EMPFEHLUNGEN DES BVC ZU PRÄSENTATION VON SCHAUSPIELERN ONLINE

Update Artikel: Juni 2016

Casting Direktoren haben in der Regel keine Archive mehr, sie benötigen alle notwendigen Unterlagen online im Internet.

Diese Wunschliste dient der optimalen Unterstützung der Casting Direktoren mit Hinweisen zu Gestaltung und Nutzung von Viten, Webseiten und Datenbanken.

I. AGENTUR- u. DARSTELLER-WEBSEITEN

Eine Bitte:

Eine Homepage dient nicht der Unterhaltung eines Casting Direktors, sondern ist für uns nur ein Arbeitsmittel. Nutzen Sie daher kein(!) Flash zur Seitengestaltung, sondern reines HTML. Flash ist nicht mit allen Betriebssystemen kompatibel und vor allem können keine Inhalte daraus kopiert und im Castingprozess verwendet werden.

Auf Homepages sollte stetes gewährleistet sein, dass die Informationen aktuell und richtig sind, kopierbar und zum download verfügbar stehen.
Gerne stellen Sie auf der Homepage die Bilder auch in größeren Formaten zusätzlich zum Download bereit.

Es ist nicht nötig – gerade für Schauspieler-Homepages – viel Geld zu investieren. Eine einfache, aber effiziente Navigation und Gestaltung genügt.

Agentur-Webseiten und -bögen bitte alphabetisch sortieren nach Nachname, Vorname. Idealerweise auch Frauen und Männer getrennt.

II. SCHAUSPIELER-DATENBANK

Die Datenbank hat die frühere Besetzungskartei abgelöst und ist das primäre Arbeitsmittel des Casting Direktors.

Nur wenige Caster verfügen über eine eigene Datenbank. Diese benötigen Unterlagen weiterhin direkt, allerdings nur noch in digitaler Form.

Die weitaus meisten Caster arbeiten mit einer Online-Schauspieler-Datenbank.
Erkundigen Sie sich bei dem jeweiligen Caster über dessen bevorzugte Datenbank oder schauen Sie einfach in die aktuelle Umfrage des BVC auf www.castingverband.de

Wichtig: Die Minimalanforderung für jeden Schauspieler ist ein suchbarer und gepflegter Grundeintrag bei filmmakers, schauspielervideos und castforward. Da die verschiedenen Casting Direktoren mit unterschiedlichen Datenbanken arbeiten, sollte man in allen drei Datenbanken erscheinen.

Ein Volleintrag hat durchaus seine Berechtigung, denn nicht nur der Casting Direktor bekommt mehr Information zum Schauspieler , vielmehr wird der Schauspieler häufig mit seinem Datenbank-Profil auch den Regisseuren, Produzenten und Sendern präsentiert.

In dem Profil des Schauspielers sollte – falls vorhanden – natürlich auch das Demoband/showreel zu finden und anzusehen sein.
Auch homepages und persönliche Kontaktdaten können in den Verzeichnissen gerne angegeben werden.

Ein Grundeintrag sollte unbedingt den direkten Link zum Darsteller auf website oder Agenturseite enthalten, so dass Zugriff auf Vita und weitere Fotos möglich ist.

Lesenswert:   BFFS-Berlinale-Party

Agenturwechsel sollten unbedingt sofort (!) der Datenbank zu Änderung gemeldet werden, nur dann haben alle Casting-Direktoren stets die richtige Info.

MEDIEN DER SCHAUSPIELER IM NETZ (Demo, Bilder, Vita)

Alle folgenden Informationen, Tipps und Wünsche beziehen sich auf Homepages und Datenbank:

a. Demo / Showreel

  • Das Demo oder Showreel braucht in der Regel nicht mehr postalisch verschickt werden! Es genügt ein Internet Stream der ideal auch downloadbar ist
  • Das Internet ist das zeitgemäße Medium für die Präsentation des Demotapes.
  • Das Showreel kann von einem der genannten Datenbankbetreiber (filmmakers, schauspielervideos oder castforward) – für Castingzwecke optimiert – gehostet werden (dann bereits mit Kapiteleinteilung, timecode, download, SD/HD, IPad-Tauglichkeit).
  • Auch Angebote wie YouTube, Vimeo sind für das Hosting des Demos möglich. Es kann auch das Video der Webseite der Agentur oder des Schauspielers verwendet und dann in der Datenbank entsprechend verlinkt werden (allerdings fehlen diesen Videos oftmals essentielle Funktionen bei der Videoaufbereitung im Hinblick auf Castingzwecke).
  • Eine Timecode-Übersicht und Kapiteleinteilung hat sich in der Castingpraxis als sehr hilfreich herausgestellt.
    Ferner ist bei jedem Kapitel folgende Angabe erwünscht:

