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Statement zur Aktion #allesdichtmachen

Bei unserer Schauspielgewerkschaft häufen sich die Anfragen nach einem Statement zur der Aktion #allesdichtmachen. Darum möchte der Bundesverband Schauspiel e.V. (BFFS) wie folgt Stellung nehmen:

Manche unserer Kolleg*innen haben sich an dieser Aktion beteiligt, manch andere verurteilen sie aufs Schärfste.

Den meisten von uns geht es wie vielen in unserem Land: Wir sehnen uns verzweifelt nach einem Ende der Pandemie. Unsere Kinder leiden, unsere Angehörigen und Nachbarn leiden. In unserem Umfeld erkranken Menschen, manche sterben.

Wir haben wie viele andere in diesem Land Existenzängste. Wir haben Angst, selbst schwer zu erkranken, andere zu infizieren. Hinzu kommt die Angst, unsere Jobs zu verlieren, bei uns die Angst, nicht mehr besetzt zu werden, nie mehr fürs Publikum spielen zu dürfen, unsere Altersvorsorge, unsere Lebensgrundlage und unsere Hoffnung zu verlieren. Zwei Drittel bis drei Viertel von uns leben von Gastverpflichtungen an Theatern, die aktuell nicht oder kaum arbeiten können.

Wir sind allen Menschen zutiefst dankbar, die in den Krankenhäusern, Pflegestationen, Altenheimen, Schulen und Kitas sich der Seuche in aufopfernder Weise entgegenstellen. Auch sie werden Ängste haben und dennoch sind sie Tag für Tag, Überstunde um Überstunde für uns da – trotz schlechter Bezahlung –, auch wenn die Müdigkeit sie übermannt.

Wir leben zum Glück in einer Demokratie und müssen um den besten Weg aus dieser weltweiten Pandemie ringen und streiten. In diesen demokratischen Prozess wird sich der Bundesverband Schauspiel mit seinen tausenden Mitgliedern zusammen mit anderen Gewerkschaften konstruktiv und leidenschaftlich einbringen.

 

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Rechtsschutz für BFFS-Mitglieder