Hinweis

Krisen-Ticker Corona im Überblick

Montag, 06.04. 19:00 Uhr

Erster gemeinsamer virtueller Schauspiel-Stammtisch

Heute am ersten Montag im Monat hätten normalerweise an sieben Standorten in Deutschland – Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Leipzig und München – regionale Schauspiel-Stammtische stattgefunden. Hätten stattgefunden – wenn der Corona-Virus nicht die Welt auf den Kopf stellen würde und wir nicht alle in einem noch nie dagewesenen Ausnahmezustand leben würden. Ein Spuk, von dem wir nicht einmal wissen, wann er vorbei sein wird. Und eine wachsende Not unter uns Schauspieler*innen, die gerade jetzt danach schreit, uns zusammen zu finden, uns miteinander auszutauschen.

Darum hat der BFFS eben doch einen Stammtisch veranstaltet, einen gemeinsamen, einen virtuellen über den Videokonferenz-Dienstleister Zoom. Und darum war der Andrang der Schauspieler*innen so groß. Über 250 Kolleg*innen hatten sich angemeldet.

Eine gute und eine schlechte Nachricht.

Zuerst die schlechte: Offensichtlich hat Zoom noch nicht verarbeitet, dass der BFFS ein Account für 600 Teilnehmer*innen bezahlt hat. Zoom ließ nur 100 Teilnehmer zu. Auch eine wiederholte Einwahl änderte nichts an der Teilnehmerbeschränkung bei 100.

Die gute Nachricht: Der virtuelle Stammtisch erreichte auch Kolleg*innen, die wir sonst selten auf unseren realen Stammtischen begrüßen können, die sogar im fernen Ausland in Quarantäne festsitzen. Wir waren uns alle nah! Das Interesse, die Vielfalt der Fragen, die Freude, endlich nicht nur die eigenen vier Wände, sondern so viele liebe Kolleg*innen zu sehen, waren überwältigend, Die Dankbarkeit der Teilnehmer*innen am Ende auch.

Die Corona-Krise wird irgendwann Vergangenheit sein, irgendwann werden unsere regionalen Stammtische wieder die Tore öffnen, aber dieser virtuelle Stammtisch war so erfolgreich, wir werden auf den nächsten nicht einen Monat warten müssen – versprochen!

Sonntag, 05.04. 17:00 Uhr

BFFS im Gespräch mit anderen Synchronbranchenvertretern über weiteres Vorgehen

Der Bundesverband Schauspiel steht derzeit in engem Kontakt mit einer Vielzahl von anderen Vertretern der Synchronbranche. Inhalt der Gespräche ist vor allem die Vorbereitung auf einen Wiedereinstieg in die Produktion. Alle Gesprächspartner sind sich einig, dass einem solchen Neustart die notwendigen Bedingungen des Gesundheitsschutzes zwingend eingehalten werden müssen. Dies erfordert einige Maßnahmen. Ein zentrales Anliegen ist vor allem, dass diese Vorkehrungen den bestehenden Qualitätsstandards genügen müssen.

Samstag, 04.04. 19:00 Uhr

Hinweis: Erster virtueller, gemeinsamer Schauspiel-Stammtisch am Montag 6. April

Jeden ersten Montag im Monat veranstaltet der BFFS für Schauspieler*innen in seinen sieben Standorten Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt, Leipzig, Stuttgart und München regionale Schauspiel-Stammtische, um über berufsspezifische Themen, aktuelle Entwicklungen zu informieren, um berufliche Probleme loszuwerden, Trost, Rat und Hilfe zu finden, um Kolleg*innen kennenzulernen, den Zusammenhalt zu fördern und miteinander einfach Spaß zu haben.

Diese Stammtische erfreuen sich großer Beliebtheit – nicht nur unter Mitgliedern.

Und gerade jetzt, da alle unsere Dreharbeiten eingestellt, Synchronstudios geschlossen, Vorstellungen und Proben abgesagt, unsere Einkünfte völlig weggebrochen sind, unsere Existenzen bedroht sind, bräuchten wir umso dringender Orte der Begegnung.

Aussichtslos – an Versammlungen ist nicht zu denken. Wie lange noch? Keiner weiß es.

So lange wollen wir nicht warten!

Darum veranstaltet der BFFS

am Montag (6. April) um 19.00 Uhr seinen

Ersten virtuellen gemeinsamen Schauspiel-Stammtisch

Alle Schauspieler*innen sind herzlich eingeladen!

ZUR ANMELDUNG

Samstag, 04.04. 17:00 Uhr

BFFS unterbreitet der Bundespolitik Vorschläge zur Rettung der Schauspieler*innen

Die Politik hat wegen der Corona-Krise enorm viel angeschoben. Im Großen und Ganzen stimmt die Richtung. Auch Schauspieler*innen, die sich mit ihren existenziellen Nöten an den BFFS wenden, zollen der Regierung Respekt.

Aber der Teufel steckt im Detail und so manche von ihnen in den Regierungsmaßnahmen lenken uns haarscharf an den Unterstützungshilfen vorbei auf einen Platz zwischen den Stühlen – das kennen wir schon.

Aber Lamentieren hilft nicht, schon gar nicht, wenn Bundespolitiker sich an uns wenden (wie am letzten Donnerstag die SPD-Abgeordneten) und ehrlich interessiert sind zu erfahren, wo ihre Programme nachjustiert werden müssen, damit sie uns Schauspieler*innen auch erreichen.

Darum machte der BFFS der Bundespolitik Vorschläge für – vorübergehende – Maßnahmen zum Arbeitslosengeld, zum Kurzarbeitergeld, zum Umgang mit unständig beschäftigten Filmschauspieler*innen, zur Grundsicherung und zur Soforthilfe für Soloselbstständige – siehe hier …

Freitag, 03.04. 17:00 Uhr

Selbstständige und Unständige ziehen leider beim Kurzarbeitergeld den Kürzeren

Der neue Kurzarbeits-Tarifvertrag, den BFFS und ver.di mit der Produzentenallianz aushandeln konnten, findet in der Drehbranche immer mehr Zuspruch –

  • bei den Produktionsfirmen, weil sie auf diese Weise ihren durch die Corona-Krise verursachten finanziellen Schaden reduzieren und ihr Unternehmen vor dem Ruin retten können,
  • bei Filmschaffenden und Schauspieler*innen, weil sie so trotz totalem Ausfall der Dreharbeiten einen maßgeblichen Teil ihrer Gagen sichern können, ohne mit rechtlichen Schritten gegen ihre Produktionsfirmen vorgehen zu müssen – mit gewiss stressigen und kostenintensiven Arbeitsgerichtsverfahren, aber ungewissem Ausgang.

Allerdings kann auch der beste Tarifvertrag an bestimmten gesetzlichen Regelungen des Kurzarbeitergelds nichts ändern.

Nicht alle Mitarbeiter*innen können vom Kurzarbeitergeld profitieren: Wer nicht in der Arbeitslosenversicherung pflichtversichert ist, kann kein Kurzarbeitergeld bekommen. Dazu gehören unter anderem …

… berufsmäßig unständig beschäftigte Schauspieler*innen.

Berufsmäßig Unständige sind zwar Arbeitnehmer*innen und sozialversicherungspflichtig – aber eben nicht in der Arbeitslosenversicherung. Damit ist ihnen auch der Weg zum Kurzarbeitergeld versperrt (entsprechend der §§ 95 Nr. 3, 98 Abs. 1 Nr. 1, 27 Abs. 3 Nr. 1 SGB III).

Für Unständige gilt wie für alle anderen Arbeitnehmer*innen im Prinzip, dass ihre Arbeitgeber das Betriebsrisiko tragen und die Vergütung zahlen müssen, wenn sie ihnen die Arbeit innerhalb der Vertragszeit nicht anbieten können. Aber wie werden die unter finanziellen Druck geratenen Produktionsfirmen jetzt mit dem Vergütungsanspruch der berufsmäßig unständigen Schauspieler*innen umgehen? Allem Anschein nach wird den Unständigen nur die Verschiebung ihrer Drehtage auf die Zeit nach der Corona-Krise in Aussicht gestellt, ohne sie für die vereinbarte Vertragszeit zu bezahlen.

Bereits Ende letzten Jahres löste die neue Einstufung als Unständige bei vielen Filmschauspieler*innen, vor allem bei denjenigen mit wenigen Drehtagen, ein Sturm der Entrüstung aus. Sie schimpften über ihre hohen (Sozial- und Steuer-)Abzüge, besonders über den Verlust ihres Anspruchs auf Arbeitslosengeld 1 und suchten massenhaft Hilfe beim BFFS. Wenn sie jetzt wieder erleben müssen, dass sie leer ausgehen und mit ihrem Vergütungsanspruch auf die Zeit nach der Corona-Krise vertröstet werden, wird der Sturm von neuem angefacht. Der BFFS wird sich für sie einsetzen!

… und natürlich die selbstständig tätigen Filmschaffenden

Für Selbstständige ist die Lage noch eindeutiger. Sie sind sowieso nicht pflichtig in der Arbeitslosenversicherung. Kurzarbeitergeld kommt bei ihnen nicht in Frage.

Für sie gilt zudem der Grundsatz: Ohne Leistung keine Gegenleistung. Sie müssen jetzt also fürchten, für die ausgefallene Arbeit gar keine Vergütung beanspruchen zu können.

Ein Problem, mit dem sich wir Schauspieler*innen ausnahmsweise mal nicht befassen müssen, gelten wir doch in der Regel als Arbeitnehmer. Aber viele unserer Kolleg*innen im Filmteam arbeiten auf Rechnung. Sie ziehen jetzt gleich doppelt den Kürzeren.

