Falsch sozialversichert? Wie helfe ich mir selbst?

Falsch sozialversichert? Wie helfe ich mir selbst?

Sind nur einzelne Drehtage sozialversichert? – Falsch!
Egal, ob Ihr für jeden Drehtag derselben Produktion einen extra Vertrag bekommen habt,
ob in Eurem Vertrag nur die einzelnen Drehtage drinstehen,
oder warum auch immer: Nur die Tage zu versichern, an denen letztendlich Eure Drehtage waren, ist falsch!
Richtig ist dagegen, all die Zeiten sozialzuversichern,
in denen Eure Drehtage produktionsbedingt hin und her geschoben wurden oder verschoben werden durften,
in denen Ihr Kostüm-, Masken-, Lese-, Vorproben, oder Regiebesprechungen etc. hattet,
in denen Ihr Euch vor und zwischen den Drehtagen vorbereiten musstet,
oder in denen Ihr sonst für die Produktion gearbeitet habt oder für sie „gebucht“ wurdet.
LEIDER IST DAS NICHT IMMER SO! Weil…

Wer wird denn gleich in die Luft gehen?

Verschwendet nicht Euer schauspielerisches Temperament, Euch vor der Filmgeschäftsführung aufzuregen, die Produktionsleitung zu beschimpfen, dem Produzenten mit Klage zu drohen, oder Euch mit sonst jemandem anzulegen!
Ja, der Arbeitgeber ist verpflichtet, Euch korrekt sozialzuversichern,
aber Ihr seid nicht verpflichtet, die Helden zu spielen.
Verantwortlich für die erste Prüfung der korrekten Gesamtsozialabgaben sind Eure gesetzlichen Krankenkassen,
oder – für die Privatversicherten unter Euch – entweder die gesetzliche Kasse, bei der Ihr zuletzt pflichtversichert ward bzw. – sofern Ihr immer schon privatversichert gewesen sein solltet – die von Euch gewählte gesetzliche Krankenkasse, z.B. die AOK.
Wendet Euch an diese Krankenkassen. Was sie „feststellen“, ist erstmal amtlich. Lasst sie ihres Amtes walten!

Und fürchtet Euch nicht!

Ihr führt gegen niemanden einen Rechtsstreit, ihr braucht keine Rechtsanwälte.
Die Krankenkassen verfügen und die Arbeitgeber zahlen nach – dann ist Ruhe!
Oder ein Arbeitgeber klagt – und zwar gegen die Krankenkasse – und das ist sehr selten.
Vor Gericht würdet Ihr nur eine „beigeladene“ Nebenrolle spielen.

Papiere hamstern!

Nach Drehschluss müsst Ihr Euren Text nicht mehr behalten – aber
Euren Vertrag, ............................................................................wichtig!…
Eure Sozialversicherungsnachweise, ...........................................wichtig!…
Eure Drehpläne, auch die „überholten“, .......................................hilfreich!…
Eure Dispos, .................................................................................hilfreich!…
oder Notizen über andere Produktionstermine (siehe oben) .........hilfreich!…
solltet Ihr UNBEDINGT BEHALTEN.
Denn wie jedes Amt braucht auch die Krankenkasse schriftliche Belege.

Das Schlüsselwort heißt „Feststellungsbescheid“!

Wenn Ihr falsch sozialversichert werdet oder wurdet,
meldet Ihr Eure Bedenken der gesetzlichen Krankenkasse,
gebt ihr die oben genannten Papiere
und beantragt einen „Feststellungsbescheid“.
DANN MUSS DIE KRANKENKASSE TÄTIG WERDEN und darf Euch nicht abwimmeln.

Nicht labern, sondern schreiben!

Bei der Krankenkasse mal eben anrufen, mal eben vorbeigehen, reicht nicht.
Ihr wisst selbst am besten, wie vergänglich das gesprochene Wort ist.
Ihr müsst Eurer Krankenkasse unbedingt schreiben!
Das ist nicht unsere Stärke, darum dürft Ihr hier abschreiben…

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