Der Kudamm atmet auf …

… und mit ihm viele unserer Schauspielerinnen und Schauspieler. Nach vierzehnjährigen Auseinandersetzungen um die Zukunft der Berliner Kudamm-Bühnen können sie wohl endlich wieder nach vorne schauen. Um allen Unterstützerinnen und Unterstützern seinen herzlichen Dank auszusprechen und sie über den glücklichen Durchbruch zu informieren, hat der Leiter der Kudamm-Bühnen, Martin Woelffer, eine Rundmail geschickt, die wir hier gerne veröffentlichen möchten.


Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

wir haben es geschafft: Die 14jährige Auseinandersetzung um die Kudamm-Bühnen ist zu Ende. Wir können aufatmen und wieder nach vorne schauen!

Um es gleich zu sagen: Es war nicht möglich, die historischen Theater zu erhalten. Doch wir konnten die Zukunft des Theaterstandorts und der Institution der Kudamm-Bühnen langfristig sichern. Und wir werden die Bauherren eines im Geist und im Sinne Max Reinhardts, Hans Wölffers und Oskar Kauffmanns neu zu errichtenden Theaters sein. Das wäre ohne Ihre/ Eure Unterstützung nicht möglich gewesen. Dafür danke ich Ihnen und Euch sehr, sehr herzlich. Ohne Ihr/Euer Engagement, ohne Ihre/Eure ständige Präsenz wäre die Position, die wir nun einnehmen konnten, substanzlos gewesen. Es hat die Öffentlichkeit beeindruckt, wie Ihr/ Sie hinter uns gestanden habt/ haben. Danke!

Ein zweites großes Dankeschön geht an das Haus des Kultursenators Klaus Lederer. Mit unheimlich großer Klarheit und lösungsorientiert hat er es geschafft, die berühmte Kuh vom Eis zu holen. Erstmalig fühlten wir uns als Institution nicht mehr als Bittsteller, sondern als wichtiger Bestandteil der Berliner Kulturlandschaft. Ich darf folgendermaßen zitieren: „Die Woelffer-Bühnen haben den gleichen symbolischen Wert für den ehemaligen Westteil der Stadt, wie die Volksbühne und der Palast der Republik für den ehemaligen Ostteil.“

Wir bedanken uns auch bei dem Investor des Kudamm-Karrees, Cells Bauwelt: Nach den teilweise hart geführten Verhandlungen war eine Einigung nicht selbstverständlich. Doch nun ist klar: Die Zukunft der Woelffer-Bühnen ist gesichert. Der Kompromiss, den wir mit dem Investor und dem Senat gefunden haben, sieht Folgendes vor: Bis Mitte 2018 ist der Spielbetrieb am Kurfürstendamm gesichert. Danach werden wir in eine Übergangsspielstätte ziehen. Das wird aller Voraussicht nach das Schiller Theater sein. Dass die beiden historischen Theater nicht erhalten werden können, tut mir natürlich sehr weh. Doch leider mussten wir anerkennen, dass dieser Schritt nicht zu vermeiden ist. Die Weichen dafür sind bereits vor 20 Jahren falsch gestellt worden.

Wichtig für uns ist, dass wir federführend für die Planung des neuen Theaters sein werden. Auch hier hat sich Cells Bauwelt sehr großzügig gezeigt. Es wird komplett nach unseren Wünschen und Vorstellungen errichtet. Seien Sie/ seid versichert, dass wir die Seele der Kudamm-Bühnen mit in das neue Theater nehmen werden. Wir haben einen Mietvertrag über 30 Jahre unterschrieben. Das gibt uns Sicherheit, die Zukunft der Woelffer-Bühnen zu planen. Auch mein Team, das teilweise seit Jahrzehnten treu zu dem Betrieb hält, hat endlich wieder eine langfristige Perspektive. Gleichzeitig sind die Arbeitsplätze für unsere Schauspielerinnen und Schauspieler, Regisseurinnen und Regisseure, Ausstatterinnen und Ausstatter gesichert. Ich hoffe, dass Sie sich/ Ihr Euch mit uns gemeinsam darüber freuen können/ könnt, dass wir weiterhin gehobenes und großstädtisches Unterhaltungstheater am Kurfürstendamm machen werden. Haltet/ halten Sie uns die Treue. Über den weiteren Verlauf der Dinge halten wir Euch/ Sie auf dem Laufenden.

Ich bin sehr erleichtert.

Herzliche Grüße

Martin Woelffer

So weit die gute Nachricht von Martin Woelffer. Der Bundesverband Schauspiel wünscht den Kudamm-Bühnen eine lebendige und glückliche Zukunft!

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Über heinrich.schafmeister

Heinrich Schafmeister wurde 1957 im Ruhrgebiet geboren, wuchs dort auf und erhielt dort seine wesentliche Prägung. Der Beruf seines Vaters – hoher Richter der Sozialgerichtsbarkeit – wirkte auf den jungen Heinrich eher abschreckend und er nahm sich fest vor, später einmal etwas ganz, ganz anderes zu werden. Die Beatles weckten in ihm die Liebe zur Musik. Er lernte Klavier, Gitarre und gründete seine erste Band. Nach dem er sein Abitur mit mathematisch-naturwissen­schaft­lichem Schwerpunkt bestanden und seinen Zivildienst als Krankenpfleger geleistet hatte, konnte er sich endlich ganz seiner musikalischen Leidenschaft widmen. Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler ist er Schatzmeister des Bundesverband Schauspiel.

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