Mehr als 3.000 Theaterkolleg*innen aus ganz Deutschland – darunter auch so manche BFFSler – sind am 10. November 2021 unter dem Motto #rettedeintheater in Hannover auf die Straße gegangen, um ein deutliches Zeichen gegen die geplanten Haushaltspläne der niedersächsischen Landesregierung zu setzen. Sie will die Corona-Schulden abbauen und beabsichtigt Einsparungen unter anderem im Theaterbereich. So sollen die geplanten Tariferhöhungen am Staatstheater Hannover und den kommunalen Bühnen in Niedersachsen nicht übernommen sowie die Spielstättenförderung der freien Theater nicht verstetigt werden. Eine Gefahr, die wir haben kommen sehen und die uns nicht nur in Niedersachsen, sondern auch in den anderen Bundesländern droht. Ein Grund mehr, auf die Straße zu gehen.
Nach einigen „aufwärmenden“ Beiträgen auf dem Opernplatz führte unser langer Protestzug quer durch Hannovers Innenstadt vorbei am Kulturministerium bis hin zum niedersächsischen Landtag. Auf der dort stattfindenden Kundgebung wurde es besonders laut. Denn groß ist die Enttäuschung darüber, dass die Existenz von uns Theaterschaffenden und das Theaterleben in unserem Land leichtfertig von der Politik aufs Spiel gesetzt wird.
Aber groß ist auch unser Widerstand. Die Protestaktion wurde initiiert und maßgeblich getragen von den Beschäftigten der Theater sowie von den Gewerkschaften Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger (GDBA), Vereinte Dienstleitungsgewerkschaft (ver.di), Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer (VdO) und Deutsche Orchestervereinigung (DOV). Auch unsere Schauspielgewerkschaft, der Bundesverband Schauspiel, war eingebunden. Damit zogen alle im Bereich Theater engagierten Gewerkschaften einvernehmlich und zusammen mit vielen Verbänden, Netzwerken und Initiativen an einem Strang. Das war in der Vergangenheit nicht immer selbstverständlich und ist für sich genommen schon ein erfreuliches Zeichen. Es lässt uns hoffen, dass wir mit dieser Geschlossenheit noch ganz andere dringende Verbesserungen für unsere Theaterlandschaft in Angriff nehmen können.
Herzlichen Dank an alle, die gemeinsam mit uns gegen die Sparpläne demonstriert haben!

Heinrich Schafmeister, 1957 im Ruhrgebiet geboren, wusste, was er nicht werden wollte: Jurist (wie sein Vater), Lehrer, Friseur, Schauspieler, Vereinsmitglied. Er liebte Mathe und Musik. Doch es kam anders: Die Musik führte ihn zum Schauspielberuf. So ging er ans Theater, vor die Kamera, vors Mikrofon und schließlich in den BFFS – von Anfang an im Vorstand als Schatzmeister und zuständig für Sozialpolitik wie für Tarifverhandlungen. Er würde eine Rolle als Friseur jetzt nicht mehr ausschließen.