Freitag, 03.04. 10:00 Uhr

Fortsetzung der gemeinsamen Konferenz von BFFS und ensemble-netzwerk

Bereits am Vortag hatten sich die Vorstände von ensemble-netzwerk und BFFS virtuell zusammengesetzt, um ihr Engagement im Theaterbereich, der wegen der Corona-Krise zum Erliegen gekommen ist, zu koordinieren und die Kräfte der beiden Verbände zu bündeln.

Heute haben sie ihre Konferenz fortgesetzt. Denn die krisenbedingte Situation in der Theaterlandschaft muss – da sind sich beide Verbände einig – differenziert betrachtet und mit unterschiedlicher „Medizin“ behandelt werden. Das erfordert Gründlichkeit und kostet Zeit.

Gleich heute Nachmittag ist eine weitere Arbeitssitzung beider Verbände angesetzt.

Donnerstag, 02.04. 16:00 Uhr

Videokonferenz mit SPD-Bundespolitikern

Die Regierungskoalition hat angesichts der Corona-Krise in kürzester Zeit gewaltige Hilfsprogramme beschlossen, um sowohl die Unternehmen von großen Konzernen bis hin zu Soloselbstständigen zu retten, als auch den Lebensunterhalt all derer abzusichern, die von heute auf Morgen ihre Arbeit und ihre Einkünfte verloren haben. Da wurde nicht gekleckert, da wurde geklotzt.

Dass bei einem solchen Hauruck im Gesetzgebungsverfahren, manche Details – besonders in der sehr kleinteiligen Kulturwirtschaft – auf der Strecke bleiben, liegt auf der Hand, ist unvermeidlich.

Die Politiker wissen das. Darum haben sich heute die SPD-Bundestagspolitiker, Lars Klingbeil, Martin Rabanus und Falko Mohrs an Vertreter der Film- und Theaterlandschaft gewandt, um von ihnen zu erfahren, wo bei uns der Schuh drückt, wo noch wie nachjustiert werden müsste.

Dass sich die hohe Politik so früh für uns Kulturschaffende interessiert, ist sehr erfreulich. Gehören wir doch – auf den ersten Blick 😉 – nicht unbedingt zu den „systemrelevanten“ Branchen.

Donnerstag, 02.04. 11:00 Uhr

Hinweis auf Spendenaktion des ensemble-netzwerks

Das ensemble-netzwerk bittet in Zeiten von Corona um Unterstützung für Ihre Spendenaktion.

Es geht um eine Soforthilfe für Theaterschaffende …

Der BFFS bittet auch seine Mitglieder, diese Spendenaktion zu verbreiten – und (wenn sie können 😉 auch selbst zu spenden.

Donnerstag, 02.04. 10:00 Uhr

Gemeinsame Vorstandskonferenz von BFFS und ensemble-netzwerk

Eines der großen Problemfelder in diesen Tagen ist die Situation an den Bühnen. Die Gastschauspieler*innen fürchten ihre Gagen für die ausgefallenen Vorstellungen zu verlieren. Aber auch die finanzielle Lage an manchen Theatern, vor allem an Privattheater ist fatal. Ohne Hilfe werden viele von ihnen die Corona-Krise nicht überleben. Unsere Kulturlandschaft würde verarmen und wir Schauspieler*innen, die ohne die Engagements an diesen Häusern, auch.

Das ensemble-netzwerk und der BFFS haben schon viel unternommen, um uns Theaterschaffende und unsere Bühnen zu unterstützen. Nun wollen beide Verbände ihre Arbeit noch besser aufeinander abstimmen und bündeln. Dazu trafen sich heute beide Vorstandsteams in einem gemeinsamen Telefonkonferenzraum. Sie werden ihre Besprechung Morgen fortsetzen.

Mittwoch, 01.04. 17:00 Uhr

BFFS schreibt an 70 Theater, um die Gagen der Gastschauspieler*innen zu sichern

Der Corona-Virus hat den deutschen Theaterbetrieb stillgelegt. Die angesetzten Theatervorstellungen sind alle abgesagt worden! Auch Probenarbeit findet nicht mehr statt. Das ist traurig, aber das einzig Vernünftige. Die Gefahr, sich anzustecken, ist viel zu groß.

Darunter leidet nicht nur das Kulturleben der Städte und Gemeinden, darunter leiden auch die Kassen der Theater.

Im Gegensatz zu den Künstler*innen, die auf ganze Jahresspielzeiten an diesen Theatern angestellt sind und ein Monatsgehalt bekommen, werden Gastschauspieler*innen nach Anzahl der mit ihnen vereinbarten Vorstellungen vergütet. Dies und manche unwirksame Formulierungen in den Arbeitsverträgen der Gäste verleitet manche Theater zu der Auffassung, ihre Gastschauspieler*innen für die ausgefallenen Vorstellungen überhaupt nicht vergüten zu müssen. Das ist ein fataler Irrtum.

Der BFFS führt seit einer Woche eine Bühnen-Umfrage durch, an der sich inzwischen weit über tausend Schauspieler*innen beteiligt haben. So gewinnt der BFFS von Tag zu Tag einen besseren Überblick, wo mit der Vergütung der Gastschauspieler*innen wie umgegangen wird.

Der BFFS hat bisher 70 Theater identifiziert, an denen die Bezahlung der Gastschauspieler*innen gefährdet zu seien scheint, und heute angeschrieben.

Zum Wortlaut des Briefs …

Auch der Deutsche Bühnenverein, der immerhin die Arbeitgeberorganisation der meisten Deutschen Bühnen ist, appelliert in einem Rundschreiben, fair mit den Gastschauspieler*innen umzugehen. Hier der entsprechende Auszug aus dem Rundschreiben des Deutschen Bühnenvereins:

„Verträge mit Gastkünstler*innen

Die Frage, wie mit den Vergütungsansprüchen von Gastkünstler*innen umgegangen werden soll, wird derzeit verständlicherweise intensiv diskutiert. Neben rein rechtlichen Gesichtspunkten sollte auch der faire Umgang mit Gastkünstler*innen ein wichtiger Aspekt sein.

Einige öffentlich finanzierte Theater haben deshalb bereits entscheiden, eine Spaltung zwischen festangestellten Darsteller*innen und auf Gastvertrag beschäftigten Schauspieler*innen soweit, wie rechtlich vertretbar, zu vermeiden. Erreicht wird das insbesondere durch eine großzügige Einordnung eines/r Gast-Darstellers/Darstellerin als arbeitsrechtliche/r Arbeitnehmer*in, so dass sich eine Vergütungszahlung auch ohne Leistungserbringung ergibt. Da die Abgrenzung höchst streitig ist (s. Rundschreiben U041 vom 12. März 2020), dient eine solche Entscheidung der Vermeidung von unnötigen Rechtsstreitigkeiten. Sie ist damit auch beim Rechtsträger und bei einer späteren Rechnungsprüfung gut vertretbar, sollte aber durch einen Aktenvermerk o.ä. dokumentiert werden.

Soweit dies nicht in Betracht gezogen werden kann, kommt eine anteilige z.B. hälftige Zahlung der Gage für bereits zugesagte Vorstellungen in Betracht. Soweit sich ein solches Vorgehen nicht aus dem abgeschlossenen Gastvertrag ableiten lässt, kommt es in Betracht, eine Auflösungsvereinbarung zwischen den Parteien des Gastvertrags abzuschließen, die die Rechtsgrundlage für die anteilige Gagenzahlung bietet. Da die von der öffentlichen Hand getragenen Theater auch bei einem solchen Vorgehen an den Grundsatz der sparsamen und zweckmäßigen Mittelverwendung gebunden sind, empfehlen wir, insoweit im Zweifelsfall Rücksprache mit den Rechtsträgern zu halten und sich einen angemessenen Handlungsspielraum für entsprechende Vereinbarungen mit Gastkünstler*innen einräumen zu lassen.“

Mittwoch, 01.04. 11:00 Uhr

BFFS gibt virtuelle Pressekonferenz zu Schauspieler*innen in der Corona-Krise

Um auf die spezielle Situation von uns Schauspieler*innen in der Corona-Krise aufmerksam zu machen, hat der BFFS heute erstmalig zu einer virtuellen Pressekonferenz eingeladen. Und die Resonanz war überwältigend: Ob eine Nachrichtenagentur wie die dpa, überregionale Tageszeitungen wie die Bild, die Süddeutsche oder die Frankfurter Allgemeine, regionale Tageszeitungen wie die Rheinische Post oder die Siegener Zeitung, Radiosender wie der Bayerische Rundfunk oder der Saarländische Rundfunk, aber auch Magazine wie die Bunte und die Fachpresse wie DWDL oder cinearte – sie alle interessieren sich für unsere Themen! Und das ist großartig!

Hier die ersten Reaktionen …

RTL.de,

Welt

Deutschlandfunk Kultur

blogger-net.com

ARCOR

Berlin.de das offizielle Hauptstadtportal

Kölnische Rundschau (etwas weiter unten),

Naumburger Tageblatt (etwas weiter unten),

Kölner Stadtanzeiger (etwas weiter unten),

Mitteldeutsche Zeitung (etwas weiter unten),

Berliner Sonntagsblatt

Focus online

WDR

Süddeutsche Zeitung.

Dienstag, 31.03. 18:00 Uhr

Der BFFS konzentriert in der Corona-Krise sich auf drei Punkte!

Dass Schauspieler*innen immer wieder mal Durststrecken haben, ist leider normal. Dass dies für nicht wenige Schauspieler*innen sehr oft zutrifft, leider auch. Aber dass quasi alle Schauspieler*innen nicht mehr spielen dürfen, weder Einkünfte noch Perspektiven haben, alle zu gleicher Zeit – das ist völlig neu und eine Katastrophe.

