Ist das „Modell KSK Plus“ endlich der Durchbruch für uns Schauspieler*innen?

Bisher waren wir verzweifelt, weil deutschlandweit keine einzige Hilfsmaßnahme eingerichtet wurde, weder vom Bund noch von den Ländern, die auch uns Schauspieler*innen berücksichtigt, die auch uns Rettung in der momentanen Not geboten hätte.

Zwar hatten Baden-Württemberg, dann Bayern, zuletzt auch Nordrhein-Westfalen Künstler-Hilfsprogramme versprochen, sogar mit Unterstützungsgeldern für ihren Lebensunterhalt. Aber Voraussetzung für den Anspruch war immer die Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse – in die wir Schauspieler*innen in der Regel nicht rein dürfen, weil wir eben an den Bühnen, bei Dreharbeiten und in den Synchronstudios zumeist kurz befristet beschäftigte und keine selbstständigen Künstler*innen sind.

Seit Wochen haben sich der BFFS und viele Kolleg*innen von uns massiv an die Politik gewandt, unter anderem auch an die bayerische Landesregierung. Wir haben gebetsmühlenartig auf unsere unglücklich verlorene Lage zwischen den Stühlen hingewiesen – bislang ohne sichtbaren Erfolg.

Kommt jetzt endlich die Wende?

Der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder, sein Kunstminister Bernd Sibler und seine Digital-, Kino- und Filmministerin Judith Gerlach gaben heute eine bemerkenswerte Pressekonferenz über die weiteren Schritte zur Förderung von Kunst und Kultur in Bayern. Siehe die ganze Pressekonferenz …

Die für uns interessanten Stellen sind …

von Minute 08:30 bis 09:11 (Markus Söder) und von 20:57 über 22:28 bis 23:40 (Bernd Sibler).

Und auch auf der offiziellen Homepage des Bayerischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst verkündet die Landesregierung, dass sie das bereits Ende April beschlossene Hilfsmodell für Künstler*innen zu einem „Modell KSK Plus“ erweitern will und dabei beabsichtigt, auch diejenigen bayerischen Künstler*innen einzubeziehen, die „ihren Lebensunterhalt überwiegend mit erwerbsmäßiger künstlerischer Tätigkeit verdienen, auch wenn sie nicht über die KSK versichert sind, inhaltlich aber die Kriterien der KSK für eine künstlerische Tätigkeit erfüllen.“

Diese Formulierung und die beispielhafte Erwähnung von Schauspieler*innen während der Pressekonferenz lassen uns hoffen. Der Groschen scheint gefallen, unsere Botschaft findet wohl endlich Gehör, auch uns Schauspieler*innen soll Hilfe zuteilwerden.

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Weiter heißt es auf der offiziellen Homepage wörtlich: „Die Künstlerinnen und Künstler sollen über drei Monate monatlich bis zu 1.000 Euro erhalten, wenn ihre fortlaufenden Einnahmen aufgrund der Corona-Pandemie zur Sicherstellung des Lebensunterhalts nicht ausreichen. Die Anpassung des Programms soll der Lebenswirklichkeit der Künstlerinnen und Künstlern gerecht werden.“

Dies wäre der Durchbruch. Ein Durchbruch, der vielleicht auch andere Länder und zuletzt auch den Bund überzeugen könnte, dem bayerischen Vorbild zu folgen und ihre Hilfsprogramme auch für uns Schauspieler*innen zu öffnen.

Der BFFS-Vorstand bedankt sich herzlich bei vielen Mitgliedern, die sich in letzter Zeit für ihre Schauspielkolleg*innen öffentlich eingesetzt haben und ganz besonders bei den regionalen Pat*innen in Bayern, die speziell für die Frage, wie auch Schauspieler*innen bei Künstlerhilfen berücksichtigt werden können, einen direkten Draht zur bayerischen Regierung geknüpft haben.

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