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20221102 Bffs Pm Mdr Sparmaßnahmen

PRESSEMITTEILUNG | Überall nur Verlierer

MDR streicht „Tatort“, „Polizeiruf 110“ und weitere Formate

Berlin, 13.05.2026: Das kürzlich vom MDR angekündigte Sparprogramm, mit dem der Sender auf die blockierte Rundfunkbeitragserhöhung reagiert, macht die fatalen Folgen deutlich, die ein halbherziges Bekenntnis der Politik zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk nach sich zieht.

Die Politik steht in der Verantwortung, die notwendigen und von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) als angemessen erachteten Rundfunkbeitragserhöhungen umzusetzen. Der BFFS fordert von den Bundesländern ein klares Bekenntnis zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk und keinen Abschied auf Raten!

Ein Sparprogramm, wie der MDR es nun für notwendig erachtet, führt zu einem weiteren Rückschnitt fiktionaler Auftragsproduktionen. Damit einher geht ein Rückgang von Aufträgen an mittelständische Produktionsunternehmen, wodurch wiederum tausende Filmschaffende aufgrund des Wegfalls fiktionaler Formate nicht beschäftigt werden können.

Durch die Kürzungen wären allein beim „Tatort Dresden“, ausgehend von sechs Folgen, über 100 Schauspielengagements betroffen, da im Schnitt ca. 17,83 Schauspielengagements pro Film anfallen. Beim „Polizeiruf 110 Magdeburg“ würden dementsprechend bei fünf Folgen über 90 Schauspielengagements wegfallen.

„Damit werden in den nächsten drei Jahren vermutlich über 200 Engagements allein im Schauspielbereich wegfallen. Von allen weiteren Filmschaffenden gar nicht erst zu reden. Das wäre fatal“, erklärt Heinrich Schafmeister, Vorstandsbevollmächtigter des BFFS.

„Der von der KEF bezifferte Einnahmeausfall von mehreren hundert Millionen Euro lässt vermuten, dass nicht nur der MDR zu Sparmaßnahmen mit fatalen wirtschaftlichen Folgen gezwungen ist. Das ist eine existenzielle Bedrohung für unseren Berufsstand“, ergänzt BFFS-Vorstandsmitglied Katharina Abt.

Ein Bekenntnis zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird zum Lippenbekenntnis, wenn die notwendigen Finanzierungsmittel aufgrund politischer Entscheidungen verweigert werden. Ein solcher Kurs schadet uns Schauspieler*innen vor, den weiteren Filmschaffenden hinter der Kamera, den Produktionsunternehmen, dem Publikum, den Menschen in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen und der demokratische Öffentlichkeit – überall nur Verlierer.

Über den Bundesverband Schauspiel e.V. (BFFS):

BFFS steht für Bühne, Film, Fernsehen, Sprache. Gegründet 2006 ist der BFFS als Verband und Gewerkschaft mit seinen über 4.300 Schauspieler*innen inzwischen die größte nationale Schauspielorganisation und mitgliederstärkste Berufsvertretung der deutschen Film-, Fernseh-, Theater- und Synchronlandschaft. Der BFFS vertritt die berufsständischen sowie gewerkschaftlichen Interessen der Schauspieler*innen in Deutschland. Er will die kulturellen, gesellschaftlichen, politischen, rechtlichen, tariflichen und sozialen Rahmenbedingungen verbessern bzw. schaffen, die sowohl den einzigartigen Schauspielberuf schützen, bewahren und fördern als auch die besondere Lebens- und Erwerbssituation der Künstler*innen berücksichtigen, die diesen Schauspielberuf ausüben. Der Vorstand des BFFS arbeitet ehrenamtlich.

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