Die Gewerkschaft der Schauspieler*innen, der Bundesverband Schauspiel, konzentriert sich in dieser Ausnahmesituation auf drei Punkte:

Erstens muss für diejenigen Schauspieler*innen, deren Vorstellungen und Drehtage wegen der Corona-Krise akut ausfallen, die Vergütungsfrage geklärt werden. Als Arbeitnehmer haben sie einen Anspruch auf ihre Vergütung. Sie dürfen jetzt nicht leer ausgehen.

Darum hat der BFFS gemeinsam mit ver.di und der Produzentenallianz für die Filmbranche einen Kurzarbeits-Tarifvertrag ausgehandelt. Darum ist der BFFS ständig im Kontakt mit dem Deutschen Bühnenverein. Darum wendet sich der BFFS an jedes Theater, deren Schauspielgäste um ihre Gage fürchten müssen und an jeden ihrer Rechtsträger, also die Städte, Gemeinden, Bundesländer.

Zweitens muss für die große Mehrheit der Schauspieler*innen, die gerade keine Engagements haben und wegen der Coronakrise – wer weiß wie lange? – auch keine in Aussicht haben, aber teure Mieten bezahlen müssen, ihre Familie ernähren müssen usw. zumindest der persönliche Lebensunterhalt abgesichert werden, muss auch ihr sozialer Schutz erhalten bleiben.

Darum hat der BFFS in Windeseile alle seine politischen Kontakte aktiviert, hat zahllose Telefonate mit Abgeordneten und Ministern geführt. Darum wurde die Öffentlichkeitsarbeit intensiviert.

Drittens muss der BFFS die erste Anlaufstelle sein, wohin sich die Schauspieler*innen mit ihrer akuten Not wenden können, wo sie rechtlich beraten werden, wo sie herzlich aufgefangen werden.

Niemand weiß, wie lange die Corona-Krise noch dauern wird. Aber der Bundesverband Schauspiel weiß, dass er durchhalten wird, an der Seite aller Schauspieler*innen zu stehen.

Montag, 30.03. 19:00 Uhr

Nicht zögern – Kurzarbeitslösung nach Tarifvertrag zustimmen!

Die Dreharbeiten sind in Deutschland weitgehend alle gestoppt. Viele Produktionsfirmen wollen Kurzarbeit beantragen und fragen ihre Teams und ihre Schauspieler*innen um Zustimmung. Viele von ihnen haben dies schon getan. Andere sind noch unsicher. Schließlich sind sie keine Juristen und Kurzarbeit ist in unserer Branche noch etwas völlig Unbekanntes.

Der BFFS rät: Wenn die Produktionsfirma mit Einführung der Kurzarbeit den neuen Kurzarbeits-Tarifvertrag anwendet, können sich die Schauspieler*innen und die Teams ohne zu zögern getrost darauf einlassen.

Dieser Kurzarbeits-Tarifvertrag wurde von den Gewerkschaften BFFS und ver.di ausgehandelt. Die Regelungen wurden von ihren arbeits- und tarifrechtlich spezialisierten Fachanwälten zur Genüge durchdacht und geprüft. Niemand muss sich fürchten, niemand muss teure Anwälte bemühen.

Die Vereinbarung über Kurzarbeit in der jetzigen Corona-Krise bietet den Produktionsfirmen die Möglichkeit, die negativen Folgen eines totalen Arbeitsausfalles und der damit einhergehenden gravierenden Umsatzeinbußen über die Inanspruchnahme von Kurzarbeitsgeld bei der Bundesagentur für Arbeit abzufedern. Ein möglicherweise wichtiger Beitrag zur Abwendung der Insolvenz des Betriebes.

Mit dem Kurzarbeits-Tarifvertrag erhalten Schauspieler*innen und Filmschaffende einen wesentlichen – wenn auch nicht vollständigen – Anteil ihrer Vergütung während der Phase der Kurzarbeit, also während der Krise.

Nach dem Ende des Shutdowns, wenn also die Drehtätigkeiten wieder aufgenommen werden, erhalten Schauspieler*innen und Filmschaffende für die dann stattfindenden Dreharbeiten wieder ihre Vergütung zu den ursprünglichen Konditionen.

Eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Der Betrieb hat eine realistische Überlebenschance. Schauspieler*innen und Filmschaffende können nach der Krise ihre Arbeit zu Ende bringen, gegen Entgelt versteht sich.

Schauspieler*innen, die trotzdem noch Fragen haben, können sich gerne an die Profis der Schauspielgewerkschaft, des BFFS, wenden. Für Mitglieder ist diese rechtliche Erstberatung übrigens kostenlos. Telefon: +49-30-225027930.

Filmschaffende wenden sich bitte an die Experten von ver.di.

Montag, 30.03. 15:00 Uhr

BFFS lädt zur Online-Pressekonferenz ein

Zu schauspielen vor dem Publikum, vor der Kamera – das ist der schönste Beruf der Welt. Dafür nehmen wir die miesen sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen meist in Kauf, die unsere atypischen Beschäftigungsverhältnisse mit sich bringen.

Jetzt ist die Situation anders. Die Corona-Krise ruiniert nicht nur unser ohnehin schon kümmerliches soziales und wirtschaftliches Dasein, verbraucht unsere letzten finanziellen Reserven, sie verbietet uns zu spielen vor dem Publikum, vor der Kamera, ja, sie legt unsere ganze Bühnen-, Film-Fernseh- und Synchronlandschaft für unbestimmte Zeit lahm und bedroht sie in ihren Grundfesten.

Wie können wir sie retten? Wie können wir uns retten? Wer hilft uns?

Grund genug, davon in der Öffentlichkeit zu berichten.

Am Mittwoch dem 1. April um 11:00 Uhr lädt der Vorstand des Bundesverband Schauspiel zur Pressekonferenz ein – online, versteht sich.

Sonntag, 29.03. 12:00 Uhr

Sehr hohe Beteiligung der Bühnenschauspieler*innen an der BFFS-Umfrage

Auf die BFFS-Umfrage zum Umgang der Theater mit unseren Vergütungsansprüchen liegen bereits über 1.000 Meldungen vor. Das ist eine ganze Menge – Vielen Dank!

Die BFFS-Umfrage richtet sich vor allem an diejenigen Schauspieler*innen, die gerade in einem vertraglich vereinbarten Theaterengagement stecken oder eines vor sich haben, bei dem aber wegen der Corona-Krise jetzt nicht gespielt bzw. nicht geprobt werden kann.

Damit der Bundesverband Schauspiel sich gezielt und rechtzeitig um die „Problem“-Theater kümmern kann, braucht er dringend Informationen, wo mit den Bühnenschauspieler*innen wie mit der Bezahlung umgegangen wird. Und der BFFS braucht diese Informationen in Echtzeit. Falls sich die Situation am Theater ändert – Bitte alles dieser Umfrage anvertrauen!

Sie dauert keine 5 Minuten!

ZUR UMFRAGE

Der Deutsche Bühnenverein appelliert zwar an seine Theater und deren Rechtsträger, …

„Neben rein rechtlichen Gesichtspunkten sollte auch der faire Umgang mit Gastkünstler*innen ein wichtiger Aspekt sein.“

Aber wie verhalten sich die Theater? Wie deren Rechtsträger, die Städte, Gemeinden und Länder? Die Lage bleibt bislang unklar.

Samstag, 28.03. 19:00 Uhr

Der BFFS beantwortet häufig gestellte Fragen

Der BFFS hat in den letzten Tagen die von uns Schauspieler*innen am häufigsten gestellten Fragen zur aktuellen Situation während der Corona-Krise gesammelt, auf unserer Homepage zusammengestellt und beantwortet:

Zu den Fragen und Antworten

All die neuen Fragen und Antworten, die gerade täglich auf uns alle einprasseln, wird der BFFS hier mit Hilfe seines Justiziars Bernhard F. Störkmann regelmäßig aktualisieren.

Samstag, 28.03. 14:00 Uhr

Vorsicht vor falschen rechtlichen Hinweisen!

In sogenannten Brancheninfos, in sozialen Netzwerken und auf einer Online-Plattform werden falsche rechtliche Hinweise gegen den jüngst erfolgreich abgeschlossenen Kurzarbeits-Tarifvertrag gestreut. Diese Informationen werden von Personen in die Welt gesetzt, die nicht über die notwendige fachliche Kompetenz verfügen.

Niemand sollte sich hiervon verunsichern lassen!

Unsere Gewerkschaften ver.di und BFFS stehen allen Filmschaffenden bzw. Schauspieler*innen zur Beantwortung von Fragen über die Möglichkeiten der Kurzarbeit gerne zur Verfügung.

Freitag, 27.03. 18:00 Uhr

Das Sozialschutz-Paket zur Absicherung des persönlichen Lebensunterhalts ist beschlossen

Das …

Gesetz für den erleichterten Zugang zu sozialer Sicherheit und zum Einsatz und zur Absicherung sozialer Dienstleister aufgrund des Coronavirus SARS-CoV-2 

… wurde – nachdem es am 23.03. vom Bundeskabinett beschlossen, am 25.03 im Bundestag verabschiedet und ihm heute am 27.03 im Bundesrat zugestimmt wurde – kurz danach vom Bundespräsident unterschrieben.

Damit ist dieses (kurz gesprochen) „Sozialschutz-Paket“ in Kraft, das den persönlichen Lebensunterhalt der durch die Corona-Krise in ihrer Existenz bedrohten Menschen absichern soll.

Hier der Wortlaut des Gesetzes …

Der BFFS wird die einzelnen Bestimmungen studieren, inwieweit sie uns Schauspieler*innen helfen können, und entsprechend seine nächsten politischen Initiativen planen.

