewählten Vorstand richtete. Heinrich Schafmeisters Stellungnahme dürfte vor allem für unsere Mitglieder von Interesse sein. Sie wird deshalb auch an dieser Stelle ungekürzt wiedergegeben. Viel Freude beim Lesen!

Thomas Bauer: Lieber Heinrich, es gibt Sprüche, die hat man so oft gehört, dass man nicht mehr weiß, ob sie tatsächlich gesagt worden sind. Einer dieser Sätze von Franz Josef Strauß lautet: „Mir ist egal, wer unter mir Bundeskanzler wird“. Ähnlich wirst auch Du zu deiner Rolle im BFFS häufig lächelnd (vielleicht auch nur gut erfunden) zitiert, zumal das sozialpolitische Know-how des Verbandes ja klar bei Dir verankert ist. Was ändert sich am Verhältnis Schatzmeister/Vorsitzende/r mit dem Wechsel des Vorstandsvorsitzes vom BFFS-Gründer Michael Brandner zum „Vorstands-Rookie“ Leslie Malton? Und warum ist nicht eines der erfahrenen Vorstandsmitglieder für den Vorsitz angetreten, was der klassische Weg gewesen wäre (du zum Beispiel)?

Heinrich Schafmeister: Lieber Thomas, wer mir das Strauß-Zitat andichtet, verrät nur, dass er keinen blassen Schimmer von der Entscheidungsfindung eines ehrenamtlich arbeitenden Vorstands und speziell unseres BFFS-Vorstands hat (und verklärt überdies die Rolle von Strauß, der zwar intellektuell stark, stiernackig polternd, aber in Wahrheit viel zu zaudernd war, um der angeblichen Birne Helmut Kohl machtpolitisch gewachsen zu sein 😉

Nein, im Ernst, diese Vergleiche sind albern und lenken von der für unsere Kolleginnen und Kollegen entscheidenden Frage ab: Wie muss unser BFFS und sein Vorstand aufgestellt sein, um bei den wirklich mächtigen Playern in unserer Branche, wenn schon nicht auf Augenhöhe, so doch zumindest auf Wadenbeißhöhe zu gelangen? Der BFFS ist schließlich nicht als introvertierte Schauspielerselbstverwaltung gegründet worden, sondern vielmehr um die berechtigten Interessen unseres Berufsstandes gegen den heftigen Widerstand von Sendern, Arbeitgeberorganisationen und Politik zu vertreten und möglichst auch durchzusetzen.

Das führt mich zur neuen Vorsitzenden Leslie Malton und zu ihrem Vorgänger Michael Brandner. Beide sind Persönlichkeiten mit gehöriger Portion Rückgrat, Souveränität, Integrität, Ausstrahlung, Lebens- wie Berufserfahrung, Überblick, Humor und Menschlichkeit. Sie genießen große Wertschätzung und haben ein Standing in der Branche. Mit diesen Eigenschaften – und nicht mit spitzfindigen Fachkenntnissen etwa zum Dritten Buch der Sozialgesetzgebung (dafür haben wir Juristen) – qualifizieren sie sich in erster Linie, um unserer Schauspielgewerkschaft VOR-zusitzen und ihre Wirkmächtigkeit zu mehren.

Michaels letzte richtungsweisende Empfehlung im Amt war, für seine Nachfolge als Vorsitzender eben nicht einen Mann zu küren, was angeblich „der klassische Weg gewesen wäre“, sondern den überfälligen zu gehen und eine geeignete Frau zu fragen. Und voilà, eine bessere Besetzung als Leslie Malton hätte ich mir nicht denken können. Natürlich, mit der weltgewandten Leslie Malton als Vorsitzende, mit der in den Vorsitz aufgerückten Simone Wagner, mit den beiden sehr jungen neuen Kräften Klara Deutschmann und Till Völger, also mit dem größten Wechsel an der Spitze des Verbandes seit seiner Gründung müssen die einzelnen Instrumente unseres philharmonischen Vorstandsteams anders aufeinander abgestimmt sein als beim alten Team unter der Leitung des ruhrgebietsgeprägten Michael Brandner. Aber bereits die ersten Wochen nach der Vorstandswahl zeigen, dass wir in dieser Zusammensetzung sehr vertrauensvoll und effektiv miteinander musizieren können – zum Wohle der Schauspielerinnen und Schauspieler und ihrer Anliegen.

