Ansprache Leslie Malton zur Corona-Krise

Liebe Mitglieder,

wie wir alle deutlich zu spüren bekommen haben, sind wir mit der Schließung sämtlicher Theater, der Synchronstudios und der Drehabbrüche aus unserem gewohntem Leben gerissen worden, als ob jemand den Stecker gezogen hätte. Wie nach einem Schlag stehen wir verletzt, wütend, verunsichert und bis in die Grundfesten unseres Daseins erschüttert da. Und wissen nicht warum, verstehen nicht, was gerade mit uns passiert, können es nicht fassen, weil es nichts „zu fassen“ gibt.

Dieser Virus greift wie ein unsichtbarer Feind nach uns. Trotzdem dürfen wir den Mut gegen diesen Feind nicht verlieren. Plötzlich ohne Arbeit zu sein, ist eine der schlimmsten und schwerwiegendsten Schicksalsschläge für einen Menschen, das und der Verlust von Liebe. Nicht nur in finanzieller Hinsicht, und wir vom Vorstand wissen zu genau, wie es um viele von Euch steht, sondern auch seelisch und psychisch ist dieser Zustand eine ungeheure Belastung. Unser gewohntes Leben wird am Ende dieser Krise nicht mehr dasselbe sein wie wir es kannten, das ist klar. Und genau da sind wir, die Schauspieler, gefordert, das ist unsere Chance! Besteht unser wunderbarer Beruf nicht aus Neugier, Flexibilität, Offenheit und Perspektivenwechsel?! Das sind Qualitäten, die wir nutzen können, um gestärkt und zuversichtlich aus dieser ungewissen Zeit zu kommen.

Für einige von Euch, denen das Wasser bis zum Hals steht, mag sich dies idealistisch oder realitätsfern anhören. Dazu darf ich sagen, daß sich der BFFS-Vorstand und unser Justiziar, Bernhard Störkmann, buchstäblich rund um die Uhr für unsere Belange einsetzen. Die über Jahre gepflegten Verbindungen und Beziehungen zu den Politikern zahlt sich jetzt aus. Wir finden Gehör, Verständnis für unsere Nöte und die große Bereitschaft uns zu helfen. Wir sind täglich mit ihnen im Kontakt, auch mit anderen Gewerkschaften und der Produzentenallianz, um einige zu nennen. Auf unserer Homepage könnt Ihr verfolgen, was wir alles unternehmen, um Eure und unsere Nöte zu lindern und Abhilfe zu schaffen.

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In der Ruhe liegt die Kraft.

Laßt uns nach vorne schauen und Veränderungen annehmen, nicht sie bekämpfen. Besinnen wir uns auf uns und unsere Liebsten, schauen wir, wie diese aufgezwungene „freie“ Zeit positiv für uns zu nutzen ist. Auch wenn es sich so anfühlen mag, Ihr seid nicht allein. Wir tun alles erdenklich Mögliche, um Euch zu helfen. Der BFFS ist an Eurer Seite! Bitte seid Ihr auch an unserer. Jetzt ist nicht die Zeit, um alte Rechnungen zu begleichen, es ist eine Zeit, in der wir uns alle gegenseitig unterstützen sollten. Wir sind auch immer offen für Eure Vorschläge.

Und noch zum Schluß, laßt mich bitte nochmal auf den unsichtbaren Feind zurückkommen: nehmt ihn an, umarmt ihn - natürlich nur virtuell! - begrüßt ihn, das macht uns alle stark und mit der Stärke wächst die Zuversicht.

Bitte bleibt gesund, wir brauchen Euch!

Mit allen guten Wünschen und sehr herzlichen Grüßen,
Leslie

P.S. Ich möchte noch auf einen Artikel von Matthias Horx, Zukunftsforscher, hinweisen.

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