Stellungnahme zu den Protesten im Iran
Seit mehr als zwei Wochen gehen im Iran hunderttausende Menschen mutig auf die Straße, um gegen Unterdrückung, Gewalt und das autoritäre Regime zu protestieren. Diese Proteste sind Ausdruck eines tiefen gesellschaftlichen Wunsches nach Freiheit, Würde und grundlegenden Menschenrechten.
Das iranische Regime reagiert auf diese legitimen Forderungen mit brutaler Gewalt. Berichten zufolge wurden tausende unschuldige Menschen verletzt, verhaftet oder getötet. Zahlreiche der Inhaftierten sind akut bedroht: Die iranische Regierung hat öffentlich angekündigt, drakonische Strafen bis hin zu Todesurteilen gegen Demonstrierende zu verhängen. Viele Verhaftete warten unter unmenschlichen Bedingungen auf Prozesse, deren Ausgang bereits vorgezeichnet scheint.
Besonders betroffen sind auch Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende und Medienschaffende, die sich an den Protesten beteiligt oder ihre Stimme öffentlich erhoben haben. Sie werden gezielt verfolgt, eingeschüchtert und zum Schweigen gebracht.
Als Bundesverband Schauspiel (BFFS), der Gewerkschaft der Schauspieler*innen, erklären wir unsere uneingeschränkte Solidarität mit den Menschen im Iran, insbesondere mit den Künstlerinnen und Künstlern, die trotz großer persönlicher Gefahr für Freiheit, Gerechtigkeit und Meinungsfreiheit eintreten.
Kunst lebt von Freiheit. Wo Künstlerinnen und Künstler verfolgt, inhaftiert oder mit dem Tod bedroht werden, ist nicht nur die Kunst angegriffen, sondern die Menschlichkeit selbst. Wir verurteilen die gewaltsame Niederschlagung der Proteste aufs Schärfste und fordern die sofortige Beendigung der Repressionen sowie die Freilassung aller politischen Gefangenen.
Wir rufen die internationale Gemeinschaft, Kulturinstitutionen und Gewerkschaften dazu auf, hinzusehen, nicht zu schweigen und sich solidarisch zu zeigen. Die Stimmen der Menschen im Iran dürfen nicht ungehört bleiben. Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen, bei den Familien der Opfer und bei all jenen, die unter Lebensgefahr für eine freie Zukunft kämpfen.
Solidarität kennt keine Grenzen.