Thomas Bauer: Während der Wahlzeit zum aktuellen BFFS-Vorstand, in die auch die Veröffentlichung eines Blockwahl-kritischen Offenen Briefes fiel, hast Du dich im Gegensatz zu Antoine und Hans-Werner, Simone und Till nach außen komplett zurückgehalten – bis auf eine Erfolgsmeldung zur ALG-I-Reform. Hast Du bei allem Ärger über den (auch aus meiner Sicht viel zu späten) Zeitpunkt des Offenen Briefes inhaltlich auch Verständnis für die Anliegen nach weniger Vorstandszentrierung, mehr Transparenz in den Entscheidungswegen und einer Wahl, die die Wahl zwischen Personen lässt und somit den Gewählten viel mehr Kraft auch nach außen gäbe? (Lassen wir dabei mal die Fragen außer Acht, wie gering die Partizipation an den Entscheidungsprozessen im Vorfeld sowohl inhaltlich als auch bei den Abstimmungen war.)

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Heinrich Schafmeister: Mehr Kraft nach außen habe ich, wenn ich mich nicht verzettele. Daher meine Zurückhaltung bei der durch den Offenen Brief aufgewärmten Debatte um das Wahlverfahren. Über diese Satzungsreform wurde bereits auf einem Patentreffen, mehreren Stammtischen, zwei Mitgliederversammlungen mit reger Beteiligung in aller Ausführlichkeit kontrovers diskutiert. Und letztendlich hatte die Mitgliedschaft sich demokratisch dafür entschieden – mit einer Stimmbeteiligung, die Du als gering darstellst, aber höher war als bei jeder anderen Entscheidung zuvor. Mich während der Vorstandswahl in eine rückwärtsgewandte Debatte zu stürzen, empfand ich ohnehin wenig angebracht. In der Zeit hatte die Wahlleitung das Zepter in der Hand und die wählenden Mitglieder das Wort.

Nein, ich möchte mich um die wirklich dringenden Anliegen unserer Mitglieder kümmern und ihnen brennen andere Themen auf den Nägeln. Das erfahre ich täglich – zum Glück haben wir flache Strukturen – in vielen Telefonaten, Emails, oder beim Besuch unserer Stammtische. Dort war ich seit Jahresbeginn bereits fünf Mal: im Januar in Berlin, im Februar in Stuttgart und Köln, im März in Hamburg und wieder in Köln. Überall erzählen mir die Kolleginnen und Kollegen, was sie wirklich belastet und was der BFFS wirklich anpacken soll:

An oberster Stelle steht zurzeit das Unständigkeitsproblem bei Dreharbeiten, irre Sozial- und Steuerabzüge ohne Erwerb von Anwartschaftszeiten für den Arbeitslosengeld-1-Anspruch. Viele unserer Synchronkolleginnen und -kollegen müssen ebenfalls noch die Umstellung von der Selbständigkeit mit KSK-Zugehörigkeit auf die Unständigkeit verdauen. Immer wieder die Klagen wegen ausbleibender GVL-Zahlungen. Zum Himmel schreiend sind auch die Verhältnisse an vielen Bühnen. Knochenarbeit rund um die Uhr bei lausigen Gagen. Je „freier“ das Theater, desto freier der Fall ins soziale und wirtschaftliche Nichts. Frei von Kindern und Familie sollen sich Mütter und Väter machen, wenn sie ihrem Schauspielberuf nachgehen wollen. Schauspielerinnen bekommen weniger Gage als ihre männlichen Kollegen und die Frauenrollen entspringen immer noch viel zu oft einer engen Männerphantasie als dem echten prallen Leben. Am herzzerreißendsten sind für mich die Hartz-IV-Schilderungen vieler Mitglieder. Diese Demütigungen, diese Erniedrigungen, diese Verzweiflung, als wäre unser Beruf nicht ohnedies hart genug. Darum bleibt bei unseren Leuten das Bemühen um Anspruch auf Arbeitslosengeld 1, um mehr Jobs und um ein zweites wirtschaftliches Standbein ein Dauerbrenner.