Freitag, 27.03. 15:00 Uhr

Der Kurzarbeits-Tarifvertrag ist schon jetzt ein Renner

Erst wenige Tage ist der von ver.di und BFFS mit der Produzentenallianz abgeschlossene Tarifvertrag für Kurzarbeit am Filmset in Kraft, da lässt sich bereits eine erste positive Bilanz ziehen. Davon berichten unsere Gewerkschafts-Partner von ver.di FilmUnion:

https://filmunion.verdi.de/und-action/nachrichten/++co++f0c5765c-702e-11ea-96c5-001a4a160100

„Seit bekannt ist, dass dieser Kurzarbeits-Tarifvertrag in wirklich sehr bemerkenswert kurzer Zeit abgeschlossen wurde, hat es in vielen Produktionen klare Entscheidungen für die Kurzarbeit und gegen Kündigungen gegeben“,

sagt Rechtsanwalt Marcus Sonnenschein, Partner und Fachanwalt für Arbeitsrecht in der Medienkanzlei Brehm & v. Moers. Und ergänzt:

„In einigen Produktionen, die bereits in der letzten Woche Kündigungen ausgesprochen hatten, konnten auf Grundlage des Tarifvertrags sogar die Rücknahme der Kündigungen sowie die Beantragung von Kurzarbeitergeld erreicht werden.“

Dass Kündigungen sogar zurückgenommen wurden, bestätigt auch ver.di-Gewerkschaftssekretär Hikmat El-Hammouri. So geschehen etwa bei der Produktion „Der Überfall“ in Babelsberg oder beim Dreh für einen Berliner Tatort. Bei der Saxonia Media, die in Leipzig die ARD-Serie „In aller Freundschaft“ produziert, erwarte man die Rücknahme der Kündigungen dagegen am Montag, so El-Hammouri.

Sonnenschein spricht dem neuen Tarifvertrag sein ausdrückliches Lob aus,

„denn damit bekommt die Branche Sicherheit. Jeder hat jetzt einen Fahrplan und weiß: so kann es gehen, so kriegen wir es durch“.

Selbst nicht tarifgebundene Produktionsunternehmen würden sich mit dem Tarifvertrag auseinandersetzen,

„in der Hoffnung, das Drehteam zusammenzuhalten“.

An die verschiedenen Akteur*innen appelliert der Fachanwalt:

„Die Branche wird ihre Probleme nur gemeinsam und nicht gegeneinander lösen.“

Donnerstag, 26.03. 14:00 Uhr

Tipp: Helfende Hand für Frauen e.V. hilft speziell Frauen in Berlin, Brandenburg und München

Die Corona-Krise stellt uns alle vor große Herausforderungen.

Manche kommen nicht so gut wie andere zurecht.

Helfende Hand hat sich zum Ziel gesetzt, Frauen zur Seite zu stehen, ihnen zu helfen – sei es durch finanzielle oder praktische materielle Hilfe.

Wenn Sie Hilfe benötigen, schauen Sie hier.

Donnerstag, 26.03. 13:00 Uhr

Dringende Umfrage an Bühnenschauspieler*innen – Bitte teilnehmen!

Die folgende Bühnen-Umfrage schafft dem Bundeverband Schauspiel e.V. eine fundierte Aussage über die aktuelle Lage unserer Theaterkolleg*innen und rettet womöglich Existenzen.

Bitte teilnehmen! Dauert keine 5 Minuten!

ZUR UMFRAGE

Wegen der Corona-Pandemie sind alle Theatervorstellungen gestrichen und alle Probenarbeiten eingestellt. Aber viele Kolleg*innen – vor allem die Gastschauspieler*innen – sorgen sich um ihre Bezahlung. Der Deutsche Bühnenverein appelliert an seine Theater und deren Rechtsträger, …

„Neben rein rechtlichen Gesichtspunkten sollte auch der faire Umgang mit Gastkünstler*innen ein wichtiger Aspekt sein“

Aber wie verhalten sich die Theater? Wie deren Rechtsträger, die Städte, Gemeinden und Länder? Die Lage ist unklar.

Damit der Bundesverband Schauspiel sich gezielt um die Problemtheater kümmern kann, braucht er dringend Informationen, wo mit den Bühnenschauspieler*innen wie umgegangen wird. Und der BFFS braucht diese Informationen in Echtzeit. Falls sich die Situation am Theater ändert – Bitte alles dieser Umfrage anvertrauen!

 

Mittwoch, 25.03. 21:00 Uhr

Der Kurzarbeits-Tarifvertrag ist vorteilhaft für Filmschauspieler*innen und -firmen

  • Der BFFS rät uns Schauspieler*innen, sich auf keinen Fall vorschnell auf irgendwelche Vertragsänderungen, -verschiebungen, gar -kündigungen etc. mit reduzierter oder Null-Vergütung einzulassen!
  • Der BFFS rät, nur Prozedere entsprechend des neuen Kurzarbeits-Tarifvertrags zu akzeptieren!
  • Der BFFS rät, sich lieber beim BFFS zu erkundigen, um nicht auf Tricks reinzufallen!

Filmfirmen, die wegen der Corona-Krise nicht mit uns Schauspieler*innen in unserer Vertragszeit drehen können, müssten uns trotzdem wie vertraglich vereinbart voll vergüten. Verweise auf „Höhere-Gewalt“ oder entsprechende standardisierte Formulierungen in den Schauspielverträgen werden wohl einer gerichtlichen Überprüfung kaum standhalten.

In diesem Dilemma eröffnen die Tarifparteien ver.di, BFFS und die Produzentenallianz den Filmfirmen mit dem neuen Kurzarbeits-Tarifvertrag eine große Chance, ihren finanziellen Schaden gering zu halten.

Die Agentur für Arbeit schießt ordentlich zu!

Wenn die Filmfirmen bei der Agentur für Arbeit Kurzarbeit beantragen, bekommen sie von ihr für die auf Kurzarbeit Null gesetzten Mitarbeiter*innen 60% bzw. 67% vom Netto der Vergütungen, die diese Mitarbeiter*innen vertraglich hätten bekommen müssen. Bei Vergütungen über der Beitragsbemessungsgrenze (West 6.900 € / Ost 6.450 €) gilt die Netto-Summe von dieser Grenze.

Der Kurzarbeits-Tarifvertrag legt noch einmal drauf!

Die Regelungen des Kurzarbeits-Tarifvertrags sorgen dafür, dass Schauspieler*innen und Filmschaffende mehr verdienen, als das von der Agentur für Arbeit getragene Kurzarbeitsgeld. Die Filmfirma stockt das Kurzarbeitergeld auf.

Die Schauspieler*innen bekommen letztendlich das gleiche ausgezahlt, was sie von ihren Drehtagsgagen Netto erhalten hätten – es sei denn ihre Drehtagsgagen überschreiten 90% der Beitragsbemessungsgrenze (West 6.210 €, Ost 5805 €), dann wird von dieser Grenze die Netto-Summe ausgezahlt.

Die Differenz zwischen dem Kurzarbeitergeld der Agentur für Arbeit und dem letztendlich an die Schauspieler*innen ausgezahlten Nettobetrag ist die Aufstockung der Filmfirmen – ein Zuschuss, der die Filmfirmen weniger schmerzen wird, als die ursprünglich vereinbarten Gagen zahlen zu müssen.

  • Der BFFS rät den Filmfirmen, die Chance des Kurzarbeits-Tarifvertrags zu ergreifen!

Mittwoch, 25.03. 12:00 Uhr

Lederer verlangt Milliarden für Rettung der Kultur

Berlins Kultursenator fordert ähnliche Anstrengungen für die Kultur wie 2008 für die Bankenkrise. Wörtlich sagt er:

„2008 war es binnen weniger Tage möglich, mehrstellige Milliardenbeträge für die Rettung von Banken bereitzustellen.  Wenn das damals möglich war, dann muss es jetzt möglich sein, diese existenzielle Kulturinfrastruktur zu sichern. Das ist das, worum wir hier kämpfen.“

Der BFFS hofft, dass die Worte des Berliner Kultursenators bundesweit bei seinen Politikkolleg*innen nicht ungehört bleiben.

Dienstag, 24.03. 17:00 Uhr

Filmmakers-Angebot an BFFS-Mitglieder

Filmmakers macht allen Schauspieler*innen ein großzügiges Angebot, worüber wir uns sehr freuen. Vielen Dank an das gesamte Filmmakers-Team!

Liebe Schauspieler*innen,

die Entwicklungen der vergangenen Tage haben in unserer Branche zu einer Situation geführt, die für viele Kolleginnen und Kollegen folgenschwere finanzielle Einschränkungen mit sich bringen wird.
Wir bei filmmakers sind uns dabei bewußt, dass für manch einen schon jetzt die gesamte persönliche und berufliche Existenz bedroht ist.
Daher haben wir uns in den vergangenen Tagen Gedanken darüber gemacht, welchen Teil wir dazu beitragen können, Euch zu stärken und unsere Solidarität mit Euch zu zeigen.

In einem ersten Schritt haben wir bereits in der vergangen Woche damit begonnen, Einzüge bis Mitte April zu verschieben, Zahlungsziele zu verlängern und uns dazu entschieden, auf Zahlungserinnerungen für die gesamte Zeit der Corona-Krise zu verzichten.
All jenen, die sich schon jetzt nicht in der Lage sehen, die finanziellen Folgen zu stemmen, möchten wir darüber hinaus individuelle Angebote machen, die noch darüber hinaus gehen.
Bitte schreibt unserer Buchhaltung (buchhaltung@filmmakers.de), wenn Ihr in diesen Zeiten eine filmmakers-Rechnung in Euren Mails findet oder noch Zahlungen aus der Vergangeheit offen sind und Euch zeitgleich die Finanzen den Schlaf rauben.
Wir werden in allen Fällen versuchen, eine individuelle Lösung für Euch zu finden, die Euch entlastet, sei es durch großzügige Zahlungsaufschübe oder Vereinbarung von passenden Ratenzahlungen etc.