    • Titel
    • Produktionsjahr
    • Regie
    • Länge des Ausschnitts-Sollte das Band eigens erstellte Szenen enthalten, so bitte auch diese mit Jahreszahlen erwähnen, z.B. Castingszene / Spielszene von 2013. Das gleiche gilt für Theaterausschnitte.
  • Fremdsprachige Szenen bitte gesondert kennzeichnen damit diese direkt angesteuert werden können.
  • Sprach- und Dialektkenntnisse können gerne in Interviews oder selbstgedrehten Clips präsentiert werdenb. Bilder
  • Achten Sie darauf, dass Ihr erstes Bild in der Datenbank eine verkleinerte Voransicht (sog. Thumbnail) in den Suchergebnissen des Casting Direktors ist, das Bild sollte daher ein Portrait sein
  • Bei den weiteren Bildern sollte auch ein Ganzkörper-Bild zu finden sein
  • Die Bilder sollten (auch in der Datenbank) in einer größeren Darstellung abgelegt werden, die Bilder können gross, sollten aber nicht riesig sein (max. 800 x 1.200 Pixel, max. 1 MB, .jpg o. .png), damit die Daten auch mit mobilen Geräten (z.B. via Smartphone) geladen und behandelt werden können.Zusätzlich können natürlich auch grössere Formate auf der individuellen Homepage zum download angeboten werden.
  • Fotos sollten auch auf homepages einzeln zum download bereitstehen.
Lesenswert:   Briefing für die Aktion „Wir gehen baden - und mit uns die Kultur“

c. Vita/CV c.1. Persönliche Daten

Aktuelles Porträtfoto (auch Farbe), gerne mit Angabe des Fotografen und dem Kalenderjahr der Aufnahme, weitere Bilder sollten auch zumindest ein Ganzkörperbild enthalten

Geburtsdatum oder Jahrgang (Pflicht) – es macht keinen Sinn dies zu verschweigen, denn die Caster brauchen diese Information – gerade in der Datenbank – auch für die Suche. Eine fehlende Angabe hat zur Folge, dass der Schauspieler häufig gar nicht gefunden würde.

  • Spielalter – ergänzend zum Jahrgang (Spanne sollte keinesfalls grösser als 10 Jahre sein!)
  • Geburtsort – Tipp: eine ungewöhnliche Vita gerne erwähnen (z.B. aufgewachsen in Brasilien und Peking)
  • Nationalität: eventuell mehrere, ausländische Staatsbürger: bitte vermerken, ob eine uneingeschränkte Arbeitserlaubnis besteht
  • Größe
  • Haarfarbe, evtl. Haarlänge, Bartwuchs
  • Augenfarbe
  • Statur, Kleidergröße und/oder Gewicht
  • Ethnische Herkunft oder Aussehen; mehrere möglich.
  • Bundesland, in dem sich der erste Wohnsitz laut Steuerkarte befindet (wichtig:Filmförderung)
  • Tatsächlicher Wohnort – wichtiger Tipp: unbedingt bei kleineren Städten die nächste größere Stadt erwähnen, also z.B. München für Starnberg bzw. Berlin für Potsdam.
  • Buchbar ab: Orte bei denen für die Produktionen keine Reisekosten, Spesen und Hotelkosten anfallen.
  • Weitere Wohnmöglichkeiten in Großstädten, bei denen für die Produktion keine Spesen und Hotelkosten, wohl aber Reisekosten anfallen.

Wichtiger Tipp:

Die persönliche E-Mail und der Mobilkontakt des Schauspielers sollten einzigartig und identisch mit der domain des Schauspielers sein und nach Möglichkeit nicht mehr verändert werden, d.h. bei

  • Wechsel des Telefonanbieters die bisherige Rufnummer behalten (Rufnummernportierung)
  • Im Falle einer eigenen domain/Homepage (www.MeinName.de) ist es sinnvoll, diese domain auch als email-Adresse zu verwenden (z.B. post@MeinName.de). Das ist nicht nur persönlicher als GMX und web.de-Adressen, es stärkt auch die „Marke“ des Schauspielers.

c.2. – Kenntnisse und Fertigkeiten

  • Sprachkenntnisse – unbedingt mit qualifizierendem Zusatz zum Stand der Kenntnis: Muttersprache, Fließen, Gut, Grundkenntnis

Sprachkenntnisse, die nur ausreichen einen Kaffee im Restaurant zu bestellen und zu bekommen, interessieren nicht. Sprachkenntnisse interessieren nur, wenn jemand ein Drehbuch lesen und es auch schauspielerisch umsetzen kann).