Das alles bewegt unsere Mitglieder. Der Offene Brief war bei meinen Kontakten mit unseren Mitgliedern bisher nur einmal Thema – am Ende des Berliner Januarstammtisches. Die Mitglieder waren äußerst aufgebracht über den Inhalt des Briefes und das Vorgehen seiner Initiatoren, weil sie mit ihrer Aktion die Vorstandswahl ein Stück weit zweckentfremdet und ihren Widerstand gegen das beschlossene Wahlsystem zum Gegenstand der Wahl gemacht hätten. Denn die Briefschreiber appellierten, dass auch diejenigen, die das antretende Vorstandsteam nicht ablehnen würden, trotzdem mit „Nein“ stimmen sollten, um das neue Wahlprozedere selbst abzuwählen. Für ihre Haltung mit einer eigenen Kandidatur einzustehen und damit eine wählbare Alternative zu bieten, fiel den Briefschreibern nicht ein. Das kam beim Berliner Stammtisch gar nicht gut an. Nun ist natürlich ein Stammtisch nicht unbedingt repräsentativ für alle unsere 3.400 Mitglieder. Aber die konnten ja direkt wählen. Ergebnis: Alle die gegen unser Team und alle die gegen das Wahlsystem waren, machten zusammen knapp 11 Prozent aus. Über 89 Prozent haben bekräftigt, dass der BFFS ihre wahren Probleme anpacken soll. Und dafür haben sie unserem Vorstandsteam einen kräftigen Rückhalt gegeben. Bei Verhandlungsterminen usw. erlebe ich: Der BFFS steht jetzt kraftvoller da, das Ziel unserer Reform ist aufgegangen.

Thomas Bauer: Was sind die sozialpolitischen Ziele, die Du für den BFFS in der aktuellen Vorstandsperiode siehst?

Heinrich Schafmeister: Vielen Dank, nun kommen wir endlich zum Kern der Dinge unserer Schauspielgewerkschaft.

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Vorweg: Die soziale Situation unserer Kolleginnen und Kollegen ist von ihrer wirtschaftlichen nicht zu trennen. Wer von uns mies bezahlt wird, wer keine Jobs hat, wer „keine Rolle spielt“, also keine Chance hat, sich einzubringen, dem können auch unserer Sozialsysteme nicht weiterhelfen, um ein (Berufs-)Leben in Würde zu führen. Hartz IV ist dafür ein trauriges Beispiel. Kein Wunder, dass meine beiden Vorstandsressorts Sozialer Schutz und Tarifpolitik eng verwoben sind. Aber auch unser Engagement auf den Gebieten des Urheberrechts (Till Völger), der Gleichstellung (Klara Deutschmann und Antoine Monot, Jr.), der Besetzung sowie der Aus- und Weiterbildung (Simone Wagner) und auf europäischer wie internationaler Ebene (Hans-Werner Meyer) dreht sich letztlich immer darum, unsere soziale und wirtschaftliche Situation zu verbessern, kurz, mit Respekt behandelt zu werden und in Würde arbeiten und leben zu können. Und die Zunahme demokratiefeindlicher, rassistischer, überhaupt antimenschlicher Kräfte in unserer Gesellschaft bedroht auch unser auf Vielfalt basierendes Kulturleben (das Vorsitzressort von Leslie Malton, Hans-Werner Meyer, Simone Wagner) und damit unseren Berufsstand. Unsere Interessenvertretung wird also anstrengender.

So groß das Chaos und Entsetzen ist, das die beiden höchstrichterlichen Urteile zur Unständigkeit in unserer Dreh-Branche, aber auch in allen Branchen mit Projektarbeit angestiftet haben, so optimistisch bin ich, dass nun politische Lösungen zur sozialen Absicherung atypisch Beschäftigter wie unsereins zügiger gefunden werden. Der BFFS wird diesen politischen Prozess weiterhin konstruktiv befördern, damit Berufstätige wie wir bei Krankheit, Arbeitslosigkeit und Alter umfänglich und kontinuierlich sozial abgesichert sind – unabhängig davon, ob unsere Beschäftigungen auf mehr oder weniger als eine Woche befristet sind oder ob wir selbständig unterwegs sind.

Unsere Tarif- und Folgevergütungsverträge sind ein großer Erfolg des BFFS im Kampf gegen unfaire Bezahlung bei Film- und Fernsehproduktionen. Ein Erfolg, den wir nicht zuletzt unserer guten Partnerschaft mit ver.di zu verdanken haben. Genauso arbeitet zurzeit der BFFS daran, mit gewerkschaftlichen Mitteln und Partnern im Synchron- sowie im Theaterbereich mehr Verbindlichkeiten zu schaffen, damit unsere Kolleginnen und Kollegen sich wirtschaftlich über Wasser halten können.