Zugleich wollen wir aber auch den Blick in die Zukunft richten, denn wir sind uns nicht zuletzt mit unserem Kooperationspartner Bundesverband Casting e.V. (BVC) sicher, dass unmittelbar in Zeiten nach „Corona“ mit Hochdruck gedreht werden wird.
Nutzt daher auch die unfreiwillig freie Zeit, Euer Material zu kontrollieren und gegebenenfalls Einträge in Bezug auf Wohnorte, Sprachkenntnisse etc. zu aktualisieren, denn die Caster haben gerade jetzt mehr Zeit, um Showreels und Viten zu sichten.

Falls Eure Agentur Mitglied im Verband der Agenturen für Film, Fernsehen und Theater e.V. (VdA), den wir in dessen Auftrag mit unseren IT-Services unterstützen, ist, dann wird Euer Profil möglicherweise automatisch mit den Daten aus dem Datenpool des Verbandes der Agenturen aktualisiert.
Sprecht also gegebenenfalls zunächst mit Eurem Agenten über die Möglichkeiten, die der „Pool“ zu bieten hat.

Solltet Ihr bei der Bearbeitung Eurer Profile unsere Unterstützung benötigen, dann seid ihr ebenfalls herzlich eingeladen, uns zu kontaktieren.
Ihr erreicht uns aufgrund der aktuellen Situation allerdings nicht wie gewohnt im Büro, sondern nur per Mail an service@filmmakers.de.
Schickt aber bei Fragen gerne Eure Mobilnummer mit, dann können wir Euch, falls gewünscht, so schnell wie es uns aufgrund der besonderen Situation möglich ist, zurückrufen.

Nun hoffen wir, dass unsere Nachricht für all diejenigen unter Euch, die schon heute am stärksten betroffen sind, eine gewisse Erleichterung bedeutet.
Mit Euch drücken wir die Daumen, dass sich die Situation so schnell wie möglich verbessert.

Wir wünschen allen, die in diesen Tagen erkrankt sind, gute Besserung, werdet schnell wieder gesund! Ansonsten…

Bleibt gesund!

Viele liebe Grüße

Euer filmmakers-Team

Dienstag, 24.03. 9:00 Uhr

Produzentenallianz, BFFS und ver.di schließen Kurzarbeits-Tarifvertrag

Die Corona-Krise hat das Potential, sowohl Filmproduzenten als auch Schauspieler*innen und Filmschaffende in den Ruin zu treiben. Das ist genau der Moment, in dem Tarifparteien trotz ihrer natürlichen Interessengegensätze beweisen können, ob sie auch zur (Tarif-)Partnerschaft taugen. Diese Bewährungsprobe haben Produzentenallianz, ver.di und BFFS bestanden.

In einem noch nie dagewesenen Tempo haben sie eine Tarif-Premiere hingelegt, die für Arbeitnehmer und Arbeitgeber Rettung verspricht. Das Instrument der Kurzarbeit, das bereits andere Branchen in anderen Wirtschaftskrisen vor dem Untergang bewahrt hat, wird nun auch in der Filmbranche Einzug halten.

Der von ihnen heute am Dienstag (24.03.) unterschriebene Kurzarbeits-Tarifvertrag tritt Mittwoch (25.03.) in Kraft und weist der Filmbranche einen schnellen und für alle Seiten fairen Weg, in dieser Corona-Krise die Personalkosten erheblich zu senken, den Filmbetrieb zu retten ohne die Arbeitnehmer nicht zu bezahlen oder gar zu kündigen.

Denn nach Beantragung der Filmproduktion auf Kurzarbeit und auf Basis dieses Kurzarbeits-Tarifvertrags wird ein Großteil der Personalkosten von der Bundesagentur für Arbeit getragen. Die gesetzlichen Kurzarbeit-Regelungen wurden im Zeichen der Corona-Krise noch einmal zugunsten der Arbeitgeber verbessert.

Auf den Sockel der Gelder von der Bundesagentur für Arbeit zahlen die Filmproduktionen noch einen weiteren Zuschuss, so dass

  • die Filmschaffenden so viel wie der Netto-Betrag ihrer Tarifgagen – gekappt bei der Beitragsbemessungsgrenze –
  • und die Schauspieler*innen so viel wie ihre vereinbarten Gagen – gekappt bei 90% der Beitragsbemessungsgrenze –

ausgezahlt bekommen.

Hier ist BFFS-Pressemeldung …

Und hier der Kurzarbeits-Tarifvertrag …

Nun wird sich zeigen, ob die Filmproduktionen die helfende Hand ergreifen, die ihnen der Gesetzgeber und die Tarifpartner reichen.

Dienstag, 24.03. 9:00 Uhr

Theaterschauspielgäste nicht zu bezahlen, ist nicht im Sinne des Deutschen Bühnenvereins!

Viele von unseren Kolleg*innen, die als Gast an Stadt-, Landes-, oder Staatstheatern engagiert sind und deren angesetzte Vorstellungen nun alle abgesagt wurden, sind zutiefst verunsichert und fürchten, ihre Gage komplett zu verlieren. Das wäre ganz und gar nicht im Sinne des Deutschen Bühnenvereins, der immerhin die Arbeitgeberorganisation der meisten Deutschen Bühnen ist.

Hier der entsprechende Auszug aus dem Rundschreiben des Deutschen Bühnenvereins:

„Verträge mit Gastkünstler*innen

Die Frage, wie mit den Vergütungsansprüchen von Gastkünstler*innen umgegangen werden soll, wird derzeit verständlicherweise intensiv diskutiert. Neben rein rechtlichen Gesichtspunkten sollte auch der faire Umgang mit Gastkünstler*innen ein wichtiger Aspekt sein.

Einige öffentlich finanzierte Theater haben deshalb bereits entscheiden, eine Spaltung zwischen festangestellten Darsteller*innen und auf Gastvertrag beschäftigten Schauspieler*innen soweit, wie rechtlich vertretbar, zu vermeiden. Erreicht wird das insbesondere durch eine großzügige Einordnung eines/r Gast-Darstellers/Darstellerin als arbeitsrechtliche/r Arbeitnehmer*in, so dass sich eine Vergütungszahlung auch ohne Leistungserbringung ergibt. Da die Abgrenzung höchst streitig ist (s. Rundschreiben U041 vom 12. März 2020), dient eine solche Entscheidung der Vermeidung von unnötigen Rechtsstreitigkeiten. Sie ist damit auch beim Rechtsträger und bei einer späteren Rechnungsprüfung gut vertretbar, sollte aber durch einen Aktenvermerk o.ä. dokumentiert werden.

Soweit dies nicht in Betracht gezogen werden kann, kommt eine anteilige z.B. hälftige Zahlung der Gage für bereits zugesagte Vorstellungen in Betracht. Soweit sich ein solches Vorgehen nicht aus dem abgeschlossenen Gastvertrag ableiten lässt, kommt es in Betracht, eine Auflösungsvereinbarung zwischen den Parteien des Gastvertrags abzuschließen, die die Rechtsgrundlage für die anteilige Gagenzahlung bietet. Da die von der öffentlichen Hand getragenen Theater auch bei einem solchen Vorgehen an den Grundsatz der sparsamen und zweckmäßigen Mittelverwendung gebunden sind, empfehlen wir, insoweit im Zweifelsfall Rücksprache mit den Rechtsträgern zu halten und sich einen angemessenen Handlungsspielraum für entsprechende Vereinbarungen mit Gastkünstler*innen einräumen zu lassen.“

Dienstag, 24.03. 8:00 Uhr

BFFS appelliert an Synchronproduzent*innen

Der BFFS begrüßt die verantwortungsvolle Maßnahme vieler Synchronproduzent*innen, die sich für die Einstellung des Studiobetriebes entschlossen haben. Gleichzeitig appelliert der BFFS an all jene Synchronproduzent*innen, die weiterhin produzieren, den Gesundheitsschutz der Kolleg*innen zu gewährleisten und bestenfalls ebenso den Betrieb einzustellen.

Hier der Wortlaut des Appells …

Montag, 23.03. 19:00 Uhr

Soforthilfeprogramm hält wohl auch uns Schauspieler*innen über Wasser

Schon am Wochenende haben Bundespolitiker auf Arbeitsgruppen-, Staatssekretär- und Ministerebene gegenüber dem BFFS zugesagt, uns Schauspieler*innen bei der Planung des Soforthilfeprogramms nicht zu vergessen. Heute am Montag kommen die ersten Maßnahmen der Bundesregierung ans Licht. Und die Bundespolitik scheint Wort zu halten. Wie von den Politikern*innen skizziert, wird das Soforthilfeprogramm aus drei Komponenten bestehen:

  1. Sicherung des Lebensunterhalts

Die vielen Menschen, deren Einkünfte von heute auf Morgen weggebrochen sind und die auch keine Aussicht auf Arbeitslosengeld 1 haben – das sind auch wir kurz befristeten oder unständigen Schauspieler*innen –, sollen mithilfe der Grundsicherung den Lebensunterhalt ohne Not bestreiten können. Dafür werden die Kriterien der Grundsicherung für eine gewisse Zeit an entscheidenden Stellen verbessert:

Denn im Unterschied zu den bisherigen Regelungen soll beim Antrag der Grundsicherung eventuell vorhandenes Vermögen keine Rolle spielen, kein Hindernis sein und nicht gemeldet werden. Niemand muss sich mehr „nackig machen“! Quasi eine „bedingungslose Grundsicherung“.

Ihre Sätze blieben zwar gleich, aber für Miete und Heizung, soll es nicht mehr eine (lächerlich niedrige) Pauschale geben, sondern sollen die tatsächlichen Kosten getragen werden. Davon profitieren auch die Schauspieler*innen, die vorwiegend in den Metropolen mit hohen Mieten wohnen (müssen).