  • Dialekte: unterschieden in Heimatdialekt und weitere Dialekte
  • Sportarten: insbesondere solche, die nicht in kurzer Zeit zu erlernen sind: Reiten, Fechten, Kampfsportarten, Akrobatik, Einrad, Seiltanz, Jonglieren etc., auch hier mit Angabe zum Können, z.B. zwei Unterscheidungen in Profi und Geübt. Wandern ist als Auskunft für Filmzwecke uninteressant
  • Instrumente: auch hier mit Angabe zu Können, z.B. Unterscheidung in Profi und geübt
  • Tanzkenntnisse: z.B. Ballett, Stepp, Tango mit Angabe zum Können und der Ausbildung, Unterscheidungen in Profi und geübt
  • Gesangkenntnisse: z.B. Oper, Musical, HipHop, Pop mit Angabe zu Können und Ausbildung, Unterscheidungen in Profi, geübt und Grundkenntnisse
  • Stimmlage: z.B. Sopran, Mezzo, Alt, Tenor, Bariton
  • Führerscheine: z.B. PKW, Motorrad, LKW, Motorboot, Segelschein, Pilotenschein, Segelflugzeug
  • Weitere Fähigkeiten: z.B. Pantomime, Gebärdensprache, Synchronerfahrung
  • Anspielpartner: der Schauspieler ist bereit bei Castings Anspielpartner für Kollegen zu sein.
Lesenswert:   Neues BFFS-Forum

c.3. – Künstlerische Vita

Wichtig ist , dass auch die künstlerische Vita im Netz zu finden ist, denn aktuelles Material wird dort gesucht und eingesehen.

Eine Ablage der Unterlagen in einer Besetzungskartei findet in dieser klassischen Form nicht mehr statt.

Eine künstlerische Vita über 3 Seiten wird erfahrungsgemäß nicht gelesen, es ist sinnvoll die Informationen auf max 1-2 Seiten einzukürzen.

Die künstlerische Vita sollte enthalten:

  • Schauspielausbildung oder/und eventuell weitere Ausbildungen mit Angabe der entsprechenden Jahre
  • Film-und Theaterpreise des Darstellers (auch Nominierungen), mit Jahresangabe

Theater:

  • Engagements mit Angabe der Jahre des Engagements
  • Wichtige (!) gespielte Rollen unter Angabe von Regie, Theater, Jahr

Film / TV (bitte auch hier nur mit Jahresangaben:

  • Kino: Titel, Regie, Produktion, Größe der Rolle (Hauptrolle, Nebenrolle, Tagesrolle), evtl. Name der Rolle
  • Fernsehen/TV: Titel/Regie, Produktion, Sender, Größe der Rolle (bei Serien bitte kennzeichnen, ob es sich um eine durchgehende Rolle oder einen Episodenrolle handelt)

Zum Runterladen der Viten von den Webseiten bitte sicherstellen, dass alle Infos zu einer Person (s.o. A, B & C) auf einem Dokument erscheinen, so dass die Caster nicht getrennt die Personeneckdaten und die künstlerische Vita getrennt herunterladen müssen.

Eine PDF-Datei ist das sinnvollste Format für diese download-Option

Bitte an die Mitglieder des Verbandes bei Agenturwechseln eine kurze Mitteilung an die Caster mailen. Bei einem Neuzugang gern in die Anlage 1-2 Fotos als jpg und die Vita hängen, bei einem Austrittwäre esfreundlich,wennwirdieneuenKontaktdatenerführen.

Quelle: Bundesverband Casting e.V.

Liste Zusendung Material

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Wordpress Kommentare (2)

2 Antworten zu “EMPFEHLUNGEN DES BVC ZU PRÄSENTATION VON SCHAUSPIELERN ONLINE”

  1. Die Erwähnung von VHS-Kassetten brachte mich dazu, mals einen Blick auf das Alter des Artikels zu werfen. Ich denke, dass sich seit 2007 in diesem Bereich auch sonst etwas getan haben könnte in Sachen Multimedia bzw. dass es ergänzende Hinweise für den Aufbau persönlicher Webseiten geben könnte. Insofern meine Anregung, ob da nicht mal jemand von Fach einen kritschen Blick drauf werfen könnte?! Herzlichen Dank!

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