Auf europäischer Ebene tobt gerade eine Schlacht, bei der mächtige digitale Plattformen die internetaffine Jugend und andere Netzwerker in Massen gegen uns Urheber und ausübende Künstler in Stellung bringen. Kampfbegriffe wie „Meinungszensur“ und „Uploadfilter“ sollen gesetzliche Regelungen verhindern und den Weg freihalten, uns Kreative auf ewig im Weltweiten Wilden Westen beklauen und ausbeuten zu können. Die Propagandawalzen sind unerbittlich, die Fronten verhärtet. Weder die kooperierenden Kreativverbände in der Initiative Urheberrecht und schon gar nicht unser BFFS allein können mit solchen Mitteln dagegen anstinken, sondern nur argumentative Duftmarken setzen. Darum sollten unsere BFFS-Mitglieder die Diskussion suchen – durchaus auch intern. Denn die Befürchtungen vor manchen gesetzlichen Regelungen zum Schutze der Kreativen im Internet werden auch von einigen unserer Kolleginnen und Kollegen geteilt. Ihre Einwände sollten wir ernsthaft erörtern.

Mit unserer Initiative zur Gründung der Themis, der Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt, haben wir für unsere Film-, Fernseh- und Theaterlandschaft eine Institution ins Leben gerufen, die in anderen Branchen noch schmerzlich vermisst wird. Dies konnte nur gelingen, weil dem BFFS dabei verlässliche Partner zur Seite standen – nicht nur, aber in besonderem Maße waren das die Kolleginnen von ProQuote Film. Auf diese Partnerschaft setzen wir natürlich auch bei unserem Engagement, die Vergütungs- und Besetzungssituation unserer Schauspielkolleginnen zu verbessern und auf die der männlichen Kollegen anzuheben. Wir werden diese Partnerschaft auch pflegen, um die Vereinbarkeit von Familie und Schauspielberuf für die Mütter und Väter unter uns erträglicher zu machen.

Das sind natürlich nicht alle politischen Stränge, die wir verfolgen, aber wie Du siehst: Unsere Herausforderungen werden größer, wir BFFSler sollten uns noch mehr auf sie konzentrieren, unsere Ressourcen bündeln und diese nicht mit unnötiger Nabelschau vergeuden.

Thomas Bauer: Wenn ich das richtig verstehe, dann soll die Reform der Regionalpaten stärker auf ihre Sprachrohrfunktion vom Vorstand zu den Mitgliedern geändert werden, Simone Wagner hat zwei Regionalpaten, die den Offenen Brief unterzeichnet hatten, sozusagen „entlassen“, obwohl sie ja gar nicht vom Vorstand eingesetzt worden sind, während ohnehin zahlreiche langjährige Stammtischpaten sich zurückziehen. Warum nutzt ihr anstelle einer Kontrolle von oben nicht viel mehr die Chance für mehr Transfer von der Basis mit oftmals ja ganz anderen Problemen zum Vorstand?

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Heinrich Schafmeister: Nein, Du verstehst das nicht richtig: Du missverstehst unseren Ansatz, unseren Ressort- und Regionalpaten mehr Kompetenz zu geben, Du verkennst auch die rechtliche Selbstverständlichkeit, dass bei einem Verein wie dem BFFS alle Mitarbeiter – seien sie nun ehrenamtliche oder gegen Bezahlung angestellte – nur durch den demokratisch gewählten Vorstand eingesetzt werden können. Und offensichtlich fehlt Dir das richtige Verständnis für das von Dir so beschriebene Verhältnis „der Basis“ zum Vorstand. Der Vorstand fällt ja nicht „oben“ vom Himmel, sondern kommt aus der Mitte der Schauspielerinnen und Schauspieler, er teilt die gleichen Sorgen, Ängste und Anliegen. Und wie gesagt – er pflegt den unmittelbaren Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen an „der Basis“.

Worum geht’s? Bisher hatten wir sogenannte „Stammtischpaten“, die sich um unseren BFFS verdient gemacht haben, weil sie jeden ersten Montag im Monat die regionalen Schauspiel-Stammtische organisiert haben. Ursprünglich, als wir nur einen Stammtisch in Köln und dann in Berlin hatten, wurden diese BFFS-Veranstaltungen noch von den Vorständen selbst betreut. Mit Einrichtung neuer Stammtische in München, Hamburg, Frankfurt und schließlich in Leipzig und Stuttgart waren wir auf mehr Mit-Arbeiter angewiesen, die stellvertretend für den Vorstand sich dieser Aufgabe annahmen. Wir können dankbar sein, dass sich so viele Mitglieder für diese Stellvertretung freiwillig und ehrenamtlich zur Verfügung stellten. Abgesehen von ganz wenigen Ausrutschern in all der Zeit ist diese Zusammenarbeit sehr vertrauensvoll und sehr fruchtbar verlaufen. Eine Erfolgsgeschichte.