  1. Betriebssicherung

Mit Zuschüssen soll den Kleinunternehmen, Solo-Selbstständigen und Freien Berufen unter die Arme gegriffen werden, die durch die Corona-Krise arge Probleme haben, ihren Betrieb aufrecht zu erhalten. Für den Zeitraum von drei Monaten können diejenigen mit bis zu 5 Beschäftigten bis zu 9.000 Euro und diejenigen mit bis zu 10 Beschäftigten bis zu 15.000 Euro erwarten. Das gilt natürlich auch für Schauspieler*innen, die außerdem selbständig unterwegs sind und dafür nun ihre Betriebskosten nicht mehr stemmen können.

  1. Flankierende Schutzmaßnahmen

Mit flankierenden Schutzmaßnahmen sollen Härten bei der Steuer, beim Kindergeld, bei KSK-Beiträgen, im Miet- und Insolvenzrecht usw. abgemildert werden.

Außerdem soll für die unterschiedlichen Hilfsanträge der Gang zu den Ämtern weitgehend vermieden werden. Das Zauberwort heißt „Online“.

Fazit:

Schlaraffenland wäre etwas anderes, aber fürs Leben reicht’s – UND ES GEHT WEITER!

Montag, 23.03. 16:00 Uhr

BFFS, ver.di und Produzentenallianz kommen einer tariflichen Lösung näher

Zum 5. Mal in 5 Tagen trafen sich die Tarifparteien BFFS, ver.di und Produzentenallianz in einer Telefonkonferenz, um an einer tariflichen Lösung zu arbeiten. Dieser Tarifvertrag soll einen Weg bahnen, damit Filmfirmen bei der Agentur für Arbeit Kurzarbeitergeld beantragen können, um ihren Betrieben und ihren Mitarbeiter*innen die Existenz zu sichern. Mit diesem Tarifvertrag können sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer gegenseitig stützen, weil er ihnen den Zugang zu staatlichen Geldern wesentlich erleichtert – zumal jetzt, da die Bundesregierung das Instrument Kurzarbeitergeld wegen der Corona-Krise noch ein Stück attraktiver gemacht hat.

Nun kommt es darauf an. Die Tarifpartner sind kurz vor der Ziellinie. Bewährt sich die Tarifpartnerschaft? Werden sie sich einig? Die Entscheidung muss in Kürze fallen.

Montag, 23.03. 14:00 Uhr

BFFS und GVL im Gespräch: Weitere Hilfsmaßnahmen sind in Planung

Nach verschiedenen bilateralen Gesprächen in den letzten Wochen zwischen den Vorstandsmitgliedern des BFFS und der Geschäftsführung der GVL fand heute Nachmittag eine zentrale Telefonkonferenz statt, in der die weiteren Schritte abgestimmt wurden. Die besprochenen Maßnahmen werden nun in den nächsten Tagen weiter konkretisiert und bekannt gegeben. Folgende Punkte stehen schon jetzt fest:

  1. Die kurzfristige Nothilfe der GVL, die aus dem separaten Sozialfond unabhängig von den Verteilungsgeldern finanziert wird, richtet sich an alle Künstler*innen, die nicht fest angestellt sind und in der Vergangenheit bereits von der GVL Zahlungen erhalten haben. Besondere Nachweise müssen bei den Abgaben nicht erbracht werden. Insgesamt stehen in dem Sozialfonds momentan noch bis zu 4 Mio. Euro für alle Berechtigten der GVL diese Nothilfe zur Verfügung. Weitere Informationen sind in unserer Meldung vom 22.03. 18.30 Uhr zu finden.
  2. Die Nachverteilung der ZPÜ-Gelder für die Jahre 2010 bis 2012 erfolgt bis Mitte April. Hier stehen rund 3,4 Mio. Euro für die Künstler*innen im AV-Bereich bereit. Ursprung dieser Gelder ist der Verhandlungserfolg der GVL gegenüber den Smartphone- und Tablet-Herstellern, die sich über ein Jahrzehnt geweigert hatten Zahlungen zu leisten.
  3. Für die zu überbrückenden finanziellen Zwischenräume wird die GVL ein Vorschusssystem auf kommende Verteilungen in Gang setzen. Das System wird eine Verrechnung mit künftigen Auszahlungsansprüchen vorsehen und dementsprechend nicht aus dem Sozialfond gespeist. Die genaue Gestaltung des Modells wird aktuell berechnet, weitere Informationen hierzu folgen in Kürze. Auf diese Weise wird die GVL nach besten Kräften einen Anteil zur Existenzsicherung der Kunstschaffenden leisten.

Diese und weitere Maßnahmen werden zwischen dem Vorstand des BFFS und der Geschäftsführung der GVL fortwährend besprochen und entwickelt. Natürlich stehen auch die Mitarbeiter*innen der GVL unter dem Einfluss der Corona-Krise und müssen entsprechende Einschränkungen hinnehmen. Trotzdem sind wir sehr zuversichtlich, dass all dieser Unwägbarkeiten und Entwicklungen zum Trotz hier möglichst schnelle Hilfe eingerichtet werden kann.

Sonntag, 22.03. 20:00 Uhr

Warnung und Vorsicht vor unseriösen Angeboten!

In „Drückermanier“ wird derzeit Schauspieler*innen und Filmteams angeboten, gegen Zahlung von „nur“ 100,00 Euro, bzw. nur „wenigen“ hundert Euro pro Filmschaffenden, sie arbeitsrechtlich gegenüber Produktionsfirmen wegen des Shutdowns zu vertreten. In Aussicht gestellt wird unter anderem eine Kurzarbeitergeld-Regelung. Es müssten sich halt nur 100 Filmschaffende pro Produktion zusammenfinden, so das Angebot.

100 Filmschaffende a 100 Euro macht Zehntausend Euro Honorar. Zehntausend Euro Honorar – wofür?

Wer ein solches Angebot macht, versucht aus der Not von Filmschaffenden, Kapital zu schlagen. Ein solches Angebot wird von seriösen Künstleranwälten nicht unterbreitet.

Der BFFS und ver.di stehen in engem Austausch und in Verhandlungen mit der Produzentenallianz. BFFS und ver.di versuchen derzeit eine tarifvertragliche Kurzarbeitergeld-Regelung für Filmschaffende und Schauspieler*innen durchzusetzen. Damit sollen Möglichkeiten geschaffen werden, dass drohende Verdienstausfälle aufgrund des Shutdowns aufgefangen werden für den Zeitraum bis es wieder weiter geht.

Wichtiger Hinweis:

Mitglieder von BFFS und ver.di haben die Möglichkeit, sich zu ihrer Situation rechtlich bei ihren Gewerkschaften beraten zu lassen – ohne draufzuzahlen!

Darum Vorsicht! Und bitte melden, wenn solche unseriösen Angebote angetragen werden!

Sonntag, 22.03. 18:30 Uhr

Klarstellung: Soforthilfe der GVL gilt natürlich auch für Schauspieler*innen

Die von der GVL am 16.03. ins Leben gerufene kurzfristige erste Nothilfe für Berechtigte in Höhe von 250 Euro richtet sich an „ausschließlich freiberuflich“ tätige. Aus dieser Formulierung wird teilweise fälschlich herausgelesen, dass nur Selbstständige erfasst werden sollen – das ist nicht richtig!

Dazu versichert heute Dr. Tilo Gerlach, Geschäftsführer der GVL gegenüber dem BFFS:

„Freiberufler sind nicht ausschließlich Selbstständige, die Begriffe sind nicht synonym. Gemeint sind hier also alle, die nicht fest angestellt sind.“

Anspruchsberechtigt sind all jene, deren aktuelle Produktion gestoppt wurde und auch jene, die aufgrund der Corona-Krise keine neuen Aufträge mehr erhalten. Als Nachweis genügt bspw. eine allgemeine Ankündigung des jeweiligen Produzenten oder eine entsprechende Information per E-Mail.

Diejenigen, denen keine konkrete Produktion abgesagt wurde, die aber nun keine Folgeaufträge mehr erhalten, müssen zusätzlich nur angeben, dass sie in diesem Jahr schon für eines der betroffenen Unternehmen tätig waren. Ein Nachweis ist also für diesen Punkt nicht erforderlich! Es genügt in dem Antrag glaubhaft zu versichern, dass eine derartige Tätigkeit schon bestand.

Samstag, 21.03. 18:00 Uhr

Tarifpartner Produzentenallianz, BFFS und ver.di suchen weiter nach Lösungen

Inzwischen wurden noch mehr Dreharbeiten gestoppt bzw. geplante Filmproduktionen abgesagt. Die Produktionsfirmen machen sich Sorgen um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter*innen, aber auch um die Zukunft ihrer Firmen. Uns Schauspieler*innen und Filmschaffende plagen auch Ansteckungs- wie existenzielle Zukunfts-Sorgen. Das macht die Frage nach Lösungen noch dringender – z. B.: Wann muss der Stecker gezogen werden? Gibt es gesetzliche Rettungsanker, die von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite in dieser fatalen Lage genutzt werden können? Wie könnten sich beide Seiten gegenseitig helfen?

Der BFFS dankt seinen Tarifpartnern ver.di und Produzentenallianz für ihre Bereitschaft rund um die Uhr zur Verfügung zu stehen für konstruktive Gespräche und Überlegungen nach schnellen Lösungen.

Samstag, 21.03. 15:00 Uhr

Die Bundespolitik plant wohl ein dreistufiges Soforthilfeprogramm

Selbst am Wochenende halten Bundespolitiker*innen auf Arbeitsgruppen-, Staatsekretär- und Ministerebene den BFFS auf dem Laufenden und skizzieren die Grundzüge des geplanten Soforthilfeprogramms. Die politische Diskussion ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber so viel lässt sich wohl ohne Nennung näherer Details sagen: Gedacht wird an Hilfsmaßnahmen, die für die nächsten sechs Monate gelten sollen und dreistufig gegliedert wären. So wird überlegt,

  1. erheblich einfacher als bisher den persönlichen Lebensunterhalt aller Menschen abzusichern, denen nun die Einkünfte völlig wegbrechen,
  2. den nun in Not geratenen Betrieben der Kleinunternehmer und Solo-Selbstständigen unter die Arme zu greifen und
  3. diese Maßnahmen mit generellen Schutzinstrumenten im Steuer-, Miet-, Insolvenzrecht etc. zu flankieren.

Voraussichtlich bis zum Montag soll das Soforthilfeprogramm geschnürt sein und – das wurde dem BFFS versichert – die Schauspieler*innen würden nicht durchs Raster fallen.

Samstag, 21.03. 10:30 Uhr

Die zuständigen Bundespolitiker arbeiten fieberhaft am Sofortprogramm auch für Schauspieler*innen

Eile ist geboten. Die Bundespolitiker*innen wollen möglichst zeitnah und unkompliziert Kleinunternehmen, Solo-Selbstständige finanziell unterstützen sowie den Lebensunterhalt aller retten mit einem Soforthilfeprogramm. Gearbeitet wird ohne Pause – selbst am Wochenende.

Der BFFS engagiert sich mit dem gleichen Eifer, dass dabei die kurz befristet beschäftigten und die unständigen Schauspieler*innen nicht vergessen werden. Der BFFS hat in der Vergangenheit zu vielen Bundespolitikern einen direkten Draht aufbauen können. Das bewährt sich jetzt in der Not. Denn selbst am Wochenende ist der BFFS mit den Bundespolitiker*innen aller Ebenen in ständigen Kontakt, um Wege zu finden, die Existenz der Schauspieler*innen zu retten. Spätestens am Montag wissen wir mehr.

Freitag, 20.03. 16:30 Uhr

Sonderkonferenz der BFFS-Pat*innen mit dem Vorstand

Wegen der Corona-Krise hat der Vorstand des BFFS alle seine ehrenamtlich mitarbeitenden Mitglieder – also die Regional- und Ressort-Pat*innen – zu einer Sonder-Telefonkonferenz geladen. Die Herausforderungen des BFFS sind zurzeit gewaltig. Er muss an vielen Fronten gleichzeitig kämpfen, um …

  • für Schauspieler*innen schnelle und unbürokratische Unterstützungen von der Politik zu bekommen,
  • die Gagen, oder wenigstens ein Teil der Gagen, für die ausgefallenen Vorstellungen, Drehs und Synchrontermine zu retten,
  • aber auch staatliche Hilfe für unsere Arbeitgeber durchzusetzen, für Filmfirmen, Synchronstudios und Theater, vor allem für Privattheater, die ohnehin kaum finanzielle Reserven haben und
  • natürlich auch von anderen Seiten Entlastungen für unsereins zu bekommen, z. B. von der GVL.

Und nicht zuletzt muss der BFFS sich direkt, vertrauensvoll und ehrlich mit vielen Kolleg*innen, Arbeitgeber*innen und Politiker*innen darüber unterhalten,

  • ob und inwieweit bei Proben, Dreh-, Synchron-Arbeiten Ansteckungsgefahr droht, wann der Stecker gezogen werden muss.

Der Vorstand bittet die Pat*innen und alle Mitglieder von ganzem Herzen, dem BFFS bei diesem Kampf für uns Schauspieler*innen zu unterstützen. Wir dürfen jetzt keine Kraft verschwenden, keinen unnötigen Streit vom Zaun brechen, keine Panik schüren, uns nicht in Missmut baden. Wir müssen zusammenhalten, uns gegenseitig helfen und uns Mut machen!

Freitag, 20.03. 13:00 Uhr

Die Tarifpartner ver.di, BFFS und Produzentenallianz suchen nach Lösungen

Dreharbeiten müssen gestoppt werden, geplante Produktionen werden abgesagt. Die Ansteckungsgefahr ist wirklich zu groß. Aber was ist mit unseren Gagen und denen der anderen Filmschaffenden? Was wird aus den Filmproduktionsfirmen? Können sie sich vor der Pleite retten? Wie soll es weitergehen? Gibt es gesetzliche Rettungsanker, die von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite in dieser fatalen Lage genutzt werden können? Wie könnten sich die Tarifparteien gegenseitig helfen? Fragen über Fragen …

Wir können von Glück sagen, dass beide Tarifseiten, die in normalen Zeiten durchaus hart miteinander ringen, im Zeichen der Corona-Krise ganz schnell zueinander finden und mit vereinten Kräften die gewaltige Herausforderungen meistern wollen. Die Gewerkschaften ver.di und BFFS und ihr Gegenüber, die Produzentenallianz sind im intensiven Austausch und suchen nach verträglichen Lösungen.

Denn unsere gemeinsame Zukunft steht auf dem Spiel.

Freitag, 20.03. 11:00 Uhr

BFFS-Pressemeldung: Schauspieler*innen dürfen jetzt nicht vergessen werden

Der BFFS hat heute eine Pressemeldung herausgegeben. Die zuständigen Ministerien des Bundes und der Länder arbeiten zurzeit mit Hochdruck daran, Soloselbstständigen mit Hilfsgeldern zu unterstützen, damit sie die Corona-Krise wirtschaftlich überleben können. Bisher sind in diesen Plänen der Politiker kurz befristet beschäftigte bzw. unständige Künstler*innen wie Schauspieler*innen noch nicht mit berücksichtigt. Der BFFS ist mit vielen Politikern im Kontakt. Aber die Zeit drängt. Denn schon heute oder über das Wochenende sollen die Regelungen festgezurrt werden. Darum wendet sich der BFFS auch über die Presse an die Politik.

Die Pressemeldung im Wortlaut.

Freitag, 20.03. 10:30 Uhr

GDBA vermittelt Corona-Sofortnothilfe aus dem Helene-Achterberg-Hewelcke-Hilfsfond

Die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) stellt 50.000 Euro zur solidarischen Unterstützung von durch die Corona-Krise in Not geratenen Theaterschaffenden zur Verfügung. Der Betrag stammt aus dem Helene-Achterberg-Hewelcke-Hilfsfonds. Die Schauspielerin hatte der GDBA für solche Zwecke ihr Vermögen hinterlassen.

Um möglichst vielen Betroffenen Unterstützung zuteil werden zu lassen, erhalten Empfängerinnen und Empfänger jeweils 500 Euro, um deren Situation ein klein wenig zu erleichtern.

Die GDBA orientiert sich bei der Vergabe der Gelder an den Vorgaben des Helene-Achterberg-Hewelcke-Hilfsfonds. Antragstellerinnen und Antragsteller müssen ihre Notlage daher begründen. Einzelheiten und Informationen zum Antrag gibt es unter gdba@buehnengenossenschaft.de.

Donnerstag, 19.03. 20:00 Uhr

Focus-Übersicht: Welche Corona-Hilfen Firmen und Selbständige jetzt bekommen

Der Focus hat eine Übersicht zusammengestellt, welche Corona-Hilfen Firmen und Selbständige jetzt bekommen können. Die Übersicht ist hier zu finden: http://bit.ly/395mpUf

Donnerstag, 19.03. 17:00 Uhr

BFFS ruft alle 16 Bundesländer um Hilfe

Der BFFS erwartet Unterstützung für Schauspieler*innen nicht nur von der Bundesregierung, sondern auch von denen der Länder.

Der BFFS schildert den zuständigen Ministerien aller Bundesländer in einem Schreiben die fatale Lage der kurz befristet beschäftigten Schauspieler*innen, denen ähnlich wie den solo-selbständigen Künstler*innen durch Absage aller Vorstellungen, Drehtage oder Synchrontermine von heute auf Morgen die Einkünfte weggebrochen sind. Sie haben keine finanziellen Rücklagen. Ihre Existenz ist akut bedroht.

Ihren Arbeitgebern – den Theatern, vor allem den Privattheatern wie z. B. den Tourneeunternehmen, den Filmproduktionen, den Synchronstudios – geht es nicht besser. Sie schauen in eine ungewisse Zukunft, haben laufende Kosten und zumeist kaum finanzielle Reserven. Unabhängig von der rechtlichen Betrachtung, ob und in welchen Fällen sie ihre Mitarbeiter*innen und Schauspieler*innen für ausgefallene Vorstellungen, Drehtage, Studiotermine etc. vergüten müssen, werden sie in sehr vielen Fällen faktisch dazu kaum in der Lage sein.

Für die betroffenen Schauspieler*innen wie auch für die Privattheater, die Tourneetheater, die Film- und Fernsehproduzent*innen und für die Synchronproduzent*innen bedarf es nun einer schnellen und effektiven Hilfe. Effektive Hilfe kann nur die Bundesregierung durch Bereitstellung erforderlicher Finanzmittel leisten, damit den betroffenen Schauspieler*innen der Bühnen, Film- und Synchronproduktionen in angemessenem Maße Entschädigungszahlungen und/oder Überbrückungsgelder gezahlt werden können.

Das BFFS-Schreiben im Wortlaut.

Donnerstag, 19.03. 16:00 Uhr

Tipp: Reduzierung der gesetzlichen Krankenversicherungsbeiträge für freiwillig Versicherte

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, dass sich bei verändernden Einnahmen um mehr als 25% in der gesetzlichen Krankenkasse Versicherte bei Beitragsermäßigung beantragen können. Bei den Krankenkassen sind entsprechende Antragsformulare erhältlich.

Derzeit wird geprüft, wie das aktuelle Beitragsermäßigungsverfahren in der gesetzlichen Krankenversicherung für Selbständige aufgrund der Corona Krise erleichtert bzw. angepasst wird.

Donnerstag, 19.03. 14:00 Uhr

Tipp: mögliche Steuererleichterungen wegen Corona Krise

Die obersten Finanzbehörden reagieren auf die Corona Krise durch Erlasse am 19.03.2020.