Ein Sven Rothkirch beispielsweise hat dem Berliner Stammtisch jahrelang mit unglaublicher Kondition, Zuverlässigkeit, Bereitschaft zur politischen Auseinandersetzung und mit vielen kritischen Anregungen eine kräftige Linie verliehen. Eine Antje Lewald gab überhaupt den Anstoß zur Gründung des ersten BFFS-Stammtisches in Köln, den unter anderem ein Rolf Berg mit seiner gelassenen Art über all die Jahre maßgeblich prägte, wie ein Markus Baumeister, ein Julian Manuel und ein Matthias Kupfer mit ihren wunderbaren Kolleginnen und Kollegen in München. Eine Esther Roling engagiert sich mit ihren Hamburger Paten kräftig für DeinePerlen und zieht damit neue Mitglieder, wie überhaupt die Klappe-Auf-Initiative unserer Hamburger inspirierend war für andere Stammtische. Ohne die zupackende Art einer Anna Hopperdietz und eines Jan Hasenfuß in Leipzig wie einer Sandra Willmann und eines Ben Akkaya in Stuttgart oder eines Alexander Beck in Frankfurt gäbe es an diesen Standorten kein Stammtischleben. Und ich gebe zu, diese Auflistung von Namen ist unfair gegenüber den anderen Paten, aber Platz und Papier ist endlich.

Jetzt ist es allerdings höchste Zeit, dass wir einen Schritt weitergehen. Klar, für die meisten unserer Verbandsanliegen – Sozialer Schutz, Tarifpolitik, Gleichstellung, Urheberrechtspolitik, etc. – finden wir die nötigen Ansprechpartner auf höchster Ebene: In der Bundespolitik, in den Sendern, in zentralen Tarifrunden usw. Diese Ebene kann der Vorstand unmittelbar bespielen.

Aber für manche Interessen z. B. in der Bühnenlandschaft, möchten wir künftig auch intensiver auf die regionalen und lokalen Entscheidungsträger einwirken: Auf Landes- und Lokalpolitiker, die Geld für etablierte wie „freie“ Bühnen bewilligen, auf Ämter und Behörden, mit denen sich unsere Mitglieder herumschlagen müssen, auf Film- und Schauspielschulen etc. Auch hier sollten stellvertretend für den Vorstand Mitglieder aktiv werden. Was liegt da näher, als zunächst auf die bewährten Stammtischpaten zu bauen und sie zu „Regionalpaten“ aufzuwerten. Erfreulicherweise ist jetzt auch ein ganzer Schwung neuer Paten zu uns gestoßen.

Die detaillierte Struktur, wie die Paten in ihren Teams untereinander, mit anderen Regional- und Ressortteams und dem Vorstandsteam zusammenarbeiten, um die Schauspiellobbyarbeit unseres BFFS möglichst effektiv in die Regionen zu tragen, müssen wir gemeinsam mit den betreffenden Paten noch entwickeln. Dazu haben wir sie eigens zu einem Patentreffen eingeladen.

Einige Punkte lassen sich allerdings schon skizieren: Wir haben unseren Paten versprochen, dass auch künftig nur solche Mitarbeiter in ein Team aufgenommen werden, die auch miteinander und dem Vorstand vertrauensvoll arbeiten können und wollen, und dass wir uns nötigenfalls von denen wieder trennen werden, mit denen dies einfach nicht funktioniert. Der Teamgeist verleiht ja nicht nur dem Vorstand, sondern genauso auch den Patenteams die eigentliche Kraft. Die Repräsentanz der drei Schwerpunktfelder Bühne, Film/Fernsehen, Sprache/Synchron sollte sich nach Möglichkeit auch in den Regionalteams widerspiegeln – wie im Vorstand. Und genauso sollte in den Regionalteams auch ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis angestrebt werden. Wir wollen daran arbeiten, dass unsere Paten künftig mit dem nötigen Know-how und mit dem sichtbaren „Patent“, stellvertretend für den Vorstand zu sprechen, an die regionalen Entscheidungsträger herantreten können.

Wir alle, Regional-, Ressortpaten und Vorstände, sind heiß darauf, diesen Weg nach vorne zu gehen – im Interesse unserer Mitglieder.

Lieber Thomas, habe bitte Verständnis, dass ich auf Deine Fragen so ausführlich eingegangen bin, aber es bestand sicher Nachholbedarf. Selbst Du hast ja meine Zurückhaltung moniert 😉

Rechtsschutz für BFFS-Mitglieder