  1. Steuerstundung

Steuerpflichtige, deren Einkommensverhältnisse sich nun durch die Corona-Krise erheblich verschlechtern, können ab sofort bis zum 31.12.2020 Steuerstundungen beantragen. Die Stundung betrifft die bis zum 31.12.2020 entweder bereits fälligen oder noch fällig werdenden Steuern.

  1. Anpassung der Einkommenssteuervorauszahlungen

Einkommenssteuerpflichtige haben die Möglichkeit, einen Antrag auf Anpassung der festgesetzten Einkommensteuervorauszahlungen bei ihrem Finanzamt zu beantragen.

Der Antrag wird nicht deshalb abgelehnt, weil die Steuerpflichtigen die entstandenen Schäden wertmäßig nicht im Einzelnen nachweisen können. Bei der Nachprüfung der Voraussetzungen für Stundungen sind keine strengen Anforderungen zu stellen. Auf die Erhebung von Stundungszinsen kann in der Regel verzichtet werden.

Das Bayerische Landesamt für Steuern stellt bereits das Antragsformular „Steuererleichterungen aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus“ zum Download bereit.

Donnerstag, 19.03. 10:30 Uhr

Tipp: Arbeitslosengeld auch telefonisch oder online möglich

Um die Gesundheit aller zu schützen, bleiben die Türen von Jobcenter und Arbeitsagenturen geschlossen. Für Notfälle wird eine Kontaktmöglichkeit vor Ort eingerichtet. Die Agentur der Arbeit informiert über Presse und Aushänge über diese Möglichkeiten und schafft zusätzliche regionale Rufnummern, die auf www.arbeitsagentur.de veröffentlicht werden.

Anträge auf Arbeitslosengeld I und II:

Wichtige Information für Kund*innen der Bundesagentur für Arbeit:

  • Vereinbarten Termin müssen NICHT abgesagt werden, weder telefonisch noch per Mail. Es gibt keine Nachteile. Es gibt keine Rechtsfolgen und Sanktionen.
  • Gesetzte Fristen werden vorerst ausgesetzt.
  • Die Kund*innen werden rechtzeitig informiert, wenn sich diese Regelungen ändern.

Mittwoch, 18.03. 16:45 Uhr

Erste und weitere schnelle finanzielle Hilfen über unsere GVL

Der Vorstand des BFFS steht im engen Kontakt zur Geschäftsführung der GVL und den Gremienvertretern. Als erste Sofortmaßnahme hat die GVL eine Einmalzahlung von 250 Euro für Betroffene Berechtigte bereitgestellt. Ziel dieser Maßnahme ist eine schnelle und unkomplizierte Existenzsicherung für diese und die kommende Woche.

Das Antragsformular ist hier zu finden:
https://www.gvl.de/antragsformular-corona-nothilfe

Darüber hinaus steht der BFFS als Mitgesellschafter der GVL bereits in intensivem Kontakt mit den übrigen Gesellschaftern und Vertretern der Verwertungsgesellschaft, damit Maßnahmen für die Dauer der Corona-Krise besprochen und beschlossen werden können. Diese Maßnahmen stehen flankierend neben den Bemühungen des BFFS gegenüber der Bundesregierung.

Mittwoch, 18.03. 14:40 Uhr

Schnelle Reaktion des Deutschen Bühnenvereins auf Gespräch mit dem BFFS

Das gestrige Gespräch des BFFS mit dem Direktor des Deutschen Bühnenvereins trägt schon Früchte. In einem Rundschreiben hat der Deutsche Bühnenverein heute Hinweise auch zum Umgang mit Gastverträgen gegeben. Hier der entsprechende Auszug:

„Verträge mit Gastkünstler*innen

Die Frage, wie mit den Vergütungsansprüchen von Gastkünstler*innen umgegangen werden soll, wird derzeit verständlicherweise intensiv diskutiert. Neben rein rechtlichen Gesichtspunkten sollte auch der faire Umgang mit Gastkünstler*innen ein wichtiger Aspekt sein.

Einige öffentlich finanzierte Theater haben deshalb bereits entscheiden, eine Spaltung zwischen festangestellten Darsteller*innen und auf Gastvertrag beschäftigten Schauspieler*innen soweit, wie rechtlich vertretbar, zu vermeiden. Erreicht wird das insbesondere durch eine großzügige Einordnung eines/r Gast-Darstellers/Darstellerin als arbeitsrechtliche/r Arbeitnehmer*in, so dass sich eine Vergütungszahlung auch ohne Leistungserbringung ergibt. Da die Abgrenzung höchst streitig ist (s. Rundschreiben U041 vom 12. März 2020), dient eine solche Entscheidung der Vermeidung von unnötigen Rechtsstreitigkeiten. Sie ist damit auch beim Rechtsträger und bei einer späteren Rechnungsprüfung gut vertretbar, sollte aber durch einen Aktenvermerk o.ä. dokumentiert werden.

Soweit dies nicht in Betracht gezogen werden kann, kommt eine anteilige z.B. hälftige Zahlung der Gage für bereits zugesagte Vorstellungen in Betracht. Soweit sich ein solches Vorgehen nicht aus dem abgeschlossenen Gastvertrag ableiten lässt, kommt es in Betracht, eine Auflösungsvereinbarung zwischen den Parteien des Gastvertrags abzuschließen, die die Rechtsgrundlage für die anteilige Gagenzahlung bietet. Da die von der öffentlichen Hand getragenen Theater auch bei einem solchen Vorgehen an den Grundsatz der sparsamen und zweckmäßigen Mittelverwendung gebunden sind, empfehlen wir, insoweit im Zweifelsfall Rücksprache mit den Rechtsträgern zu halten und sich einen angemessenen Handlungsspielraum für entsprechende Vereinbarungen mit Gastkünstler*innen einräumen zu lassen.

Ein wichtiger Gesichtspunkt ist dabei auch, ob das Theater bzw. sein Rechtsträger erwägt, für die festbeschäftigten Mitarbeiter*innen Kurzarbeit zu vereinbaren. In diesem Fall wird es sicherlich kaum vermittelbar sein, Gastkünstler*innen Gagen für Vorstellungen, die in den Kurzarbeitszeitraum fallen, zu zahlen, ohne dass dies zwingend rechtlich geboten ist.

Nicht öffentlich finanzierte Privattheater werden verständlicherweise kaum in der Lage sein, die dargestellten juristischen Spielräume zugunsten der Gastkünstler*innen zu nutzen, da sie sich selbst wirtschaftlich in einer existenzgefährdenden Situation befinden.“

Mittwoch, 18.03. 13:30 Uhr

Der BFFS bittet Kulturstaatsministerin Monika Grütters dringend um Hilfe

Der BFFS nutzt seine engen Kontakte zum Bundeskulturministerium und schildert der Kulturstaatsministerin Monika Grütters in einem Schreiben die fatale Lage der kurz befristet beschäftigten Schauspieler*innen, denen ähnlich wie den solo-selbständigen Künstler*innen durch Absage aller Vorstellungen, Drehtage oder Synchrontermine von heute auf Morgen die Einkünfte weggebrochen sind. Sie haben keine finanziellen Rücklagen. Ihre Existenz ist akut bedroht.

Ihren Arbeitgebern – den Theatern, vor allem den Privattheatern wie z. B. den Tourneeunternehmen, den Filmproduktionen, den Synchronstudios – geht es nicht besser. Sie schauen in eine ungewisse Zukunft, haben laufende Kosten und zumeist kaum finanzielle Reserven. Unabhängig von der rechtlichen Betrachtung, ob und in welchen Fällen sie ihre Mitarbeiter*innen und Schauspieler*innen für ausgefallene Vorstellungen, Drehtage, Studiotermine etc. vergüten müssen, werden sie in sehr vielen Fällen faktisch dazu kaum in der Lage sein.

Für die betroffenen Schauspieler*innen wie auch für die Privattheater, die Tourneetheater, die Film- und Fernsehproduzent*innen und für die Synchronproduzent*innen bedarf es nun einer schnellen und effektiven Hilfe. Effektive Hilfe kann nur die Bundesregierung durch Bereitstellung erforderlicher Finanzmittel leisten, damit den betroffenen Schauspieler*innen der Bühnen, Film- und Synchronproduktionen in angemessenem Maße Entschädigungszahlungen und/oder Überbrückungsgelder gezahlt werden können.

Über solche Hilfsmaßnahmen möchte der BFFS mit der Ministerin zeitnah sprechen.

Das BFFS-Schreiben im Wortlaut.

Mittwoch, 18.03. 10:00 Uhr

BFFS appelliert an Intendant*innen wegen szenischer Proben

Der BFFS appelliert an alle Intendant*innen der Stadt-, Landes-, Staats- und Privattheater angesichts der momentanen Ansteckungsgefahr keine szenischen Proben anzusetzen. Denn bei szenischen Proben können Schauspieler*innen notwendige Mindestabstände nicht einhalten, beim Dialog nicht verhindern, sich anzuspucken, oder im Spiel körperliche Nähe nicht vermeiden.

Dienstag, 17.03. 18:30 Uhr

Sonder-Vorstandskonferenz

Der BFFS-Vorstand berät, welche Abläufe unseres Verbandes angesichts der momentanen Corona Krise umgestellt und angepasst werden können. Beschlossen wird: tägliche Vorstandskonferenzen, Einführung eines „Krisen-Tickers Corona“ mit Neuigkeiten, rechtlichen Tipps und Vorstandsaktivitäten rund um die Corona-Krise.

Dienstag, 17.03. 11:00 Uhr

Gespräch mit dem Deutschen Bühnenverein

Der BFFS-Vorstand und unsere Geschäftsführung sprechen mit dem Direktor des Deutschen Bühnenvereins Michael Schröder über die zahlreich ausfallenden Vorstellungen an deutschen Theatern und welche finanziellen Lösungen für Gastschauspieler*innen möglich sein könnten.